Doodle Dungeon

Lasst uns verkehrte Welt spielen.
Einmal nicht als Held durch den Dungeon schleichen, sondern als Dungeonbesitzer den hauseigenen Monstern das Vermöbeln des Heldeneindringling befehlen.
Cool.

Karten bestimmen, was in meinem Dungeon aus 10 x 8 Feldern eingetragen werden muss.
Für den aktuellen Startspieler - der Startspitzer liegt vor ihm aus - gibt es eine Karte mehr als Spieler mitspielen zur Auswahl. Mauern, Fallen, Goblins, Orks oder Drachen sowie Fallen sind direkt im Dungeon einzuzeichnen, Schätze werden geheim auf einem Schatz- und Wertungsblatt mit Koordinaten (B5 oder F8 - Schiffe versenken lässt grüßen) eingetragen.

Karten können aber mehr. Jede Karte hat neben dem Baumaterialbereich auch einen Aktionsbereich.
Beides wird später benötigt um die eigenen Monster zu stärken und damit den Dungeon und seine Schätze zu schützen (blaue Karten) oder um die Helden in den gegnerischen Dungeons zu stärken, um möglichst viele gegnerische Monster zu plätten (rote Karten).

Karten liefern im Baubereich zudem Aufwertungen, mit denen die Stärke der Monster erhöht werden kann. Weiters kann die Wirksamkeit von Fallen gesteigert sowie die Wertigkeit von Schätzen aufgewertet werden. Wichtigste Verbesserung jedoch ist die Anzahl der Handkarten, die man später während der Verteidigung des eigenen Dungeons halten darf.

Daraus lässt sich schon ableiten, dass nicht nur die Baufunktion der Karte zu beachten ist sondern auch die verfügbare Aktion. 

Das DuBauG

Das DungeonBauGesetz - alles amtlich und behördlich abgesegnet - regelt genau, wie Mauern zu setzen sind, wo Monster erlaubt sind und wo nicht, wo Fallen erlaubt sind und wo nicht und schreibt genau vor, dass einerseits jedes Feld, das nicht durch Mauern bebaut ist, durch einen Weg von Eingang und Ausgang erreicht werden und dieser Weg durchgängig möglich sein muss.
Das DuBauG ist genauso witzig abgefasst wie die ganze Spielregel.
Das kann nicht von Beamten geschrieben worden sein.

Das DuBauG regelt auch, dass Schätze, die am Ende auf Feldern ohne beschützendes Monster versteckt wurden, aus dem Dungeon entfernt werden. Das ist nicht nur schade, sondern dumm gelaufen. Manchmal muss man nämlich Schätze verstecken, obwohl noch keine sicheren Plätzchen für ein Versteck verfügbar sind. Wirklich sichere Plätzchen gibt es nämlich generell nicht, man kann lediglich durch kluge, verwirrende, verstörende und vielleicht geisteskranke Verteilung von Mauern, Fallen und Monstern von den Schätzen ablenken.

Das DuBauG regelt zudem, dass die auf der Karte angegebenen Bauelemente von links nach rechts abgearbeitet werden müssen. 

Bluff im Dungeon

Darum geht es auch, wenn man rein die Schätze und deren Verstecke betrachtet. Wer weiß schon, wo ich meine Schätze versteckt habe?
Es kann aber auch durchaus sein, dass ich weitgehend auf Schätze verzichte - ich sehe ja, was das ausliegende Kartenangebot bietet - und versuche vielleicht, lange Wege, die der fiese Plünderer meines Dungeons laufen muss, mit Fallen und starken Monstern zu spicken. Denn nichts ist schöner als diesem Fiesling den Schaden hinzuzufügen, den er verdient. Goblins machen einen, Orks machen zwei und Drachen gar drei Schaden. Dieser wird auf der Leiste mit 20 Herzen nachgehalten. Die Gleichung ist einfach: 1 Schaden = 1 Herz.

Kleine Zeichenschule

Mauern und Fallen sind recht einfach zu zeichnen, die Monster hingegen überfordern so manches Zeichentalent. Meines zum Beispiel. Für diese verspielten Problemfälle hält die Spieleschachtel für jeden Spieler je eine amtliche Dungeonschablone bereit.
Wer darauf verzichten will, für den gibt es am Ende der Anleitung oben erwähnte kleine Zeichenschule für Goblin, Ork und Drache. Aus einer Ellipse wird der Goblin, aus einem Rechteck mit Sprungschanze wird der Ork und aus einem Dreieck oder Herz wird der Drache.
Ich habe es mir noch einfacher gemacht und verwende G für Goblin, O für Ork und D für Drache.
Die Abkürzung GOD gibt auch gleich die Schadenswerte wieder.
G an Stelle 1 = ein Schaden und so weiter.

Nach 14 Runden ist der Dungeon fertig

Es ist natürlich wichtig, dass der in den persönlichen Dungeon einbrechende Held zielgerichtet über die Fallen stolpert und durch die Einschränkung laut DuBauG - jedes Feld darf nur zweimal betreten werden - nicht alle Monster erwischt werden sondern der Held sich überlegen muss, welchen Weg er nimmt. Schätze sollen dann idealerweise dort versteckt werden, wo der Held nicht vorbeikommt oder gegen das Monster verliert.
Der Held verliert bei jeder Monsterbegegnung, wenn der Dungeonbesitzer mit zwei W10 und der aktuellen Monsterstärke - modifizierbar durch Aufwertungen - 20 oder mehr Stärkepunkte erzielt. In dieser Phase darf man seine Monster durch blaue Aktionskarten unterstützen. 
Verliert der Held, verliert er Herzen.
Gewinnt der Held, stirbt das Monster.
Zudem geht dann ein vom Monster geschützter Schatz verloren.

Rote Karten stärken Helden in fremden Dungeon

Nach dem Kampf in meinem Dungeon darf ich anderen Dungeonbesitzer mit roten Aktionskarten das Leben erschweren. Ich stärke den Helden dort, sodass er länger und besser diesen Dungeon plündert und Monster murkst.
Je länger ein Held lebt, desto schlechter für den Dungeonowner.
Überlebt er und findet den Weg zum Ausgang, schlägt sich das negativ in der Bilanz des Dungeonbesitzers nieder. 
Das will keiner.
Ich auch nicht.

Spieletester

01.08.2021

Fazit

Doodle Dungeon ist witzig.
Doodle Dungeon ist ungewöhnlich.
Doodle Dungeon ist manchmal etwas unübersichtlich.
Doodle Dungeon macht aber Spaß, vorallem wenn man die verkehrte Welt mal verstanden und den Rollentausch Held gegen Dungeonbesitzer verinnerlicht hat.
Es darf aber nicht verschwiegen werden, dass es für ein Fun-Spiel mit hohem Glücksfaktor doch etwas lange dauert.
Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Sehr witzige Spielanleitung
  • Nettes Material mit Dungeonschablone und Startspitzer
  • Dicker Block - nicht nur 100 Blatt, sondern doppelseitig bedruckt
  • Unverbrauchtes Spielprinzip
  • Immer wieder anders
  • Mit dem unverzichtbaren DuBauG

Minus

  • Etwas hintenrum. Man ist nicht Held sondern Dungeonbesitzer

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 bis 60 Minuten
Preis: 20,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2021
Verlag: Pegasus Spiele
Autor: Ulrich Blum
Grafiker: John Kovalic
Genre: Aufbauen, Bluff, Glück
Zubehör:

1 Block mit 100 amtlichen Dungeonblättern, 60 Karten, 1 Block mit 100 amtlichen Wertungsblättern, 4 Würfel (10-seitig), 1 Beiblatt, beidseitig (mit dem DungeonBauGesetz und der Aktionsübersicht), 4 amtliche Dungeonschablonen, 4 Heldenfiguren, 1 Startspitzer, 1 Radiergummi, 4 Stifte, Spielanleitung.

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7247 Gesellschaftsspiele-,
1657 Videospielrezensionen
2323 Berichte.