Pocket Sub

Die Spieler übernehmen das Kommando über eine kleine U-Boot Flotte und versuchen durch das Legen von Minen oder im Nahkampf, alle anderen U-Boote auszuschalten. Ein schnelles und kompaktes Spiel, das leider nur in Englisch erhältlich ist.

Beim Öffnen der Schachtel glänzt uns in Klavierlack-Optik eine ansprechende Grafik entgegen. Es findet sich dann überraschend viel Spielmaterial in dem kompakten Karton. Man könnte eigentlich auch sagen „zu viel”. Wir hatten nämlich ein gelbes U-Boot dabei, das es gar nicht geben sollte. Außerdem noch vier Holzteile, wir glauben Flugzeugträger / Kommandozentralen und Sticker, die in der Anleitung nicht erwähnt werden. Aber lieber zu viel als zu wenig Material.

Das Spiel selbst ist recht schnell verstanden, auch wenn die Anleitung einige Regellücken aufweist oder stellenweise unklar ist. Vor Spielbeginn wird ein Spielfeld aus einzelnen Hexfeldern gelegt. Die Größe variiert mit der Spieleranzahl. Für das erste Spiel wird ein Aufbau vorgegeben oder man legt die Felder zufällig auf. Auf jedem Hexfeld sind sieben Wasserfelder zu sehen. Diese sind entweder seicht, tief oder felsig, was sich auf die Zugweite auswirkt.

Jeder Spieler bekommt eine Kommando-Zentrale (Flugzeugträger) und drei U-Boote. Die Position ist auch hier für die erste Partie vorgegeben. Später kann man die Spielfiguren aber auch reihum frei auf den Feldern platzieren, womit auch mehr Taktik ins Spiel kommt.

Wer am Zug ist, muss eines seiner U-Boote bewegen und dafür drei Bewegungspunkte nutzen. In seichtes oder tiefes Wasser zu ziehen benötigt einen Bewegungspunkt. Ein Zug ins felsige Wasser oder von einer tiefen Stelle zu einer anderen tiefen Stelle zu „springen” kostet zwei Bewegungspunkte.

Kommt das U-Boot auf einem leeren Feld zu stehen, legt man noch eine Mine auf ein befahrenes Feld und der nächste Spieler ist an der Reihe. Endet der Zug auf einer eigenen oder fremden Mine oder bei einem fremden U-Boot, zerstören sich die beiden gegenseitig. An eigenen Minen darf man dabei vorbeiziehen, an fremden Minen oder Kommando-Zentralen nicht.

Das eigene U-Boot wird auch zerstört, wenn man keine drei Bewegungspunkte fahren kann. Man muss also immer ziehen, auch wenn es die eigene Zerstörung bedeutet.

Nach und nach füllen sich die Felder mit Minen und die schiffbaren Routen werden schnell weniger. Man belauert sich und kesselt sich gegenseitig ein, bis es irgendwann keinen Ausweg gibt und Schiffe zerstört werden. Das Spiel endet, wenn alle Spieler bis auf einen zerstört wurden und dieser gewinnt.

Das Spiel beinhaltet auch die „Kapitäns Mini-Erweiterung”. Hier gibt es für jeden Spieler einmal im Spiel die Möglichkeit:

  • 4 Bewegungspunkte einzusetzen
  • Durch eine fremde Mine zu ziehen
  • Durch eine fremde Kommando-Zentrale zu ziehen

Außerdem kann man auf zwei Hex-Feldern Strudel platzieren. Diese Felder drehen sich nach jeder Runde um 60 Grad im bzw. gegen den Uhrzeigersinn. 

Spieletester

06.03.2019

Fazit

Die beiliegende Regel war stellenweise etwas unklar. Das Spiel selbst ist aber schnell verstanden. Das Einsteigerspiel war uns etwas zu wenig. Man bekommt schnell das Gefühl, dass bestimme Felder zentral für den Sieg sind und die eigenen Möglichkeiten auch recht eingeschränkt sind.

Viel Mehr Spaß macht Pocket Sub dann mit den Erweiterungen. Schon das zufällige Auflegen der Felder bringt Abwechslung ins Spiel und die Sonderaktionen bieten mehr taktischen Spielraum, da man sich so auch mal aus einer scheinbar aussichtslosen Lage retten kann.

Das Spiel macht durchaus Spaß und bringt im kompakten Format das Thema schön auf den Spieltisch. Leider steht die Zugoptimierung aber sehr im Vordergrund, sodass es immer wieder zu längeren Wartezeiten kommt, weil ein Spieler eine verzwickte Lage erkennt und viele Möglichkeiten durchdenken möchte, um zu entkommen. Die Zugmöglichkeiten reduzieren sich gegen Spielende rapide, sodass der Sieger bereits einige Züge vor dem tatsächlichen Spielende feststeht. Die Spannungskurve geht zuerst angenehm nach oben, reißt dann aber rapide ab, wenn schließlich klar wird, dass das Spiel entschieden ist. Manchmal gelingt es vielleicht noch, ein Untentschieden herbeizuführen, aber so richtig reizvoll ist das dann halt auch nicht.

Ich hatte einige Partien durchaus Spaß beim Spielen. Jetzt passt es aber auch und so bald wird Pocket Sub wohl nicht mehr auf meinen Spieltisch kommen.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Kompakt
  • gut gefüllte Schachtel
  • Ansprechende Grafik
  • Schnell verstanden

Minus

  • Spannungsbogen reißt abrupt ab
  • zu viel Zugoptimierung - Wartezeiten

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 10 bis 15 Minuten
Preis: 15,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2018
Verlag: Alley cat games
Autor: Darrin Horbal
Genre: Taktik
Zubehör:

8 Ozean-Teile, 12 U-Boote, 4 Kommando-Zentralen (Plättchen), wir vermuten 4 Kommando-Zentralen (Holz), 48 Minen, 2 Strudel-Plättchen, 4 Gemeimdienst Dokumente, 4 Starke Strömungen, 4 Karten, 1 Kapitäns-Mütze (Startspielerplättchen), Sticker-Bogen mit Symbolen, Spielanleitung

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