Famiglia

Um ganz ehrlich zu sein: ich möchte nicht in der Familie, die hier gemeint ist, aufgewachsen sein. Unter Familie verstehe ich Mami, Papi und Bruder und nicht Buchhalter, Brutale und Söldner oder gar die dunklen Herren von La Famiglia. Aber schauen wir mal, ob die Famiglia wenigstens zu meinen entfernten Verwandten gezählt werden könnte.

Die Karten bestehen aus 4 Familien (gewöhnen wir uns an diese Schreibweise) zu je 15 Karten, sie sind nummeriert von 0 bis 4 und sind umso seltener je höher ihr Wert ist. Häufig und auch wertlos sind die Karten mit Wert 0. Das wird auch der Grund sein, warum jeder Spieler bei Spielbeginn von jeder Familie eine NULL mit Wert Null bekommt.
Falls es nicht auffällt: das war ein tolles Wortspiel!

Die restlichen 52 Karten werden gut gemischt und verdeckt bereitgelegt. Die obersten sechs deckt man auf, das ist die Straße (der Ganovenstrich sozusagen), von dort können andere Gauner angeworben werden. Anwerben eines Gauners der Buchhalter mit Wert 2 funktioniert mit 2 Buchhalter-Gaunern mit Wert 1. Also generell gilt: ein Paar der Familie mit Wert X erlaubt das Anwerben eines G'frasts dieser Familie mit Wert X+1 (siehe Fotos unten). Eine Hälfte des Paars legt man in die eigene Auslage, die zweite Hälfte nimmt man wieder in die Hand, die angeworbene Karte ebenso. Man kann eine Karte des Paars durch einen passenden Söldner ersetzen. Söldner sind für jeden Job zu haben.
Damit sind wir schon bei den Sonderfähigkeiten der Familien.
Die Mitglieder der La Famiglia können nichts, sie bringen nur mehr Siegpunkte.
Die Buchhalter haben die Fähigkeit, Karten aus der eigenen Auslage gegen Karten der eigenen Hand zu tauschen. Der Wert des gespielten Buchhalters definiert die Anzahl der beteiligten Karten.
Die Brutalen, wiederum in die eigene Auslage gespielt, "erniedrigen" den Wert einer Karte der Straße, die dann leichter anzuwerben ist. Es kann sogar durch Ablegen eines Brutalen mit Wert 2 eine Karte mit Wert 2 auf Null reduziert werden und damit GRATIS von der Straße engagiert werden.
Wartet auf der Straße am Beginn meines Zugs kein Schlawiner mit Wert 0, darf eine Karte von der Straße entfernt und entsprechend deren Wert neue Karten nachgelegt werden. Das hilft, speziell zu Spielbeginn, diesen nicht zu schleppend werden zu lassen. Denn: Karten mit Wert 0 dürfen immer gratis von der Straße weg engagiert werden!

Spieletester

10.12.2010

Fazit

Bei dem Spiel ist es wichtig, die Sonderfähigkeiten der Familien richtig einzusetzen. Zusätzlich braucht man Glück beim Aufdecken der Karten (auch wenn der Gegner Karten aufdeckt!). Sonst ist nicht viel dahinter außer viel Administration, die bei anderen Spielen durchaus OK ist, bei einem kleinen Kartenspiel eben doch zu Lasten des Spielspaßes geht. So gesehen ist Famiglia mehr Arbeit als Vergnügen, und so sollte das Spielen ja nicht sein, oder?
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

Teilen mit facebook twitter

Besucherkommentare

John | 10.12.2010

Also ich bin da GAAAAAAANZ ANDERER MEINUNG! Ich habe dieses Spiel gekauft, ohne viel darüber zu wissen...unter anderem, weil der Preis einfach mal sehr sehr gut ist. Zudem kann man mit Spielen von Friedemann Friese eigentlich nie viel falsch machen. Und auch bei diesem Spiel habe ich mich nicht getäuscht! In meinen Augen ist Famiglia eines der Besten Spiele für zwei Spieler, welches ich je gespielt habe. Die Zeichnungen sind gelungen, die Spieldauer ist absolut nicht zu lang (wir spielen im so um die 30 Minuten) und das Spielsystem ist einfach, aber genial. Ich kann dieses Spiel absolut und bedenkenlos EMPFEHLEN!!!

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 10,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2010
Verlag: 2F-Spiele
Zubehör:

60 Spielkarten, Spielanleitung

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7101 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2303 Berichte.