Steel Driver

Folgendes erzählt uns die Spielregel, wofür sich in den Weiten des Internet aber keine Beweise finden lassen: Steel Driver wurden jene starken Männer genannt, die in den USA mit schweren Hämmern und bloßer Muskelkraft Tunnel und Schneisen in den Stein trieben. All das nur, um der Eisenbahn den Weg zu ebnen.
Aufbauend auf dieser Geschichte spielen wir (mal wieder; siehe Zug um Zug, Trans America, Union Pacific,...) die Erschließung der USA mit der Eisenbahn nach.

Sechs Gesellschaften rittern dabei um die Vorherrschaft, wobei der Geschäftsführerposten in jeder der fünf Runden neu zu vergeben ist. Das "Aufnahmeverfahren" für den Geschäftsführer beruht jedoch nicht auf Fakten der Führungsqualität, sondern auf dem größten Gebot bei der Versteigerung des Postens. Wer Chef in einer Runde wird, darf bestimmen in welche Richtung weitergebaut wird. Außerdem gibt es einen Anteilsschein und die Gewinne aus dem Streckenausbau.

Der Verlauf einer Runde bestimmt die Zugreihenfolge der Gesellschaften in der nächsten Runde. Wenn eine Gesellschaft wenig baut, wird sie in der nächsten Runde bald an der Reihe sein. Dies garantiert, dass in etwa Chancengleichheit für die Unternehmen besteht. Das ist zwar einerseits gut, weil man nicht verpokern kann, macht aber den Ausgang des Spiels zu einer großen Überraschung in den letzten Minuten. Während des Spiels kann man nur erahnen, auf welches (dampfgetriebene) Pferd man setzen soll. Um das zu verstehen, sei die Schlusswertung erklärt:
Die Städte am Spielplan haben unterschiedliche Farben. Am Ende wird in jede angebundene Stadt ein gleichfarbiger Kontrollstein gesetzt. Reihum dürfen die Gesellschaften (bzw. jener Spieler, der jeweils die meisten Anteile hält) einen Stein nehmen, zu dem eigene Schienen führen. Da eine Stadt durchaus von mehreren Unternehmen angebunden ist, spielen Reihenfolge und Taktik nun eine entscheidende Rolle. Sind alle Steine verteilt, werden die Steine der Gesellschaften zu Sets unterschiedlicher Farbe zusammengestellt, was den Erlös pro Anteil ergibt. Dabei ist ein Set umso wertvoller, je mehr verschiedenfarbige Steine es enthält (ein Stein = 10 Dollar, zwei verschiedene = 30 Dollar,... fünf verschiedene = 150 Dollar).

Nachdem die Erlöse aus der Schlusswertung ausgezahlt sind, steht der Sieger fest. Es ist, wie könnte es anders sein, der Spieler mit dem meisten Geld.

Spieletester

10.01.2011

Fazit

Steel Driver ist ein Wirtschaftsspiel, das sich als Thema den Bau der Eisenbahn ausgesucht hat. Damit ist es eines von vielen und läuft Gefahr, in der Masse unterzugehen. Dabei hat es sehr gute Ideen zu bieten und ist sicher besser als viele andere! Vorherrschendes Element ist definitiv die Taktik. Niemand kann sich darauf herausreden, dass er wegen fehlendem Glück verloren hat; solches gibt es nämlich nicht. Alle Aktionen werden von den Spielern bestimmt. Das geht schon los bei der Höhe der Gebote. Das siegreiche Gebot bestimmt nämlich zugleich, wie viel die Gesellschaft in den Streckenausbau investieren kann. Hier frühzeitig zu passen und einen Spieler mit einem mickrigen Gebot gewinnen zu lassen, kann dessen Strategie mächtig durcheinanderwirbeln. Der Spielplan ist etwas nüchtern gehalten, aber einwandfrei funktional. Der erste Eindruck erinnert ein wenig an ein vereinfachtes Funkenschlag, wo ebenfalls viele Städte mit verschieden wertvollen Verbindungen aneinander gekettet sind. Wie schon gesagt ist die Schlusswertung das entscheidende Element, die während des Spiels gesammelten Beträge nur Peanuts. Viel wichtiger ist es also, während des Spiels viele Anteilssteine zu sammeln und die Strecke in viele verschiedenfarbige Gebiete zu lotsen. Das verspricht gleichzeitig am Spielende entscheidend in die Verteilung der Warensteine einzugreifen und so den Wert der Anteile zu bestimmen. So findet ein schönes Spiel, das eine bis eineinhalb Stunden Spaß bietet, ein überstürztes und oft überraschendes Ende. Das hat es eigentlich nicht verdient. Wenn man nicht gewonnen hat stellt sich die Frage: Wie könnte man es beim nächsten Mal besser machen? Eine interessante Frage, die sich aber nur schwer beantworten lässt. Die Einflüsse der einzelnen Aktionen auf das Resultat lassen sich nicht mehr nachvollziehen. Das englischsprachige Original ist unter demselben Titel 2008 bei Treefroggames erschienen.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 6
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 75 Minuten
Preis: 25,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2009
Verlag: Pegasus Spiele
Genre: Wirtschaft
Zubehör:

1 Spielplan, 6 Kontrollsteine, 30 Anteilssteine, 12 Gesellschaftsmarker, 102 Schienen, 3 Spielmarker, 60 Investitionssteine, 38 Warensteine, Spielgeld, 1 Anleitung

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