Die Reisbauern

In meinem Wohnort Gerasdorf wird Reis angebaut.
Im Trockenanbau.
Gregor macht das so nebenbei.
Die Spieldauer von Die Reisbauern passt dazu, man spielt es so nebenbei.

Man muss sich die wenigen Aktionen, die man mit den 18 Karten des Grundspiels hat, allerdings gut überlegen. 
Das beginnt schon bei der Startauslage.
Zwei Karten bekommt jeder, davon wird eine als Vorfahre mit einer speziellen Eigenschaft, die andere als Beginn der persönlichen Reisfarm ausgelegt.
Die anderen 14 Karten liegen als verdeckter Stapel aus (verdeckt heißt mit der Vorfahren-Seite nach oben), abwechselnd zieht jeder eine Karte, bis der Stapel leer ist und jeder der beiden Spieler sieben Handkarten hat.

Die Vorfahren

Jeder Vorfahre - quasi Mutter, Großmutter, Vater und Großvater von Gregor - bringt einen anderen Bonus in die Reisfarm ein. Diese Fähigkeit verändert die Taktik und bringt so immer wieder neue Überlegungen ins Spiel.
Auf der Vorfahren-Karte wird auch der aktuelle Punktestand mit zwei Markern - einem für die Zehner, einem für die Einer - nachgehalten. Diese Marker verrutschen sehr leicht, als Notlösung kann man das aber akzeptieren.

Der Reisanbau

Die Reisanbau-Seite jeder Karte zeigt eine komplette Parzelle - quadratische Bereiche, die durch braune Wege oder dunkelgrüne Gitterlinien abgetrennt sind - sowie Teile von offenen Parzellen. Im weiteren Spiel ist es das Ziel beider Spieler, die eigene Reisfarm so gewinnträchtig als möglich auszubauen. Einerseits werden dabei stets abgeschlossene Reisfelder gewertet, andererseits versucht jeder, die Vorgabe des Vorfahren zu nutzen.
Zudem bringen Hütten, Bauern und Wasserbüffel in abgeschlossenen Reisfeldern Punkte.
Die Reisfelder selbst bringen 2 bis 11 Punkte für eine bis fünf abgeschlossene Parzellen. 
Das alles passiert in der Regenzeit und der anschließenden Trockenzeit.

Drafting in der Regenzeit

Jeder Spieler wählt eine seiner Handkarten und vergrößert damit seine Reisfarm. Gewisse Legeregeln sind dabei einzuhalten.
Eine zweite Karte legt jeder in die offene gemeinsam Auslage der Karten für die Trockenzeit. Danach werden die restlichen Karten mit dem Gegenspieler getauscht. Dieser Vorgang wiederholt sich,  bis jeder nur noch eine Handkarte besitzt und sechs Karten für die Trockenzeit ausliegen. Die letzte Handkarte wird ebenso noch getauscht und verbaut.

Auswahl in der Trockenzeit

Der Spieler, der nach der Regenzeit weniger Punkte gesammelt hat, beginnt und hat ersten Zugriff auf eine der sechs Karten der Auslage. Danach wird immer abwechselnd genommen und angelegt, bis die Auslage leer ist und die finale Wertung abzuhandeln ist.
Punkte gibt es dann für komplettierte Reisfelder, Abzüge für Büffel in nicht abgeschlossenen Feldern.

Zwei kleine Erweiterungen stecken schon mit in der Schachtel. 
Die vier Flusskarten für das Wasserfestival bilden die gemeinsame Basis, auf einer Seite baue ich, auf der anderen Seite du. Bei der Wertung entscheiden dann gewisse Mehrheiten links und rechts vom Flussufer über entsprechende Punkte.
Die beiden Vertragskarten für die Jasminreis & Ingwerreis - Erweiterung werden nach der Regenzeit zugeteilt. 
Wer vor der Trockenzeit mehr Siegpunkte hat bekommt den Jasminvertrag, damit sofort zehn Punkte minus je einem pro Bauer in der eigenen Reisfarm.
Der Besitzer des Ingwerreis-Vertrags bekommt zusätzliche zwei Punkte für jedes während der Trockenzeit abgeschlossene Reisfeld.

Spieletester

28.09.2022

Fazit

Der zweistufige und dabei jeweils unterschiedliche Mechanismus ist durchaus interessant. 
Mit der in der Regenzeit erfolgten Auswahl der Karten für die Trockenzeit scheint Planung für die zweite Bauphase möglich. Bei der Kürze des Spiels ist es aber auch wenig problematisch, wenn die Planung dann doch nicht so klappt.
Spieler mit einem Faible für Legespiele in der Tradition von Carcassonne und ähnlichen sollten gewisse Vorteile haben, wirklich große Überlegungen scheinen aber nicht unbedingt sinnvoll.
Es geht um den stets aktuell besten Zug.

Von den beiden Erweiterungen verändert das Wasserfestival das Spiel sehr deutlich, es wird verkopfter und die Wertung ist unnötig verkompliziert. Die gefällt uns nicht wirklich.

Jasmin und Ingwer verändern das Spiel kaum. Was man aber tun kann: Das Abschließen von Reisfeldern auf die Trockenzeit verschieben, wenn man gute Chancen auf den Ingwerreis-Vertrag hat.
Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Kurze Spieldauer
  • Kurze Regel
  • Unterschiedliche Mechanismen für Regenzeit und Trockenzeit

Minus

  • Schwache Grafik
  • Man hat nicht das Gefühl Reis anzubauen
  • Unnötige Erweiterungen

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 15 bis 20 Minuten
Preis: 10,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2022
Verlag: Frosted Games
Autor: Corry Damey
Zubehör:

25 Karten: 18 Karten (Grundspiel), 4 Flusskarten (Erweiterung: Das Wasserfestival), 2 Vertragskarten (Erweiterung: Jasmin & Ingwer), 1 Übersichtskarte, 4 Holzscheiben (Punktemarker), Spielanleitung

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