Cosmic Empires

Weltraumschlachten, interstellarer Handel, Entdecken neuer Zivilisationen. All das hat der Science Fiction-affine Spieler in diversen Ausprägungen schon gesehen. Auf der Spiel '12 hat der Rezensent einen neuen Vertreter in dem Reigen der Science Fiction Glück/Strategie-Spiele entdeckt. Das Erstlingswerk von Alexander Gyulai verspricht auf den ersten Blick ein interessantes Weltraumspiel zu sein. Ob "Cosmic Empires" einem zweiten Blick standhält oder wie eine Sternschnuppe am Spielehorizont verglüht, soll die folgende Rezension dem geneigten Leser näherbringen.

Die Ausstattung:
Wenn man mit seinen Sternkreuzern durch die Weiten des Weltalls zieht und dabei versucht seine Fraktion siegreich über die Gegner dominieren zu lassen möchte man das mit Stil tun. Auf das Spielbrett umgelegt heißt das: "Man will gutes Spielmaterial!!!" Wie oft hat sich der Rezensent schon über die tollen Raumschiffminiaturen von WizKids' "Star Fleet Captains" gefreut, nur um kurze Zeit später die billigen Spielfelder zu verdammen. Bei "Cosmic Empires" ist es gerade anders herum. Die Spielfelder sind aus dicker Pappe und die Raumschiffe sind Pappaufsteller. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich die Pappmarker der Raumschiffe zwar in der Größe unterscheiden, aber die Schiffsabbildung auf den ersten Blick zu ähnlich ist. Bei dem vorher erwähnten Spiel hat der Rezensent über dieses Manko hinweggesehen, da das Spiel selbst einfach top ist und daher kleine Abstriche toleriert werden können. Ob das bei Cosmic Empires ebenfalls so sein wird? Schaun wir mal weiter...
Die Qualität der restlichen Karten und Pappmarker ist durchschnittlich gut und die grafische Darstellung kann man als stimmig bezeichnen. Kleiner Kritikpunkt war die gewählte Schriftart. Diese soll wohl SciFi-Feeling vermitteln. Manche Spieler fanden die Schrift besonders bei schlechteren Lichtverhältnissen schwer zu lesen. Der Rezensent muss aber zugeben, dass er das nicht als störend empfunden hat.
Nur ein kurzes Wort zur Anleitung: "Naja!"
Informativ? JA
Übersichtlich gestaltet? Leider NEIN!
Wer kommt bitteschön auf die Idee Phase 2 vor Phase 1 zu erklären? Das ist unnötig und führt zu wildem Blättern. Weiters wäre es übersichtlicher und für den Leser verständlicher gewesen erst Spielaufbau und -ablauf zu erklären, bevor man die Details des Kampfes schildert. Das Erste was dem Rezensenten beim Lesen in den Sinn gekommen ist war: "Hey! Ich hab zwar keine Ahnung von dem Spiel, aber wenn‘s ums Kämpfen geht, bin ich weit vorne!"
Hier muss man aber festhalten, dass bereits eine überarbeitete (und wirklich bessere) Fassung auf der Homepage des Verlags zum Download bereit steht. (Siehe Link)

Der Spielaufbau:
Der Spielaufbau ist relativ schnell erledigt.
  • Im Spiel für vier Personen wird ein Spielplan von 5x5 Spielfeldern verdeckt aufgelegt. Anschließend werden noch die Startfelder angelegt.
  • Jeder Spieler erhält zehn Bevölkerungssteine seiner Farbe und diese wandern sofort in den schwarzen Stoffbeutel. Weiters wird ein Raumschiffmarker am Startfeld platziert.
  • Jeder Spieler darf nun eine Fraktion wählen, die er in weiterer Folge repräsentieren möchte. Alle Fraktionen haben bestimmte Fähigkeiten und verschiedene Geheimaufträge. Von diesen wird ebenfalls einer ausgewählt.
  • Die öffentlichen Aufträge werden gemischt und ein Startauftrag offen ausgelegt.
  • Zu guter Letzt muss noch ein Startspieler bestimmt werden indem aus dem Stoffbeutel ein Bevölkerungsstein gezogen wird. Wem er gehört ist Startspieler. Diesen Bonus bezahlt er aber damit, dass der gezogene Bevölkerungsstein nicht in den Beutel zurückgelegt wird, sondern in den Vorrat wandert.

Der Spielablauf:
Der Ablauf gliedert sich in zwei Teile:
  • die gemeinsame Runde: jeder Spieler darf nun entweder ein Spielfeld ansehen oder ein verdecktes Feld austauschen. War jeder Spieler einmal dran geht es weiter mit
  • der Spielerrunde: diese teilt sich erneut in zwei Phasen:
    • Aktivierungsphase: Alle eventuellen Fähigkeiten von kontrollierten Spielfeldern dürfen nun vom Spieler genutzt werden
    • Hauptphase: Hier hat man die Wahl zwischen drei Aktionen: Flottenbewegung, Diplomatie und Schiffbau. Dabei werden neue Planteile aufgedeckt, Planeten erobert oder eben Verstärkung für die Flotte gebaut.
Kommt es zu einem Gefecht wird das Ergebnis nach einem Punktesystem ausgewürfelt. Die Tatsache, dass hier doch das altbekannte "Risiko"-Problem zuschlägt, mag manche Spieler abschrecken, aber wenn man das Spiel nicht als Strategieschwergewicht angeht (was es auch nie von sich behauptet hat), kann man drüber leicht hinwegsehen. Im weiteren Spielverlauf kann man seine Schilde und Waffen weiter aufrüsten. Das empfiehlt sich auch, da man zu Beginn des Spiels selbst gegen No-Name-Piratenschiffe, welchen man im All begegnet, oft chancenlos gegenübersteht.
Haben alle Spieler ihren Zug abgeschlossen beginnt wieder eine gemeinsame Runde.
Gewonnen hat wer als erster seinen Geheimauftrag erfüllt hat.

Das

Spieletester

25.02.2013

Fazit

"Cosmic Empires" ist eigentlich ein rundum gelungenes Spiel. Es kommt sehr schnell Spielspaß auf und dieser wird bis zum Ende gehalten. Sehr angenehm fällt die Spielzeit auf, welche mit 60-90 Minuten für ein Spiel dieser Art untypisch kurz ist. Das hat allerdings den weiteren Vorteil, dass niemals Langeweile aufkommt. Und man hat vielleicht noch Zeit für weitere Spiele bzw. eine zweite Partie "Cosmic Empires". Dass man gleich im Anschluss an eine Partie nochmal von vorne anfängt, ist auch gar nicht so abwegig. Immerhin kommt durch den immer anders aussehenden Spielplan, der sich auch während des Spielens noch verändern kann, eine deutlich erhöhte Langzeitmotivation zum Tragen. Punkteabzug gibt es für die Pappmarkerraumschiffe. Da wäre mehr möglich und bei einem Kaufpreis von 40.- Euro vermutlich auch finanzierbar gewesen. Weiters ist die Anleitung kein Highlight. Hier hat der Verlag jedoch schnell reagiert und eine verbesserte Version zum Download bereitgestellt. Wer ein kurzweiliges Weltraumabenteuer sucht und sich nicht an einer ordentlichen Portion Würfelglück stößt, ist mit "Cosmic Empires" sicher gut beraten.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten
Preis: 40,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2012
Grafiker: Benjamin Carré
Genre: Strategie
Zubehör:

48 Spielfelder 97 Spielkarten 199 Pappmarker 150 Bevölkerungssteine (Holz) 45 Plastikstandfüße 5 Würfel 1 Leinenbeutel 1 Erkundungsmarker 1 Anleitung

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7283 Gesellschaftsspiele-,
1658 Videospielrezensionen
2221 Berichte.