Councils & Contracts

Mit der Aufgabe ein Spiel zu erfinden, welches in einem vorhandenen Metallkoffer (Hart an der Grenze lässt grüßen) untergebracht werden kann, veranstaltete Mücke Spiele einen Autorenwettbewerb, den Autor Kalle Malmioja gewann.

In Councils & Contracts sind die Spieler als Bauunternehmer tätig, die sich neben ihrer Bautätigkeit auch als Lobbyisten versuchen, um die eigenen Interessen im Stadtrat durchzusetzen. In den untergeordneten Ausschüssen müssen sich die Bauunternehmer zudem Einfluss sichern, um bei der Vergabe von Aufträgen Berücksichtigung zu finden. Neben den ausliegenden Karten der Ausschüsse wird aus den Baukarten ein Zugstapel gebildet und acht Karten davon offen ausgelegt. Das sind die zu Beginn verfügbaren Bauvorhaben, die sich die Spieler sichern können. Zu Beginn wird zudem die Rathauskarte ausgelegt, die den Mittelpunkt der neu entstehenden Stadt repräsentiert.

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn fünf Einflusskarten, auf denen er mit einem transparenten Marker seinen eigenen Einfluss in den verschiedenen Ausschüssen der Stadt anzeigt. Der aktive Spieler führt immer nur eine Aktion aus, bevor es dann im Uhrzeigersinn weitergeht. Mögliche Aktionen sind von der Anzahl der frei verfügbaren eigenen Mitarbeiter anhängig, von denen jeder zu Beginn derer vier hat.

Solange Arbeiter zur Verfügung stehen, können diese in die Ausschüsse geschickt werden oder sie führen Bauvorhaben durch. Stehen keine Mitarbeiter bereit, hat der aktive Spieler dennoch zwei Möglichkeiten zu agieren. Zum einen kann er in einem der Ausschüsse, in dem mindestens ein eigener Mitarbeiter mitwirkt, einen Beschluss herbeiführen. Dadurch erhalten alle dort vertretenen Personen Einfluss, der dann auf der entsprechenden Einflusskarte der Spieler markiert wird. Danach werden alle Mitarbeiter dieses Ausschusses an die jeweiligen Spieler zurückgegeben. Zum anderen kann eine Bauaktion, wie auf den entsprechenden Bauvorhaben angegeben, mit den dortigen Mitarbeitern durchgeführt werden, was auch zusätzliche Baukosten verursachen kann.

Die wenigen zur Verfügung stehenden Mitarbeiter gilt es klug und geschickt einzusetzen. Wer ein Bauvorhaben in Angriff nehmen möchte, muss primär erst mal genügend Einfluss in den verschiedenen Ausschüssen haben. Einfluss ist quasi mit Ressourcen anderer Aufbauspiele vergleichbar. Wer aber in einem Ausschuss sitzt, ist anderweitig nicht verfügbar. Also muss erst mal ein Beschluss herbeigeführt werden, um den Einfluss auf der eigenen Anzeigekarte geltend zu machen und die Mitarbeiter wieder zurückzubekommen. Die können dann eines der acht ausliegenden Bauvorhaben umsetzen, in dem die Karte in der Stadt platziert und mit der entsprechenden Anzahl an Mitarbeiter bestückt wird. Dies kostet in der Regel Einfluss, bringt aber auch sofort Siegpunkte.

Sobald die Auslage auf vier Bauvorhaben gesunken und gleichzeitig der Nachziehstapel aufgebraucht ist, wird die laufende Runde noch zu Ende gespielt. Es folgen noch zwei komplette Abschlussrunden, in denen jeder Spieler genau eine beliebige Aktion ausführen darf. Danach gibt es noch jeweils vier Punkte für den Spieler mit dem höchsten Einfluss in den Einflussbereichen. Wer insgesamt die meisten Punkte sammeln konnte gewinnt.


Spieletester

04.04.2014

Fazit

Es ist schon erstaunlich, welche taktische Tiefe mit einem Spiel erreicht werden kann, das in einer kleinen Metalldose Platz findet. Die Wirkung der zahlreichen Bauvorhaben mit ihren Wechselbeziehungen zu angrenzenden Karten muss erst mal erfasst und durch die weiteren eigenen Züge genutzt werden. Bedingt durch die zu Beginn nur wenigen zur Verfügung stehenden Mitarbeiter will es wohlüberlegt sein, wo diese eingesetzt werden. Weil durch die Beschlüsse in den einzelnen Gremien auch immer andere Spieler beteiligt sein können, müssen natürlich auch ständig die Möglichkeiten der Gegner beobachtet werden. Das Spiel entwickelt erst im weiteren Verlauf seine eigene Dynamik, die es attraktiv und gut macht. Wer einen kleinen taktischen Leckerbissen sucht, ist mit Councils & Contracts mehr als gut beraten und wird in der entsprechenden Spielgruppe seinen Spaß haben.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 40 Minuten
Preis: 14,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2013
Verlag: Mücke Spiele
Grafiker: Christian Opperer
Genre: Taktik
Zubehör:

25 Einflusskarten 4 Ausschusskarten 1 Übersichtskarte "Beschluss" 1 Karte "Sonderauschuss" 1 Rathauskarte 36 Karten "Bauvorhaben" 30 Mitarbeiter 5 Punktemarker 25 transparente Marker 6 Karten "Punkteleiste"

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