Opera

Schachtel und Name des Spiels lassen keinen Zweifel aufkommen: Hier dreht sich alles um die Oper. Ein ungewöhnliches Thema für ein Spiel! Darum sind wir umso gespannter, was uns hier erwartet.

Jeder Spieler verkörpert eine Familie, die als Förderer der Oper auftritt. Wie immer geht es um das liebe Geld, das wir bereitstellen wollen; natürlich nicht ohne Gegenleistung. Im weiteren Verlauf der Runde erhalten wir unser Geld (hoffentlich) mit Gewinn zurück. Und noch viel wichtiger: unser Ruhm vermehrt sich.

Somit ist Phase 1 schon vorweggenommen worden: Wir pumpen einen Teil unseres Privatvermögens ins Budget der Oper. Mit diesem Budget können die sechs Charaktere bezahlt werden. Sie erlauben es uns unsere Opernhäuser auszubauen, neue Opern zur Aufführung zu bringen, am königlichen Hof zu spielen, Einkünfte zu verdoppeln,... Hier kommt die Kostenexplosion: Einige dieser Aktionen fordern neuerlichen Kapitaleinsatz. Der kommt aber nicht aus dem Budget, sondern wieder aus unserer Privatschatulle.
Aha! Die erste taktische Hürde: die richtige Mischung zwischen Geld im Budget und Geld hinter dem Sichtschirm zu finden.

Immer nur ein Spieler kann einen Charakter anheuern. Mitunter erlaubt der Charakter aber, dass andere Spieler dessen Fähigkeiten mitnutzen. Um dies zu kennzeichnen, sind die Budgetmarker auf einer Seite mit einem Aufkleber versehen. Die Spielerreihenfolge ist nämlich nicht reihum, sondern es ist immer der Spieler mit dem meisten Restbudget als nächster an der Reihe.
Aha! Auch hier eine Menge Raum für taktisches Geplänkel. Die Reihenfolge der gewählten Aktionen kann von entscheidender Bedeutung sein.

Kann oder will kein Spieler mehr Aktionen setzen, erhalten wir Einkünfte für unsere Opernhäuser. Je größer und voller sie besetzt sind, deste höher der Gewinn. Nun ist auch schon das Ende der Runde da, das in allen neun Spielrunden gleich abläuft. Wichtigster Punkt: Die Reihenfolge in der Ruhmesleiste der Komponisten wird manipuliert (was übrigens auch mit einer der Aktionen möglich ist). Die aktuelle Beliebtheit eines Komponisten entscheidet darüber, wie teuer seine Musikstücke sind, wie viel Geld/Punkte eine solche Aufführung am Königshof bringt,... Außerdem ist der Ruhm wichtig für die Wertungen, die nach jeder dritten Runde stattfinden: Man bekommt Punkte für jene Musikstücke, die sich in den Hauptsälen unserer Opern befinden. Außerdem hat jede Wertung ihren ganz speziellen Komponisten, der Bonuspunkte einbringt.

Je weiter das Spiel fortgeschritten ist, desto mehr Opernhäuser stehen zur Verfügung. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Spieler in jeder Stadt aktiv werden könnte.
Aha! Auch das bietet Platz für taktische Überlegungen. Sich vorzeitig ein neues Opernhaus zu sichern, kann den Gegner vom Bau in dieser Stadt abhalten. Das ist wichtig, wenn man bedenkt, dass manche Aktionen ortsgebunden sind, wie zum Beispiel die Verdopplung der Einkünfte, die immer für alle Opernhäuser einer Stadt gilt, also für alle Spieler, die dort ein Opernhaus besitzen.

Nach der neunten Runde, und somit nach der dritten Wertung, ist das Spiel vorrüber und der Sieger steht fest. Es ist dies der Spieler mit den meisten Siegpunkten. Im Falle eines Gleichstandes gewinnt der Spieler, der mehr Budget übrig hat.

Spieletester

05.07.2010

Fazit

Mit Opera liegt ein klar taktisch ausgerichtetes Spiel vor uns, das als typisches Mangelspiel tituliert werden darf. Am liebsten würde ich überall gleichzeitig tätig werden, aber (vor allem in den ersten Runden, wo das Geld noch knapp ist) dafür reichen meine Mittel bei weitem nicht aus. Man muss sich also eine längerfristige Taktik zurechtlegen, die aber von überraschenden Aktivitäten der Mitspieler durcheinander gewirbelt werden kann. Das richtige Gespür für die aktuelle Situation ist also wichtig. Trotzdem bleibt der Eindruck dass am Anfang viel zu wenig da ist, während sich gegen Spielende das Füllhorn unaufhörlich über einem ausschüttet. Deshalb kommt wenig Spannung auf, weil sich das Spiel zuerst zieht und man zum Schluss fast nichts falsch machen kann (da man genug Geld für alles auf einmal hat). Was mich am Spiel am meisten gestört hat: Dass das Thema absolut gar keinen Bezug zu den Abläufen hat. Somit fehlt die Atmosphäre. Mitunter wäre man besser beraten gewesen, dieses Spiel als abstraktes Spiel zu verkaufen, als ihm ein Pseudothema überzustülpen, das die Erwartungen auch nicht ansatzweise erfüllen kann. Weitere Kritikpunkte die angemerkt wurden: Die dunkel und düster gehaltene Grafik (inklusive der wenig intuitiven Piktogramme) sowie die sehr minimalistische Kurzanleitung auf der Innenseite der Sichtschirme. Dass es nur sehr wenige Wertungen gibt, bei denen man zudem rund die Hälfte der Punkte bei der letzten Wertung als Schlusspunkt des Spiels macht, ist nur mehr das Tüpfelchen auf dem i. Man hat überhaupt keine Übersicht, wo man eigentlich steht, es kann schon mal vorkommen, dass man em Ende nicht weiß, warum man (nicht) gewonnen hat. Das Spiel Opera ist für Personen zu empfehlen, die + nichts gegen eine hohe Spieldauer einzuwenden haben + sich gerne den Kopf über die beste Verwendung ihres Geldes zerbrechen + mal ein anderes Spielthema möchten Lieber die Finger vom Spiel lassen sollten all jene, die - Atmosphäre im Spiel haben wollen - lang anhaltende Spannung suchen - einen Zusammenhang zwischen Thema und Spielgeschehen suchen
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 120 Minuten
Preis: 25,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2009
Autor: Hans van Tol
Grafiker: Volkan Baga
Genre: Strategie
Zubehör:

1 Spielplan, 1 Rundenmarker, 3 Spielfiguren, 38 Gebäudetafeln, 6 Komponistentafeln, 6 Charaktertafeln, 84 Musikstücke, 4 Hauskomponisten, 4 Punktemarker, 4 Budgetmarker (mit Aufkleber), 4 Sichtschirme, 54 Dukaten, 4 Endemarker, 1 Anleitung

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