Just Wild

Jede Spieler verkörpert eine bedrohte Tierart. Je mehr entsprechende Tiere am Spielende sichtbar sind, desto erfolgreicher war der Spieler.

Spielaufbau

Alle Spieler haben identische Kartensets, jeder von einer anderen Tierart. Die Karten sind doppelt so lang wie breit und tragen verschiedene Zahlenwerte. Die beiden Hälften der Vorderseite zeigen identische Ziffern. Auf der Rückseite gibt es unterschiedliche Ziffern, die, in den meisten Fällen, in Summe die Ziffe auf der Vorderseite ergeben. Drei Karten nimmt man auf die Hand. Weiters hat jeder Spieler fünf Chips für seine Tierart.
Von jedem Spieler nimmt man eine weitere Karte, diese werden aneinandergereiht in die Tischmitte gelegt.

Spielablauf

Nun geht es reihum: Wer an die Reihe kommt, spielt eine Karte. Man darf die Auslage mit einer verdeckten Karte erweitern, oder bereits ausliegende Kartenhälften mit einer offen Karte verdecken. Bei Letzterem muss man so legen, dass zwei Hälften unterschiedlicher Karten belegt werden. Außerdem muss man eine Karte mit einem Wert nutzen, der genau der Summe der beiden verdeckten Kartenhälften entspricht. Ist die Summe größer als zehn, gibt es keine passenden Karten. Man konzentriert sich dann auf die Einerstelle und legt zusätzlich eine Karte vom Nachziehstapel als Erweiterung der Auslage auf den Tisch.
Es gibt spezielle Karten mit Tierkindern. Solche Kartenhälften können im Moment des Ausspielens mit einem Chip belegt werden, wodurch sie vor dem Überbauen geschützt sind. Der Einsatz der Chips will wohlüberlegt sein, da man nur halb so viele Chips hat, wie Kartenhälften den Einsatz erlauben würden.

Spielende

Hat ein Spieler seine letzte Karte angelegt, ermittelt er sein Ergebnis: Man zählt, wie viele Kartenhälften der eigenen Farbe sichtbar offen liegen. Dann spielen die anderen Spieler weiter, bis alle gewertet haben. Der Spieler mit der höchsten Wertung gewinnt. Bei Gleichstand gewinnt, wer weniger Chips eingesetzt hat.

Spieletester

19.03.2022

Fazit

Es braucht etwas Glück, um die richtigen Karten auf der Hand zu halten. Wer nämlich keine passende Karte zum "Schlagen" hat, muss eine verdeckte Karte legen, was am Ende sicher keine Punkte bringt. Oder man kann nur so schlagen, dass man eine zusätzliche, verdeckte Karte legen muss. Unter anderem resultiert daraus, dass die Spieler unterschiedlich viele Züge machen. Aber natürlich wirkt es sich auch auf das Spielergebnis aus.

Apropos verdeckte Karten: Die Spielanleitung beschreibt, dass die beiden Rückseiten-Hälften in Summe den Wert der Vorderseiten-Hälften wiederspiegelt. Das ist leider nicht ganz richtig, da Vorderseiten mit den Werten 1 und 2 ebenfalls eine Summen-Rückseite von 3 aufweisen. Für höhere Vorderseiten ist es korrekt.

Die Spielanleitung ist überhaupt so eine Sache, mit der ich mich wenig anfreunden konnte: Sie schafft es nicht, Neulinge von ihrem Standort abzuholen. Einige Dinge muss man sich aus dem Kontext zusammenreimen. Zum Nachschlagen, wenn man schon mal gespielt hat, ist sie aber sehr gut. Somit ist zu mutmaßen, dass der "externe Lektor" gefehlt hat.

Insgesamt ist Just Wild ein Spiel, bei dem es beschaulich zugeht. Große Höhepunkte sucht man vergebens.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • wichtiges Thema
  • viel Symbolik, die schlecht sehende Spieler unterstützt

Minus

  • Schwächen in der Spielanleitung
  • ein Spiel ohne Höhepunkte

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 15 bis 30 Minuten
Preis: 19,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2021
Verlag: Helvetiq
Grafiker: Salomé Gautier
Genre: Legen
Zubehör:

80 Karten
24 Chips
1 Anleitung

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