Akropolis

Mit Griechenland verbinde ich
Retsina,
Moussaka,
Metaxa (in dieser Reihenfolge)
und die Akropolis in Athen.
In diesem Spiel bauen sich die Spieler eine eigene Stadt mit eventuell aufgesetzter Akropolis.
Große Grundfläche ist nicht alles, auch auf die Höhe kommt es an.
Das bringt zweierlei:
  • Überbaute Steinbrüche bringen Steine
  • Höher gelegene Stadtviertel bringen Punkte

Elf Plättchenstapel

Die Stadtbauplättchen bestehen aus drei zusammengebauten Hex-Feldern.
Welche für die jeweilige Spieleranzahl zu verwenden sind ist auf deren Rückseite vermerkt.
Die richtige Auswahl garantiert ausgewogene Verhältnisse der fünf verschiedenen Stadtviertel sowie der dazu passenden Agoras und der Steinbrüche. Dann stimmen die Tatsachen mit den Informationen auf den Übersichtskarten überein.
Natürlich wäre auch eine komplett zufällige Plättchenauswahl denkbar.
Dazu braucht man je nach Spielerzahl 33, 44 oder 55 Plättchen für die elf Stapel sowie vier, fünf oder sechs Plättchen für die Startauslage. Die Stadt jedes Spieler beginnt mit einem Startplättchen, das ist für alle gleich, der Startspieler bekommt einen Steinblock und den Startspielermarker (=Bauleitungsmarker) in Form einer ionischen Säule, jeder weitere in Spielrichtung bekommt einen Steinblock mehr.

Doppelzüge für den Bauleiter

Die Plättchenauslage hat einen Beginn und ein Ende.
Das erste Plättchen ist gratis, der Zugriff auf andere kostet pro übersprungenem Plättchen einen Steinblock. Der Kauf von Plättchen wird allerdings erst in der zweiten Spielhälfte wirklich sinnvoll. Erst dann weiß man genau, was in der eigenen Stadt noch fehlt. Zumeist sind das Agoras in passenden Farben, die Multiplikationen der Siegpunkte der Stadtviertel garantieren.
Weil lange Zeit der Kauf keine einträgliche Option ist nimmt der aktive Spieler nahezu immer das erste, kostenlose Plättchen und legt es in seine Akropolis.
Damit wird das nächste Plättchen zum ersten Plättchen und damit gratis.
Und so weiter.
Das geht schnell.
Der Bauleiter macht immer den ersten und auch den letzten Zug einer Runde.
Dann wandert der Bauleitermarker eine Position weiter, das verschmähte Plättchen wandert an die Stelle "Ich bin gratis!" und die Auslage wird aufgefüllt.

Die Bauregeln

Plättchen müssen in der ersten Ebene an zumindest ein anderes Plättchen anliegen.
Wird in einer höheren Ebene gebaut, darf das Plättchen nicht genau ein anderes Plättchen abdecken sondern muss auf zumindest zwei Plättchen zu liegen kommen.
Außerdem darf ein Plättchen nicht über einem leeren Bauplatz hängen.
Das war's schon.
Jeder überbaute Steinbruch bringt einen Steinblock.
Einfach, schnell zu kapieren und gut den Mitspielern zu vermitteln.

Wie punktet welches Stadtviertel?

Blaue Wohnviertel sind in großer, zusammenhängender Gemeinschaft gefragt.
Gelbe Marktviertel wollen nicht in unmittelbarer Nähe zur Konkurrenz sein.
Rote Kasernenviertel brauchen eine freie Außengrenze.
Violette Tempelviertel wollen komplett umbaut sein, das kennen wir von den Klöstern bei Carcassonne.
Grüne Gartenviertel sind super, egal wo sie sind.

In der untersten Ebene zählt ein Plättchen immer nur einen Punkt.
Weiter oben gibt es den sogenannten Lagebonus.
In zweiter Ebene bringt ein Viertel zwei, in dritter Ebene drei Punkte und weiter oben wird die Luft schon sehr dünn und in meinen Partien hat niemand in Ebene vier bauen können.
Das ist auch der Bauregel geschuldet.

Wichtig:
Ohne Agora mit ihren multiplizierenden Sternen ist ein Stadtviertel nichts wert.
Zero.
Niente.
Null.
Nix.

Die Agoras...

...in den Farben der Stadtviertel bringen nur Sterne mit.
Die sind aber wirklich nötig, ohne Agora multipliziert man den Wert der Stadtviertel mit Null und da kommt bekanntlich Null heraus. Daher werden die Steinblöcke immer dann gerne ausgegeben, wenn Agoras in der Auslage liegen und diese in der eigenen Akropolis noch fehlen.
Hat man Pech bleibt der Multiplikator aber aus und man selbst punktelos auf einem wertvollen Stadtviertel sitzen.
Dann platzt die Immobilienblase.
Wenn die Auslage nicht mehr aufgefüllt werden kann endet das Spiel.
Die Wertung selbst ist rasch auf dem beiliegenden Block abgehandelt.
Steinblöcke bringen am Ende noch je einen Punkt und entscheiden bei Punktegleichstand zu Gunsten des Siegers.

Spieletester

05.04.2023

Fazit

Der Bau der Akropolis geht flott von der Hand.
Die Strategie entwickelt sich erst im Lauf der Partie, kann dann aber relativ gut verfolgt werden.
Die Regeln bieten keinerlei Fallstricke, das Material ist absolut hochwertig, das Schachtelinlay ist sehr
überlegt gemacht und obwohl das Spiel nichts neu erfindet, macht es viel Spaß und wegen der relativ kurzen
Spieldauer von um die 30-40 Minuten bei vier Spielern findet sich meist sofort Zeit für eine Revanchepartie.

Manchmal tut es unglaublich gut, nicht dreimal ums Eck denken zu müssen.
Manchmal tut es wahnsinnig gut, keine Materialflut zügeln zu müssen.
Manchmal tut es irre gut, eine eigene Akropolis zu bauen.
Mit Retsina, Moussaka und Metaxa (in dieser Reihenfolge).

Philosophischer Nachsatz, um auch was Negatives zu sagen:
Der Satz: "Sobald ihr den Bauplatz nicht mehr auffüllen könnt, wir das Ende der Partie eingeläutet" stimmt nicht so richtig.
Richtiger wäre vielleicht: "Sobald ihr den Bauplatz nicht mehr auffüllen könnt, endet die Partie mit der Wertung".
Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Großartiges Material
  • Extrem dicke Kartonplättchen
  • Sehr überlegtes Schachtelinlay aus Karton
  • Einfacher Ablauf
  • Interessante Zwänge
  • Experten-Wertungsoptionen für jedes Stadtviertel

Minus

  • Retsina, Moussaka und Metaxa werden nicht mitgeliefert :-)

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
Preis: 30,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2022
Autor: Jules Messaud
Grafiker: Pauline Detraz
Zubehör:

61 Stadtplättchen, 4 Startplättchen, 4 Übersichtskarten, 1 Wertungsblock, 40 Steinblöcke, 1 Bauleitungsmarker, Spielanleitung und 1 Münze (die nirgends erwähnt wird)

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