Forbidden City

Die Forbidden City, also Verbotene Stadt, befindet sich im Zentrum von Peking. Bis 1911 war sie Sitz der chinesischen Kaiser. Fühlt euch zurückversetzt in die Zeit der Monarchen und steigt zum angesehensten Berater auf.

Das Spielmaterial

Öffnet man erstmals die Schachtel, bietet sich ein unaufgeregtes Bild: Ein dicker Stapel Stanztafeln wartet darauf, in seine Einzelteile zerlegt zu werden. Sonst? Nur eine Spielanleitung. Am Ende ergeben sich aus den Stanzteilen ein Standplatz für den Palast, ein mehrteiliger Palast, sowie eine Reihe von Plättchen für die Spieler. Lasset die Spiele beginnen!

Der Spielablauf

In der Mitte ist der Platz mit dem Palast. Wer an die Reihe kommt, nimmt das oberste seiner gemischten und gestapelten Plättchen und legt es an den Palast und/oder ein bereits liegendes Plättchen. Diese zeigen ein bis zwei farbige Raumteile mit offenen Seiten, Mauern oder Mauern mit Torbögen. Offene Seiten verschiedener Raumfarben zusammenstoßen zu lassen ist verpönt, alles andere erlaubt.

Ist ein Raum komplett von Mauern umgeben, wird er gewertet. Jedes Plättchen ist dabei einen Punkt wert, auf den Plättchen aufgedruckte Drachen zusätzlich drei Punkte. Angrenzende Räume werden in die Wertung miteinbezogen, wenn sie nur mittels Torbögen getrennt sind. Dabei ist es egal, ob ein solcher Raum selbst schon abgeschlossen ist oder noch auf Fertigstellung wartet.
Aber... Wer bekommt denn die Punkte? Jedes Plättchen hat null bis drei Berater in der Farbe des legenden Spielers aufgedruckt. Wer in einem Raum die Mehrheit hat, bekommt die Punkte. Zweitplatzierte Spieler bekommen immerhin noch die halbe Punktezahl.

Spielende

Haben die Spieler alle ihre Plättchen bis auf zwei angelegt, endet das Spiel. Jeder deckt seine letzten beiden Plättchen auf und erhält Punkt für jeden Berater darauf. Wer in Summe die meisten Punkte erhalten hat, gewinnt das Spiel.

Spieletester

15.12.2018

Fazit

Vor der ersten Partie gab uns die Spielanleitung ein Rätsel auf. Grundlegend gut gestaltet, gab es da aber einen schwer verständlichen Passus. Mit anderen Sprachen der Anleitung vergleichend scheint es, als hätte jemand bei der Übersetzung einen Bock geschossen. Und das gerade bei der wichtigsten Spielregel, nämlich der Erklärung, wie Karten an andere grenzen dürfen/müssen. Dabei ist es ganz einfach: Es dürfen keine zwei offenen Raumseiten aneinander grenzen, die unterschiedliche Farben haben.

Ein weiterer Diskussionspunkt war bei uns, was denn nun als Tor gilt und was nicht. Leider ist das Regelhaft spärlich mit Beispielen bestückt, wodurch vieles Interpretationssache bleibt. Aber scheinbar ist es so gemeint, dass eine offene Kante in Kombination mit einem Torbogen einen Durchgang darstellt. Es macht für die Wertung von Plättchen extrem viel aus, ob man nun mit nur einem Plättchen gleich einen geschlossenen Raum erschaffen kann und en passant die Punkte für den angrenzenden Raum mitnimmt, oder nicht. Wie gesagt: Gebt uns mehr Beispiele!

Grafisch ist das Spiel irgendwo in den 1980ern hängen geblieben. Andererseits hat es einen zentralen Kaiserpalast, der dreidimensional aus dem Spielplan wächst und Eindruck macht. Eine Bekannte meinte übrigens, dass die abgebildeten Figuren eher japanisch als chinesisch aussehen. Sie muss es durch ihre Auslandserfahrung ja wissen, aber über diese Spitzfindigkeiten möchte ich nicht streiten.

Vom Spielablauf her war ich mit etwas ganz anderem unglücklich: Manchmal kommt einfach nicht das Plättchen, das ich bräuchte. Ich will eine Mehrheit (z.B. in grünen Räumen) verteidigen, kann es aber nicht, weil ich nicht das richtige Plättchen ziehe (hier: grüner Raum mit Beamten). Dem Spiel so hilflos ausgesetzt zu sein, macht schlechte Laune. Entsprechend steht am Ende das Endergebnis fest und man ist überrascht, wer schlussendlich gewonnen hat. Gleichzeitig weiß man als Verlierer aber nicht, was man beim nächsten Mal besser machen könnte.

In Polen kam das Spiel übrigens durch Trefl auf den Markt, dort ist die Kolonisierung des Mars das Thema. Anstelle der Berater treten Astronauten, statt Drachen gibt es Aliens.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Das Spiel ist rasch erklärt
  • Plättchen aus stabilem Karton
  • Der Palast im Zentrum ist ein Hingucker

Minus

  • Man kann wenig steuern
  • Die Spielanleitung ist schwach
  • Die Grafik erscheint nicht zeitgemäß

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 24,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2018
Verlag: Jumbo
Autor: Reiner Knizia
Grafiker: Paul Windle
Genre: Legen
Zubehör:

1 Palasttafel (doppelseitig)
1 Palast
108 Fliesen
84 Münzen
1 Spielanleitung

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