Wilde Serengeti

Die Serengeti ist ein großer, afrikanischer Nationalpark. Millionen von Tieren wohnen dort, perfekte Grundlage für Tierdokumentationen. Macht euch auf den Weg, um selbst der bedeutendste Tierfilmer zu werden!

Spielidee

Wilde Serengeti ist ein Worker-Placement-Spiel. Ziel ist, durch den Dreh von Filmszenen Erfolg zu sammeln. Hierbei ist zwischen Szenen zu unterscheiden, die sofort Ruhm bringen, und solchen, die mir die potentielle Grundlage für späteren Ruhm, sowie diverse Nachschübe, bringen. Die Spieler spielen reihum und dürfen Aktionen wählen, bis sie sich keine mehr leisten können oder wollen. Es kann also durchaus sein, dass nicht alle Spieler gleich viele Züge in der Runde machen.

Spielablauf

Durch das Einsetzen meiner Kamerafigur wähle ich Aktionen. Wichtigste Aktion ist sicherlich das Einsetzen neuer und verschieben bereits gesetzter Tiere. Denn nur wenn Tiere am Spielplan stehen, kann ich die Szenen aus dem Drehplan aufnehmen. Den Drehplan zu erweitern, ist eine weitere Aktionsmöglichkeit.
Apropos Tiere am Spielplan: Der Vorrat an Tieren ist begrenzt, außerdem darf immer nur ein Tier pro Feld stehen. Szenen zu erfüllen, kann also schwierig werden. Das Spiel hilft dadurch, dass gewisse Gebiete vor der vierten, fünften und sechsten Runde wieder leergeräumt werden.

Wie sehen Szenen aus? Es gibt drei Arten, für die man den Spielplan ansehen muss: Dieser ist 7x7 Felder groß, jedem Feld ist eine Landschaftsart zugewiesen. In einer Szenenart müssen die abgebildeten Tiere, in der richtigen Reihenfolge, in einer Reihe oder Spalte zu finden sein. Bei manchen Tieren ist zudem eine Landschaftsart vorgeschrieben, auf der sie stehen müssen. Eine andere Szenenart fordert direkt angrenzend stehende Tiere (wieder mit möglichen Landschaftseingrenzungen), die dritte lediglich Tiere auf bestimmten Landschaften, die irgendwo am Spielplan verteilt stehen können.

Belohnungen für gedrehte Szenen

Jede Szenenkarte zeigt Tiere. Das ist für die Wertungen nach der dritten und fünften Runde wichtig: Wer jeweils die meisten Tiere einer bestimmten, am Spielbeginn festgelegten hat, erhält eine Sonderprämie.
Viele Karten zeigen Sterne. Diese sind gleichbedeutend mit Siegpunkten. Oft ist deren Anzahl fix, in anderen Fällen sind die Sterne variabel, von gesammelten Symbolen abhängig.
Einige Karten zeigen keine Sterne und "nur" Symbole, andere beides. Durch Symbole kann ich die Erträge der soeben erwähnten, variablen Szenen erhöhen. Ich kann aber auch Futter, Tatzen, Herzen, Diamanten und Filmeffekte sammeln. Diese bringen mir früher oder später einen Vorteil.

Futtersymbole etwa, bringen mir am Beginn jeder Runde Futtemarken. Mit diesen kann ich Tiere verschieben, ohne eine Aktion dafür aufwenden zu müssen. Mit Filmeffekten kann ich Landschaftsvorgaben von Tieren ignorieren. Tatzen darf ich bei den Wertung behandeln, als hätte ich das gesuchte Tier ein weiteres Mal vor der Linse gehabt. Herzen bringen am Spielende Punkte, abhängig von deren gesammelter Anzahl. Und Szenen mit Diamanten qualifizieren fix für recht hohe Einkünfte.

Spielende

Nach der sechsten Runde endet eine Partie Wilde Serengeti. Wer den meisten Ruhm sammeln konnte, gewinnt das Spiel.

Spielvarianten

Das Spiel ist grundsätzlich für vier Personen gestaltet. Spielen weniger Personen mit, werden einige Aktionsfelder abgedeckt und stehen somit nicht zur Verfügung. Sogar alleine oder kooperativ kann man ans Werk gehen, dann aber nur in Verbindung mit den Szenarien. In einem der sechs Szenarien wird etwa verlangt, dass man am Anfang nicht zu viele Punkte macht, aber am Ende dann sehr wohl ein dickes Punktepolster haben muss. Ein anderes Szenario besagt, dass der unerfüllte Teil meines Drehplans nicht zu groß werden darf, aber trotzdem am Ende ein bestimmter Punktesaldo erreicht wird.

Wer schon ein erfahrener Spieler ist, kann die Koryphäen-Karten ins Spiel bringen. Sie zeigen spezielle Vorlieben/ Fähigkeiten. Da gibt es besondere Kameramänner, Effektspezialisten, Synchronsprecher... aber auch Social Media-Personen, die unsere Arbeit hypen können. So entsteht ein etwas asymmetrisches Spiel, gegenüber dem symmetrischen Grundspiel.

Spieletester

23.06.2023

Fazit

Wilde Serengeti besticht durch herausragende Gestaltung. Die Holzfiguren sind extrem fein und farbenfroh. Das heißt aber leider auch, dass sie etwas sensibel sind und Teile abbrechen können. Bei mir haben schon ab Werk ein Elefantenschwänzchen und eine Jaguarpfote gefehlt. Doch halt was ist das? Die Ausstattung ist doch nicht durchgehend Spitzenklasse. Denn vor allem die Gebietssymbole auf den Szenenkarten sind so winzig gedruckt, dass man sich gerne mal verschaut, die Mitspieler fragt oder im ersten Moment etwas übersieht. Interessanterweise werden die Symbole auf manchem Karten durch Farbe unterstützt, aber auch dort ist bei Kunstlicht das Blau nur schwer von Schwarz zu unterscheiden.

Die Spielanleitung ist eher umfangreich, aber reich bebildert und ziemlich lückenlos. Das Spiel ist definitiv taktisch angelegt, ohne aber komplex zu werden. Ganz im Gegenteil: Es ist in der Basisversion fast schon zu einfach bzw. zu lang. Man muss schon 30 bis 45 Minuten pro Spieler einkalkulieren, vor allem wenn Grübler am Tisch sitzen. Bei vielen Spielern hat man entsprechend Downtime, wenn alles überlegt werden muss. Das passiert unter anderem, weil das Spielbrett sich von einem Zug zum nächsten stark verändern kann. Wenn ich an die Reihe komme, muss ich also durchschauen: Welche Szene ist wie gut erfüllt, (wie) kann ich sie abschließen? In der letzten Runde sind einige Aufträge im Spiel, die fast nichts mehr bringen. Das lässt die Spannung gegen Ende etwas abfallen.

Hinter Wilde Serengeti steckt eine solide Grundidee, aber das gewisse Etwas vermisse ich.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Großartige Spielfiguren
  • Sehr gute Spielanleitung

Minus

  • sehr kleine Piktogramme auf den Karten
  • hohe Spieldauer/ Wartezeiten, v.a. bei voller Besetzung und wenn Grübler am Tisch sitzen
  • der Spannungsbogen fällt gegen Ende
  • man fühlt sich zeitweise wie in einem Solospiel, denn man muss auf so viel achten, dass man nicht auch noch "gegen die anderen" planen kann

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 45 bis 120 Minuten
Preis: 49,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2022
Autor: Gunho Kim
Grafiker: Sophia Kang
Zubehör:

1 doppelseitiger Spielplan
1 Aktionsübersicht
1 Rundenanzeiger
1 Startspielermarker
168 Szenenkarten
12 Wanderungskarten
14 Koryphäenkarten
12 Preiskarten
4 Übersichtskarten
50 Münzmarker
40 Effektmarker
40 Futtermarker
4 Zählmarker
8 Sperrmarker
4 Galeriebalken
37 Tierfiguren
8 Kamerafiguren
1 Spielanleitung

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