Nosferatu

Der Vampir und sein Gehilfe Renfield sind auf der Jagd. Gelingt es dem Vampir, oft genug zuzubeißen, bevor die Jäger ihn pfählen können?

Renfield verteilt verdeckt die Rollen. Er weiß, wer der Vampir ist - die Jäger wissen es nicht. Aber sie werden es herausfinden. Sie werden es herausfinden müssen, denn jede Nacht besteht die Gefahr,  gebissen zu werden.

Und der Vampir muss schnell sein. Denn die Nächte werden zwar länger, doch umso länger er braucht, ums mehr Rückschlüsse werden für das Jägerteam möglich. Öfter zuzuschlagen heißt aber freilich auch, öfter erwischt werden zu können. Doch nur so kann der Vampir dem Pflock entgehen.

Ich und mein Holz

Diesen Pflock übergibt Renfield zu Beginn. An irgendjemanden. An einen Jäger, oder an den Vampir.

Der Damoklespflock hängt nun über den Spielern, denn er kann nur einmal im Spiel eingesetzt werden. Wird der Vampir gepfählt, haben die Jäger gewonnen. Trifft es einen Unschuldigen, trägt der Blutsauger den Sieg davon. 

Der Pflockträger darf am Ende jeder Runde entscheiden, ob er einen Mitspieler pfählen möchte, oder den Pflock an eine beliebige Person weitergeben. Ehrensache, dass der Vampir, sollte ihm die Ehre zuteil werden, den Pflock nicht benützen, sondern nur weiterreichen darf.

So finster die Nacht

Wie lange eine Runde dauert, entscheidet der Nachtstapel. In ihm befinden sich gleich viele Nachtkarten wie Mitspieler und eine Sonnenaufgangskarte. Nachdem ein Spieler an der Reihe war, wird eine Karte dieses Stapels aufgedeckt. Ist es eine Nachtkarte, ist der nächste Spieler an der Reihe. Kommt der Sonnaufgang zum Vorschein, wird die Runde aufgelöst. 

In die Karten schauen

Wie sieht so eine Runde jetzt aus und wie kann der Vampir überführt werden? Die Jäger ziehen Rückschlüsse anhand der verdeckt und offen gelegten Karten. Jeder Spieler (nicht Renfield, der Spielleiter) erhält zwei Handkarten. Ist er an der Reihe, zieht er zwei weitere Karten. Nun muss er zwei seiner Handkarten wieder ablegen. Eine wird verdeckt vor Renfield abgelegt, eine kommt offen auf den Ablagestapel. Bei Sonnenaufgang mischt Renfield die vor ihm abgelegten Karten und eröffnet, was sich im Stapel befindet.

Gerüchte, Knoblauch, Bisse und Nachtkarten gibt es.

Nachtkarten werden dem Nachtstapel hinzugefügt und können dadurch die Nacht verlängern - helfen also dem Vampirteam.

Bisse sollten freilich ebenfalls nur vom Vampir gespielt werden. Sie werden von Renfield an die Spieler verteilt. Ein biss bedeutet künftig eine Handkarte weniger. Maximal zwei Bisse können sich also in den Hals eines Spielers bohren. Ist es der fünfte Biss in diesem Spiel, hat das Vampir-Teamdas Spiel für sich entschieden.

Zur Tarnung (immerhin ist er ein Gehilfe des Vampirs) kann Renfield auch vor dem Vampir eine Bisskarte ablegen.

Knoblauch hilft zwar gegen Vampire, zeigt aber nur dann Wirkung, wenn bis zum Sonnenaufgang nur Knoblauchkarten gespielt werden. Befindet sich auch nur eine andere Karte im Stapel, ist er wirkungslos. Dabei stören zum Beispiel die Gerüchte, die keine andere Bewandtnis haben, als reine Knochblauchrunden zu verhindern.

Kommt jedoch eine reine Knoblauchrunde zustande, darf der Pflockbesitzer sich für eine von fünf Ritualkarten entscheiden. Diese bewirken entweder, dass die Nacht verkürzt wird, ein Spieler eine Zusatzkarte erhält, die Handkarten eines Spielers in Gerüchte getauscht werden oder sogar die Rollenkarte eines Mitspielers aufgedeckt wird. Welche das ist, entscheidet allerdings Renfield. Und der wird den Teufel tun, den Vampir zu enttarnen ...

Sind alle fünf Gerüchtekarten aufgedeckt, hat ebenfalls das Jägerteam gewonnen.

Spieletester

19.08.2018

Fazit

Nosferatu ist wie Werwölfe - und dann auch wieder nicht. Denn jeder (sogar der Spielleiter) hat eine Aufgabe, niemand scheidet aus und muss zusehen. Dadurch, dass auch die Spielmechanik eine andere ist, in der es weniger um Schauspiel und Interaktion zwischen den Spielern, sondern mehr um Taktik und Deduktion mit einer Prise Glück geht, ist Nosferatu auch für weniger eloquente und schauspielaffine Runden geeignet. Aber: Ein Pokerface ist freilich auch hier Pflicht und Anschuldigungen müssen auch hier ausgesprochen und ausgehalten werden.

Mit fünf bis acht Spielern eignet sich Nosferatu darüber hinaus auch schon für kleinere Spielerrunden, denn die Maximalspieleranzahl hört da auf, wo Werwölfe erst anfängt. 

Wer mit „Rollenspielen” zumindest ein bisschen etwas anfangen kann und wen der durchaus enthaltene Glücksfaktor nicht stört, dem können für Nosferatu auf jeden Fall unsere „Empfählung” aussprechen. 

Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 5 bis 8
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten
Preis: 4,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Kosmos
Grafiker: Ismaël
Zubehör:

8 Personenkarten
11 nachtkarten
49 Aktionskarten
5 Ritualkarten
5 Übersichtskarten
1 Karton-Pflock

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