Polterfass

Durstig sitzen wir vier in der Spelunke ZUM WILDEN EBER. Albert, der überhaupt keinen Alkohol trinkt, Edith und Regina, die beide hin und wieder ein Achterl Rotwein trinken und ich, der einzige Biertrinker.
Pils.
Märzen.
Weizen.
Bock.
Egal.
Auf Bier habe ich fast immer Bock.
Nur alkoholfreies "Bier" kommt mir nicht mehr über die Lippen. Nicht wegen des entzogenen Alkohols sondern wegen des fehlenden Geschmacks. Klarerweise sind meine drei Gegner, ohne ernsthafte praktische Erfahrung mit dem Nationalgetränk der Österreicher, vom Start weg im Nachteil.

Ich bin auch der erste Wirt der Partie.
Zufällig ausgewürfelt.
Ein gutes Omen.
Der Wirt "würfelt" mit allen neun Fässern und legt alle stehenden Fässer als Startauslage zur Seite. Die normalen Bierfässer zeigen auf Deckel und Fassboden eine Zahl, addiert ergeben sie auf jedem Fass genau 11 Biere. Die Gäste in der Schenke spekulieren nach Ermittlung der Startwerte mit einer oder zwei verdeckt gelegten Bietkarten um Anteile an der Biermenge.
Der Wirt hat nun alle Möglichkeiten.
Mit allen liegenden Fässchen und den Spezialfässern, die dürfen immer wieder mit verwendet werden, weiter würfeln oder eben nicht und den Zapfhahn zudrehen.
Na gut, alle Möglichkeiten reduzieren sich eigentlich auf ganze zwei.
Der Entscheidung, welche der beiden Möglichkeiten er dann wählt, gehen aber mehr als zwei Überlegungen voraus.

Wie viele Biere (oben liegende Werte der Fässchen) wurden bereits zur Seite gelegt?
Und wie viele Fässchen blieben gleich zu Beginn stehen?
Wie viele Bietkarten wurden von den durstigen Gästen gespielt?
Welche Hintergedanken haben die Gäste?
Die ersten drei Fragen sind objektiv zu beantworten.
Die letzte natürlich nicht. Und genau hier liegt der Reiz an dem Spiel.
Der Wirt zockt und alle Gäste zittern mit.
Je später der Abend desto schöner die Wirtin.
Je höher der Alkoholspiegel desto ruhiger die Gäste.
Oder auch desto aufgeregter.

Die Runde endet wenn der Wirt nicht mehr will.
Die Werte auf den Fässchen werden addiert, durch Spezialfässchen werden manche Werte verdoppelt und/oder manche entfernt. Die Summe der vom Wirt angebotenen Biere wird auf dem Block notiert. Dann werden die Bestellungen der Gäste durch Summierung der Bietkarten addiert. Schenkt der Wirt mehr als die Summe der Bestellungen aus haben alle gewonnen. Die Gäste was sie bestellt haben und der Wirt den Rest.
Sind die Gäste zusammen zu gierig gewinnt der Wirt alles!
Halleluja.
Ausgeschenktes Bier, das ein zweites Mal verkauft werden kann.
Alkoholsteuerfrei!
Der gierigste Spieler mit dem höchsten Gebot verliert genau so viele Siegpunkte. Der Spieler mit dem niedrigsten Gebot bekommt genau diese Punkte gut geschrieben.

Die Runde endet auch wenn alle gewürfelten Fässchen liegen.
Dann hat's der Wirt verbockt.
Er geht leer aus und alle Spieler bekommen die bestellten Biere gut geschrieben.

Spieletester

23.06.2014

Fazit

Polterfass ist ein sehr gelungenes Spiel für Bier trinkende Zocker. Und auch alle anderen haben ihren Spaß. Auch mit den nett gestalteten Bierdeckeln. Angelehnt an die großen Vorbilder Bluff und Can´t Stop entwickelt sich ein Gerangel um Anteile an der ausgeschenkten Menge. Aber wie gesagt: Der Wirt bestimmt die Sperrstunde! Zwei Kleinigkeiten hätte man etwas besser machen können. Einerseits sind die beiden unterschiedlichen Seiten der Spezialfässer schwer auseinander zu halten (unterschiedliche Farben hätten schon gereicht) und den Kartoneinsatz der Schachtel hätte man getrost einsparen können. Die Spielanleitung liegt dadurch gekrümmt in der Schachtel und hängt ungesund durch. Ein Bandscheibenvorfall wird sich früher oder später einstellen. Ein kleines Säckchen für die Bietkarten hätte mehr Sinn gehabt. PS: Bitte fragt mich nicht wer verloren hat.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 6
Alter: ab 8 Jahren
Preis: 20,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2013
Verlag: Zoch
Grafiker: Alexander Jung
Genre: Knobeln
Zubehör:

1 Würfelbecher, 7 Zahlenfässer und 2 dunkle Spezialfässer, 6 Bierdeckel, 48 Spielkarten in 6 Farben, jeweils mit den Werten 0 bis 7, 1 Wertungsblock, Spielanleitung

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