Terrace

Terrassen sind nicht nur die an Häuser angeschlossenen, gepflasterten, mit einer Markise überspannten Bereiche, sondern auch Abstufungen im Gelände. Letztere haben dem Spiel Terrace seinen Namen gegeben. Auf dem dreidimensionalen Spielplan gilt es, einen kleinen und schwachen Spielstein (der "T-Stein") zum Zielfeld zu manövrieren. Zum Glück gibt es seine "großen Brüder", die ihn beschützen und Widersacher aus dem Verkehr ziehen.

Je nach Spielerzahl und gewünschter Spieldauer (diese kann sich laut Packung zwischen 15 und 120 Minuten bewegen!) gibt es andere Spielaufstellungen. Als Zielfelder fungieren jedoch immer die am tiefsten gelegenen Eckfelder auf dem sattelförmigen Spielplan.

Wer an die Reihe kommt bewegt eine seiner halbkugelförmigen Spielfiguren. Hierfür gibt es gewisse Regeln: Ein Spielstein kann auf derselben Ebene beliebig weit gezogen werden, solange keine gegnerischen Spielsteine übersprungen werden. Will man auf eine höhere Ebene wechseln, so kann man das in gerader oder schräger Linie tun. Der Schritt auf eine tiefere Ebene darf jedoch ausschließlich in gerader Linie geschehen; außer man schlägt einen gegnerischen Spielstein, dies hat stets in einer schrägen Bewegung zu passieren. Theoretisch darf man sogar eigene Spielsteine schlagen, aber man muss schon sehr verzweifelt sein um zu diesem Mittel zu greifen.

Geschlagen wird wie gesagt indem man einen Spielstein schräg von einer höheren in die nächstgelegene tiefere Ebene zieht. Zudem muss die Forderung erfüllt sein, dass der schlagende Spielstein gleich groß oder größer als der geschlagene ist. Von diesen Regeln ist auch das Schlagen eines T-Steins nicht ausgenommen – für dessen Besitzer ist der Verlust jedoch deutlich tragischer als der jedes anderen Steins, ist es doch gleichbedeutend mit dem Ausscheiden aus der Partie. Fairerweise muss ein Spieler auf die Schlagmöglichkeit aufmerksam machen, wenn er sich in eine mögliche Schlagposition begibt (wir kennen das von Schach). Am Ende gewinnt, wer mit seinem T-Stein das Zielfeld erreicht oder als Einziger noch seinen T-Stein im Spiel hat.

Spieletester

03.07.2013

Fazit

Für zwei, drei und vier Spieler ist das Spiel ausgeschrieben. Hierzu muss jedoch gesagt werden, dass das Spiel zu dritt unsymmetrisch ist und de facto ein Spieler gegen die beiden anderen bestehen muss – ein Kampf auf verlorenem Posten und deshalb nicht zu empfehlen. Zu zweit gibt es ein kurzes Spiel (15-30 Minuten) sowie eine abendfüllende Version (30 Minuten bis zwei Stunden). Zu viert ist es eher den kürzeren Spielzeiten (30-60 Minuten) zuzurechnen, wobei für einige Spieler eventuell schon früher Schluss ist (siehe oben: Verlust des T-Steins). Die Ausstattung ist typisch für die 1980er und frühen 1990er, sowohl farblich als auch gestalterisch. Das komplette Spielmaterial ist aus Kunststoff und sehr stabil. Die Spielanleitung ist knackig kurz, obwohl mit vielen Abbildungen erlaubte und nicht erlaubte Züge erläutert werden. Ein Thema benötigt das Spiel nicht, es ist der abstrakten Sorte zuzurechnen. Wie schon vorhin möchte ich auch im Fazit noch einen Vergleich mit Schach anbringen: den Spielen ist gemein, dass man nicht auf den schnellen Erfolg aus ist. Weitaus zielführender ist es, sich über eine langfristige Strategie in günstige Positionen zu bringen um sichere Wege und Verteidigungspostionen zu bilden bzw. angreifenden Figuren Rückendeckung zu sichern. Insgesamt kann Terrace durch sein ungewöhnliches Spielbrett begeistern. Auf lange Sicht lässt die Begeisterung aber nach, da Spiel für Spiel, Zug für Zug immer gleich ablaufen. Um ein letztes Mal Schach zu bemühen: Die dortige Abwechslung durch verschiedene Figuren und Bewegungsmuster würde Terrace gut tun.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Besucherkommentare

jumpwalker | 04.07.2013

Ach, das ist auch schon 20 Jahre her?! Da werden wahrlich sentimentale Erinnerungen wach... Obwohl ich abstrakte Spiele nicht so besonders gerne mag, konnte ich der Idee von Terrace einiges abgewinnen (und dabei auch deutlich öfter gewinnen als beim Schachspielen).

Wenn mich nicht alles täuscht, gelang Terrace als erstem Brettspiel der Franchise-Sprung ins Fernsehen! War hin und wieder auf dem Erholungsdeck der Picard-Enterprise zu sehen...

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 60 Minuten
Erscheinungsjahr: 1993
Verlag: Klee Spiele
Genre: Strategie
Zubehör:

44 Spielfiguren, 1 dreidimensionales Spielfeld, 1 Anleitung

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