Witches

Im (Hexen-)Hause Amigo hält nach den Wizard-Spielen der Feminismus Einzug: Jetzt schlagen die vier Hexen in Witches zu.
War schon das Erfolgsspiel Wizard lediglich eine illustrierte und um Zauberer und Narren erweiterte Version des traditionellen Stich ansagen, bedient sich Amigo auch bei Witches wieder einem weithin bekannten amerikanischen Kartenspiel, das vor allem arbeitsunwilligen Bürotieren und Solitär-Verweigerern ein Begriff sein dürfte: Hearts.

Auch diesmal wurde wieder eine Rahmengeschichte um vier Hexen als Töchter eines im Sterben liegenden Königs geschaffen, derer eine böses Blut hegt und nicht gewillt ist, das Erbe mit ihren drei Schwestern zu teilen. Diese Geschichte ist für das Spiel selbst wieder völlig vernachlässigbar, erklärt aber freilich die erneut sehr tollen Phantasy-Illustrationen der Karten.

Die Karten

Die Karten sind gewohnt in vier Farben (hier: Elemente) in der Wertigkeit von 1 bis 14 unterteilt. Vier Joker (Zauberer) mit dem Wert Null vervollständigen das 60er-Blatt.

Grundsätzlich ist es Ziel des Spiels, keine Stiche zu machen oder zumindest nur solche, die keine Schlechtpunkte (Feuerpunkte) enthalten. Das sind alle Karten des Elements Feuer (im Original Herz), die jeweils einen Zähler aufs Minuskonto bringen.
Die vier Hexen – Wert 11 in jedem Blatt, also praktisch der Bube – haben alle Spezialfähigkeiten, die für den Spieler gelten, der diese Karten am Ende der Runde in einem seiner Stiche hat. Die rote Feuerhexe verdoppelt den Wert aller Feuerpunkte in den Stichen des jeweiligen Spielers (jedoch höchstens auf 15), die gelbe Erdhexe zieht fünf Feuerpunkte aus den Stichen ab (jedoch bis minimal auf 0), die grüne Wasserhexe bringt fünf, die Pygmäen-Königin (grün 12) gleich zehn Feuerpunkte aufs Konto und die blaue Lufthexe macht Wasserhexe und Pygmäen-Königin in den eigenen Stichen unschädlich.
Neben den roten Karten sind es also vor allem die hohen grünen, die einem gefährlich werden können – vergleichbar mit der Pik-Dame des Vorbilds.

So wird gespielt

Die Karten werden komplett an alle Spieler ausgegeben. Bevor es losgeht schiebt jeder Spieler drei beliebige Karten (jede Runde abwechselnd) dem Spieler links, rechts oder gegenüber unter, die derjenige auf seine Hand nehmen muss. Danach wird ausgespielt. Die ausgespielte Farbe muss bedient werden, stichzwang gibt es keinen, die Nuller dürfen jederzeit ausgespielt werden. Wer sticht, spielt als nächstes aus. Eine Runde endet, wenn alle Karten ausgespielt wurden.
Sollte es einem Spieler in einer Runde gelingen alle Feuerkarten und die Wasserhexe und/oder die Pygmäenkönigin zu stechen, so bekommt nicht er, sondern alle Mitspieler die maximalen daraus resultierenden Feuerpunkte. Bei bis zu 30 Punkten kann sich dieses Risiko durchaus bezahlt machen und einem die Partie retten, wenn man nur viele hohe Feuerkarten ausgefasst hat.
Das Spiel ist aus, wenn ein Spieler am Ende einer Runde insgesamt 60 Feuerpunkte oder mehr am Konto stehen hat.

Das Material

Wie von Wizard gewohnt, sind auch die Witches-Karten sehr schön illustriert. Jede Karte ist mit einem eigenen Charakter verziert, die Karten in absteigender Reihenfolge aneinandergelegt ergeben eine Landschaft.
Auch ein Wertungsblock liegt bei, sollte dieser aufgebraucht sein, kann auf ganz normalem Papier mitgeschrieben werden. Mehr als eine einfache Tabelle ist nämlich nicht nötig.
Herstellerangaben zufolge kam es bei der Produktion der Erstauflage (vor 22. 10. 2014 ausgeliefert) zu Qualitätsmängeln, die dazu führen können, dass sich die Karten ungewöhnlich schnell abnutzen. Tatsächlich fransen die Kanten schon nach einigen Partien recht schnell aus, Amigo tauscht die betroffenen Kartensätze aber kostenfrei gegen ein Set neuer Karten aus.

Spieletester

07.12.2014

Fazit

Wer die Vorlage Hearts kennt, weiß in etwa, was ihn erwartet. Die Spezialkarten (die Hexen) machen das Spiel zusätzlich interessant. Die Zauberer fügen eine im Gegensatz zu den Hexen eher weniger taktische und wie schon in Wizard ein wenig zu mächtig wirkende Komponente hinzu, da diese durch nichts aufgehoben werden können und keinerlei negativen Auswirkungen haben. Aufgrund ihrer geringen Stückzahl fallen sie aber nicht sonderlich negativ auf, außerdem sind die Zauberer durchaus Geschmacksache und können notfalls ja auch weggelassen werden.

Alles in allem erfordert Witches weniger Strategie als Wizard, Glück und die richtige Taktik sind eher spielentscheidend. Das macht es schneller zugänglich (wenn man die wieder etwas kompliziert geschriebene Anleitung einmal durchschaut hat) und ist auch zu fortgeschrittener Stunde leicht zu spielen.
Bei einem Kaufpreis von unter 10 Euro kann man da nicht viel falsch machen.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 6
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten
Preis: 10,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2014
Verlag: Amigo
Grafiker: Franz Vohwinkel
Genre: Karten
Zubehör:

60 Spielkarten 1 Punkteblock 1 Spielanleitung

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7206 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2309 Berichte.