Inquizitor

Die Inquisition (zu deutsch: Untersuchung) gibt es heute zum Glück nicht mehr, doch im Mittelalter erfreute sich dieses Gerichtsverfahren großer Beliebtheit. Seitens der Kirche wurde es gerne angewandt, um Ketzer, Hexen und dergleichen anzuprangern. Der Vorsitzende der Inquisition war der Inquisitor. Was hat das alles mit dem hier vorgestellten Spiel zu tun? Einiges, wenn man dem Namen Inquizitor Glauben schenkt. Oder ist das ein Irrglaube? Landet man ob dieses Glaubens selbst vor der Inquisition?

Wie fast alle Quizspiele hat auch Inquizitor das Ziel, möglichst viele Fragen korrekt zu beantworten. Aber nicht nur Wissen braucht man am Weg zum Gewinn, sondern auch Würfelglück. Wer nämlich eine Frage korrekt beantwortet, darf so weit ziehen, wie sein Würfelergebnis (zwei Augenwürfel) erlaubt. Apropos Fragen: Welche Inhalte haben diese? Vier Kategorien gibt es: Wissensfragen aus Filmen, Musicals und Büchern, Schätzfragen aus Natur und Wissenschaft, Fragen, bei denen man fast in Vergessenheit geratene Worte erklären muss, Aufgaben bei denen zwar schon alle Buchstaben des Lösungswortes vorhanden sind, diese aber in der Reihenfolge durchmischt wurden, sowie kuriose Fragen, bei denen man aus drei Antwortmöglichkeiten die passende herausfinden muss. Wer mal nicht auf die richtige Antwort kommt, hat die Möglichkeit einer Rettungsfrage. Natürlich gibt es nicht dieselbe Belohnung wie bei einer „normalen“ richtigen Antwort, das heißt man würfelt nur mit einem Würfel und zieht entsprechend vorwärts.

Man kann auch punkten, wenn ein Mitspieler eine falsche Antwort gibt. Hierzu muss man „Inquizitior“ rufen und darf dann versuchen korrekt zu lösen. In jedem Fall würfelt man mit einem Würfel, bei richtiger Antwort zieht man entsprechend vorwärts und bei falscher Antwort muss man rückwärts fahren (Rettungsfrage gibt es in diesem Fall natürlich keine). Das Spiel endet, sobald ein Spieler bzw. ein Rateteam das Zielfeld erreicht hat.

Spieletester

27.03.2013

Fazit

Bei genauerer Betrachtung der Karten habe ich nicht schlecht gestaunt: Es gibt 880 reguläre Fragen und Aufgaben und für den Fall, dass man diese nicht lösen kann, satte 990 Rettungsfragen! Zum einen macht das in meinen Augen keinen Sinn, ich hätte lieber mehr reguläre Fragen, um baldige Wiederholungen zu vermeiden. Zum anderen ist der Schwierigkeitsgrad jetzt nicht so hoch, dass ich oft falsch liegen würde. Ich denke, dass die durchschnittliche Familie mit dem Niveau der Fragen ganz gut bedient ist. Das Spielprinzip von Inquizitor bietet keine großartigen Neuerungen, es läuft wie so oft: antworten, würfeln, antworten, würfeln,… Nur dass diesmal erst gewürfelt wird, wenn man richtig geantwortet hat. Das ist zwar mal was anderes als sonst, wirft aber ein Problem auf: Die Schwierigkeit der Fragen steht in keiner Relation zur Vorrückung durch die Würfel. Wer Pech hat, fährt nur zwei Felder vorwärts, wer Glück hat sechsmal so viel. Wo bleibt die Gerechtigkeit (im Vergleich zu anderen Spielen, wo der Würfelwurf den Schwierigkeitsgrad der Frage bestimmt und so an die Vorrückung koppelt)?! Dass andere Mitspieler Fragen übernehmen dürfen, ist ebenfalls eine durchaus geläufige Praxis. Diesmal durch Herausrufen von „Inquizitor“ – na gut. Wenigstens geht man damit ein Risiko ein (Zurückziehen bei falscher Antwort), was sonst eher selten der Fall ist. Somit sehe ich Inquizitor als nettes Quizspiel an, das nicht immer nur Wissensfragen bereithält, sondern auch Schüttelwörter, Schätzfragen oder kaum zu beantwortende Kuriositäten.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 12
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten
Preis: 30,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2011
Verlag: Piatnik
Autor: Márk Zoltán
Genre: Wissen
Zubehör:

165 Fragekarten, 110 „Kaum zu glauben“-Karten, 165 Rettungsfragekarten, 1 Spielplan, 6 Spielfiguren, 2 Würfel, 1 Anleitung

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