Cobra

Chili-Spiele bürgen allgemein für Qualität und Spielspaß. Bei Cobra trifft zumindest der erste Teil voll und ganz zu. In der stabilen Hartkartonschachtel, die so typisch für Spiele des Verlages sind, findet der Käufer hochwertig verarbeitete Holzteile, einen Jutebeutel zur Aufbewahrung, die übersichtliche Spielregel und jede Menge Luft. Ob die allerdings qualitativ mit den Spielmaterialien mithalten kann, war nicht zu ermitteln. Bevor ich zum Thema Spielspaß meine weniger gute Aussage mache, erkläre ich noch kurz, wie das Spiel der listigen Schlangenbeschwörer funktioniert.

Jeder der teilnehmenden Spieler nimmt sich zu Beginn eine der fünf Flaschen, um über die Farbmarkierung am Boden seine eigentliche Spielfarbe zu ermitteln. Dass diese geheim zu halten ist, versteht sich von selbst - obwohl sich dies im Verlauf des Spiels auch ändern könnte. Die drei Schlangenkörbe werden mit etwas Abstand auf den Tisch gestellt und der Startspieler beginnt, eine der noch nicht sichtbaren Schlangen zu betören. Er tut dies wie im Orient üblich mit einer Flöte. Leider sucht man diese in der Schachtel vergebens, und so nimmt sich der Schlangenbeschwörer einfach zwei der Holzsegmente und stapelt sie in den Körben übereinander. Dazu muss er zwingend jeweils ein farbloses und eins der farbigen Teile verbauen. In welchem der Körbe er dann stapelt, bleibt ihm überlassen, wobei er lediglich darauf zu achten hat, die entstehenden Schlangen immer im Wechsel zwischen Klarlack und Farbe wachsen zu lassen. Hat er erfolgreich und ohne dass eine Schlange umfällt gestapelt, darf er zusätzlich den Schlangenkopf setzen oder, wenn dieser bereits im Spiel ist, auf eine andere Schlange versetzen. Die anderen Spieler haben jetzt allerdings die Möglichkeit, diesem Ansinnen zu widersprechen. Tut dies einer, so muss er die geheime Farbe des Schlangenbeschwörers nennen. Liegt er richtig, bleibt der Schlangenkopf, wo er ist und der aktive Schlangenbetörer muss seine Farbe zur Kennzeichnung offen legen. Rät er allerdings falsch, kann der Kopf versetzt werden und der Falschtipper darf im weiteren Spielverlauf selber den Schlangenkopf nicht mehr versetzen und dies auch den Mitspielern nicht mehr untersagen.

Das Spiel endet, sobald alle Spieler in einer Runde gepasst haben und somit kein neues Segment verbaut wurde oder eine der Schlangen umfällt. Bei der Wertung kommen jetzt die Einkerbungen der Körbe zum Tragen. Diese Erkenntnis sollte auf jeden Fall zu Beginn des Spieles allen Schlangenbeschwörern geläufig sein, denn sie beeinflussen ganz entscheidend die Spiel- und Setztaktik. Für jeden Spieler zählen natürlich nur die Segmente der eigenen Farbe. Im Korb ohne Kerbe gibt es null Punkte, sitzt der Kopf auf der Schlange sind es pro Segment zwei Punkte. In den Körben mit Markierung gibt es entsprechend der Anzahl der Kerben Punkte je Segment. Sitzt dort der Schlangenkopf oben drauf, geht dieser Korb leer aus. Der Spieler, der für den Einsturz einer Schlange verantwortlich zeichnet, geht natürlich komplett leer aus. Die umgestürzte Schlange wird für die anderen Spieler aber trotzdem gewertet - oder auch nicht, je nach Kopf und Kerbe. Das Autorenduo empfiehlt, mehrere Runden zu spielen und die entsprechenden Punkte zu notieren.


Spieletester

27.03.2012

Fazit

Das Spiel funktioniert an sich tadellos und es ist mit Sicherheit auch sehr schön anzusehen, wenn die drei Schlangen langsam aus ihren Körben wachsen und sich aufrichten. Aber damit hat es sich auch schon. In meinen zahlreichen Spielrunden kam Cobra nicht besonders gut an, weil es vielen zu langweilig war. Der Spannungsbogen hielt sich zumeist in Grenzen, da brachte auch das Erraten der anderen Spielfarben nicht wirklich Abwechslung ins Spiel. Bei Spielgruppen mit feinmotorisch hoch begabten Teilnehmern ging das Spiel so lange, bis alle Segmente verbaut waren und kein Zug mehr möglich war. Dann konnte jeder noch einmal versuchen, den Schlangenkopf zu versetzen und dann war Schluss. In der Spielregel sind einige Dinge, die den Spielspaß deutlich einschränken, nicht explizit angesprochen. So ist z.B. in den Abbildungen zum Schlangenbau immer als erstes Segment ein farbloses abgebildet. Muss also zwingend eine Schlange so beginnen, hat der Spieler am Zug immer nur die Möglichkeit, seine beiden Segmente auf einer einzigen Schlange zu setzen und nicht wie es die Anleitung angibt, auch an zwei verschiedenen. Ebenfalls ist nicht ganz klar, ob der Schlangenkopf auch wie ein farbloses Segment zu behandeln ist und somit nur auf farbige Segmente gesetzt werden darf oder nicht. Natürlich ist es jedem freigestellt, nach seinen eigenen Hausregeln zu spielen, aber eigentlich ist dies die Aufgabe der Autoren oder des Redakteurs. Insgesamt fällt Cobra von den zahlreichen Holzbauspielen des Chili-Verlages etwas ab und kann eigentlich nur haptisch gefallen. Spielerisch gibt es weitaus bessere Spiele im Programm des Kleinverlages.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten
Preis: 25,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2007
Verlag: Chili Spiele
Zubehör:

25 farbige Schlangensegmente 19 ungefärbte Schlangensegmente 3 Körbe 1 Schlangenkopf 5 Flaschen mit Farbmarkierungen im Boden

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7240 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2316 Berichte.