Yin Yang

Im Jahr 475 vor unserer Zeitrechnung begann im alten China die Zeit der Streitenden Reiche. Sieben mächtige Königreiche bekämpften einander und das Leben der Menschen war von großem Leid erfüllt.
Um inneren Frieden zu finden, wandten sich die Menschen den Lehren der Priester des Daoismus zu, die der Orakelkunst mächtig waren und demjenigen ewige Glückseligkeit versprachen, der den Willen der Götter befolgte.

Was passiert?

Wir reisen durch das Land, errichten Tempel, sammeln wertvolle Waren und versuchen dabei, den Willen der Götter zu deuten und ihren Einfluss zu vergrößern. Gleichzeitig müssen wir uns gegen ebenbürtige Gegner behaupten, um am Ende die Vormachtstellung in den Königreichen Chinas zu erlangen. 

Eine Partie verläuft dabei immer über fünf Runden, wobei alle Spieler jeweils vier Phasen abwickeln und nach dem letzten Durchgang ihre Siegpunkte ermitteln. Nachdem zunächst der Wille der Götter ermittelt und auf dem Orakel markiert wurde, werfen die Spieler ihre eigenen sechs Münzen aus dem Schildkrötenpanzer und versuchen, ihr Orakel zu deuten. Dabei bilden sie zwei Dreiergruppen aus ihren Münzen und führen Aktionen des Hohen und Tiefen Orakel durch. 

Danach nehmen die Spieler ihre Münzen und bilden aus den unveränderten Werten jeweils drei Zweiergruppen und platzieren sie auf ihr Tableau im Aktionsbereich. 
Damit werden die eigenen möglichen Züge festgelegt. In Spielerreihenfolge werden nun die dazugehörigen Aktionen ausgeführt. Dabei ist die Vorausplanung des eigenen Zuges nicht ganz ohne, zumal auch das Glück durch den vorherigen Münzwurf zu beachten ist. Manchmal bekommt man halt nicht das, was man gerne hätte, sondern muss nach dem Willen der Götter mit dem klarkommen, was das Orakel für einen bereit hält. Hier gilt es, flexibel zu reagieren und immer einen Plan B in der Tasche zu haben.

Auch der eigene Entwicklungsbereich, in dem die Warensteine aus den Städten abgelegt werden, muss immer im Auge behalten werden. Eine mögliche Verschiebung der dort angeordneten Wertungsplättchen sollte immer im Hinterkopf sein, um am Ende die eigenen Siegpunkte zu optimieren.

Vier Kategorien der Punktevergabe

Sind alle fünf Jahre abgeschlossen, kommt es zu einer Schlusswertung. In den sieben Königreichen werden nun Siegpunkte für die meisten und zweitmeisten Tempel vergeben. Alle Spieler werten danach ihren Entwicklungsbereich aus und bekommen Punkte entsprechend der Wertungsplättchen für alle Reihen, die horizontal, vertikal und diagonal komplett gefüllt sind. Für jede nicht eingesetzte Götterinterventionskarte gibt es zusätzlich zwei Siegpunkte und auch die Spielerreihenfolge wird noch gewertet. Wer dann die höchste Punktzahl hat, ist Yin-Yang-Meister.

Spieletester

04.08.2021

Fazit

Yin Yang ist ein Kennerspiel auf moderatem Niveau. Was dabei sofort ins Auge sticht, ist die hochwertige Materialausstattung, auch wenn uns die messingfarbene Würfelschildkröte nicht überzeugt hat. Auch die Orakelmünzen schauen nett aus, wenn aber ein kleiner Aufkleber zur besseren Unterscheidung der beiden Seiten angebracht werden muss, finde ich es schon nicht mehr so gut. Dies aber nur am Rande, sollte aber erwähnt bleiben.

Das Handling mit den Orakelmünzen und den darauf folgenden Aktionen kann einen schon fordern. Wer in der Spielerreihenfolge hinten liegt, ist dann des öfteren darauf angewiesen, was im Hohen Orakel übrig bleibt, wenn alle anderen Spieler bestimmte Felder bereits abgedeckt und damit blockiert haben. Hier muss man halt flexibel sein, sofern das mit den eigenen Münzkombinationen überhaupt möglich ist.

Yin Yang macht in den Spielrunden am meisten Spaß, in denen alle die vielen kleinen Regeldetails bereits kennen. Mit Grübelspielern könnte das ein langer Abend werden, doch mit allen anderen verfliegt eine Partie wie im Fluge und bringt ordentlich Laune in die Runde. Ich werde immer wieder gerne eine Partie mitspielen, am liebsten zu zweit oder dritt, um die Downtime akzeptabel zu halten.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • wertiges Spielmaterial
  • hoher Wiederspielreiz durch variable Auslage
  • Solo-Regeln

Minus

  • Würfelbecher-Schildkröte unpraktisch
  • kann Grübelphasen auslösen

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 15 Jahren
Spieldauer: 45 bis 75 Minuten
Preis: 65,95 Euro
Erscheinungsjahr: 2020
Verlag: Spielefaible
Autor: DuGoWei
Grafiker: Boyea Lai, YaWei
Zubehör:

1 Schildkrötenpanzer aus Metall
30 Orakelmünzen aus Metall
1 Stoffbeutel
1 doppelseitiges Spielbrett
1 Tai-Chi-Tableau
4 Spieler-Tableaus
16 Götterinterventionskarten
4 Spielerhilfe-Karten
4 Spielfiguren
5 Katastrophen-Steine
8 Yin-Yang-Steine
52 Tempelsteine
68 Waren-Steine (je 17 rote, gelbe und grüne)
40 Aktionsplättchen
40 Wertungsplättchen
7 Reise-Plättchen (für die Solo-Variante)
9 Götterwille-Marker
4 Spielerreihenfolge-Marker
1 Anleitung

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