Astro Drive

Könnt ihr euch noch an die Shoot 'em up-Videospiele erinnern, in denen man mit einem Raumschiff zwischen Asteroiden hindurch manövriert ist? Und da waren Raumschiffe, die es auf einen abgesehen hatten. Dieses Spiel ist jetzt als Brettspiel verfügbar. Zwar ohne fremde Raumschiffe, dafür mit vielen anderen Hindernissen.

Dieses Spiel wird mit englischsprachiger Anleitung geliefert, eine deutsche steht als Download bereit. Das Spielmaterial ist sprachneutral.

Der Weg ist das Ziel

Sechs bis acht Spielplanteile gilt es zu durchfliegen, von denen wir anfangs nur drei kennen. Das Weltall ist keineswegs nur öd und leer, dort gibt es allerhand zu sehen: Planeten, Asteroiden, schwarze Löcher, Wurmlöcher, Energie, Strahlung und Nebel. Erst wenn wir uns ein Stück des Weges gebahnt haben, können wir neue Streckenteile einsehen.

Fliiiiiiiieg!

Jeder Spieler wählt eine seiner Bewegungskarten aus der Hand aus. In altbekannter Robo Rally-Manier darf sich zuerst bewegen, wer die höchste Initiative auf seiner Karte hat. Die Karten geben hierzu Punkte für das Fliegen vorwärts an (diese müssen verbraucht werden), oft auch Punkte für seitliche Bewegung (diese zu verwenden ist freiwillig). Einige Karten tragen zudem Symbole, die mir einen kleinen Vorteil bieten (Schutz, Bewegung, Energie). Sind alle Karten abgehandelt, zieht man eine neue und die nächste Runde startet.

Interaktion mit dem Weltraum

Es gibt Felder, die ich lieber nicht anfliege. Planeten nämlich. Dort kann man nicht landen. Nein, man zerschellt und ist aus dem Spiel! In den Asteroidenschwarm zu fliegen kostet Energie. Hat man zu wenig, so zerschellt man auch hier. Zum Glück gibt es Felder, auf denen der Erstankömmling neue Energie sammeln kann. Schwarze Löcher können mein Raumschiff vom Kurs abbringen, hineinfliegen bedeutet den Tod.

Es ist aber nicht alles schlecht. Zum Beispiel können Wurmlöcher mein Raumschiff quer durch das Universum transportieren. Sowohl vorwärts, als auch rückwärts. Außerdem gibt es Felder, die ich ohne Verbrauch von Bewegungspunkten durchfliegen kann. Dies gilt übrigens auch für durch fremde Raumschiffe besetzte Felder: Sie werden nicht mitgezählt, d.h. meine Bewegung verlängert sich um ein Feld. Für einen Energiewürfel kann man sich übrigens zwei Bewegungspunkte vorwärts oder zwei Bewegungspunkte seitwärts erkaufen.

Ziel der Reise

Wer hofft, am Ende etwas Spezielles zu finden (einen "Endgegner" zum Beispiel), wird enttäuscht: Es ist eine schnöde Ziellinie, die man als Erster überfliegen und somit das Spiel gewinnen will. Wie im restlichen Spiel ist es auch hier so, dass man alle Bewegungspunkte verbrauchen und nicht zerschellen darf. Je nach Ausrichtung der Zielkarte ist das mehr oder weniger einfach.
Das Spiel endet vorzeitig, wenn alle bis auf einen Spieler ausgeschieden sind.

Spieletester

28.04.2019

Fazit

Astro Drive hat es nicht geschafft, zu begeistern. Viel zu oft fliegt man stur geradeaus. Interaktion mit den Spielern? Die sucht man mit der Lupe. Eigentlich ist nur das Verändern der Zugweite da, wenn man über gegnerische Raumschiffe zieht. Das kann ins Auge gehen, wenn man die Kurve nicht mehr kriegt und in einen Planeten einschlägt. Planen kann man das aber fast gar nicht. Dass Spieler jederzeit ausscheiden können, ist natürlich nicht optimal.

Was mir nicht klar wurde: Wonach sind die Initiativwerte der Karten gereiht? Weder nach Zugweite noch Seitenbewegungen, Symbolen...mal kommt man mit starken Karten früh an die Reihe, mal mit schwachen.

Leider lässt die Spielanleitung (alle Sprachen) einige Dinge offen, die erst in einschlägigen Foren von autor- und verlagsnahen Personen beantwortet wurden. Dabei sollte man meinen, dass ein so simpel gestricktes Spiel wenig Fehlerquellen beinhaltet.

Es beschleicht einen das Gefühl, dass alles in einen Pot geworfen und verrührt wurde. Auf das Abschmecken wurde offenbar vergessen.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Grafisch ansprechende Spielplanteile
  • Spielsteine aus Holz

Minus

  • Spieler können früh ausscheiden, müssen dann zusehen
  • Kartenwerte sind alle ähnlich, man hat nicht das Gefühl, wirklich taktieren zu können
  • Lücken in der Spielanleitung

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 15 bis 30 Minuten
Preis: 15,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2018
Verlag: Lautapelit
Grafiker: Sami Saramäki
Zubehör:

19 Weltraumkarten
1 Zielkarte
55 Bewegungskarten
4 Raumschiffmarker
4 Pilotenkarten
15 Energiewürfel
1 Spielanleitung

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