Vortex

Taktikspiele sind vor allem für Quereinsteiger oder junge Verlage immer wieder eine gute Möglichkeit, um mit frischen und innovativen Ideen auf dem stark umkämpften Spielesektor Fuß zu fassen. So hier auch der neue Verlag Tactrics aus den Niederlanden mit dem vorliegenden Spiel. Die Erfinder John und Hans sind von Hause aus Architekten und Projektentwickler und diesen Hintergrund sieht man dem stylischen Logik-Spiel durchaus an.

Vor dem ersten Spiel müssen die 19 drehbaren Türme erst einmal zusammengebaut und fest auf dem Spielplan verankert werden. Das ist überaus spannend, da man dabei versteht wie die Mechanik des Spiels funktioniert und fast ein bisschen Ehrfurcht vor dieser filigranen Konstruktion bekommt. Jeder der Türme besteht aus einem kreisrunden Bauteil und bietet Platz für sechs Spielplättchen, den sogenannten Routern.

Die Kreise der Türme überkreuzen sich jedoch, ähnlich wie Kinder im Grundschulalter mit einem Zirkel Blumen und Mandalas gestalten. Deshalb sind die sechs Plättchen auch nicht fest einem bestimmten Turm zugeordnet sondern können durch drehen der angrenzenden Türme ebenfalls bewegt werden.

Wohin dreht sich der Turm?

Ziel des Basisspiels ist es, die eigenen Spielplättchen als Erster durch drehen der Türme von einer definierten Startposition ausgehend quer über das Feld zu einer festgelegten Zielposition zu befördern. Im Grunde kann man dieses Spielprinzip mit dem guten, alten Halma vergleichen. Jeder Spieler kann in seinem Zug vier Mal einen Turm um genau eine Position drehen. In welche Richtung und auf wie viele Türme die Drehungen verteilt werden bleibt jedem Spieler selbst überlassen. Ein Turm darf allerdings nur gedreht werden, wenn man die Mehrheit an den dort liegenden Routern oder zumindest genauso viele Router wie die Gegner hat. In einer Variante von diesem Spielmodus darf ein Turm einmal im Spiel auch in Unterzahl gedreht werden, um eine Sackgasse zu verhindern.

Auf zum Duell!

Neben dem Basis-Spielmodus gibt es noch drei weitere Spielmodi. Zum einen mit Katz und Maus eine reine Zwei-Spieler Duell Variante. Hierbei versucht ein Spieler mit seiner Maus zum Schrank mit dem leckeren Käse zu gelangen. Sein Gegenspieler will das mit vier oder fünf Katzen natürlich verhindern. Eine reine Solovariante erinnert an den berühmt berüchtigten Zauberwürfel. 42 farbige Router (jeweils sechs von sieben Farben), sowie 12 weiße Spielplättchen werden zufällig auf dem Spielbrett verteilt und müssen dann durch Drehung der Türme so geordnet werden, dass jedem Turm eine Farbe zugeordnet ist.

Als dritte Variante wurde das einfache Basisspiel aufgepeppt und mit einigen zusätzlichen Regeln versehen, was dem Spiel eine deutlich strategischere Note verleiht. Laut Überlegung des Verlages soll Vortex quasi als Basisspiel fungieren und durch zukünftige Module in vielerlei Richtungen erweiterbar sein. So soll es z.B. Puzzle-Module oder Zahlen-Module geben, die den grauen Zellen ordentlich auf die Sprünge helfen. Das System erinnert dann schon ein wenig an das LÜK System.

Spieletester

16.06.2018

Fazit

Vortex hat mich von Anfang an begeistert. Schnell sind die grundsätzlichen Regeln verinnerlicht und es kann losgehen. Da ein Spiel nicht sonderlich lange dauert, kommt recht schnell der Ruf nach einer Revanche Partie und noch einer und noch einer. Dass der innovative Mix aus HalmaBlokus und den Rubik-Spielen Spieler über alle Altersgrenzen hinweg verbindet und fasziniert, sei hier nur am Rande erwähnt. Ist eine Partie im Gange, finden sich aufgrund des innovativen Mechanismus und des coolen Äußeren schnell Zuschauer. Da bis zu sechs Spieler problemlos im Basisspiel mitmachen können, bleibt es nicht nur beim Zusehen. Natürlich wird es deutlich chaotischer je mehr Spieler beteiligt sind, das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch. Einziges wirkliches Manko ist die deutsche Spielregel, der man bei ihrer Lektüre die Herkunft aus dem Holländischen anmerkt. Sie liest sich teilweise recht holprig und sollte dringend durch einen deutschen Muttersprachler Korrektur gelesen werden.

Ansonsten kann ich für Vortex nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. Sowohl als kleines Spiel zwischendurch oder als Absacker an einem Spieleabend kann es überzeugen. Leider eignet es sich aufgrund der doch recht großen Abmessungen nicht als Reisespiel. Aber vielleicht gibt es irgendwann, analog zu Einfach Genial - ReiseEdition für Zwei, eine spezielle Reiseedition.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Überaus coole Mechanik

  • Sehr hoher Wiederspielreiz durch mehrere Spielmodi und -varianten

  • Stylisch

Minus

  • gelbe und orange Spielplättchen sind schwer auseinander zu halten

  • In Spielregel keine Angaben über beiliegendes Spielmaterial deshalb Irritationen wegen unterschiedlicher Mengen

  • Spielregel teilweise holprig übersetzt

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 6
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 15 bis 60 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: Tactrics
Autor: Hans Beeftink
Genre: Denken, Logik, Taktik
Zubehör:

Spielbrett bestehend aus 19 drehbaren Türmen (Türme müssen vor Spielbeginn aus Einzelteilen zusammengebaut werden)
48 Router (Spielplättchen transparent) (6x orange, 6x grün, 8x blau, 8x rot, 8x gelb, 12x grau)
49 Spielplättchen (weiß)
49 Controller (Marker transparent) (je 7x grün, blau, rot, orange, gelb, grau, schwarz)
Basisregeln (deutsch, englisch),
Erweiterte Regeln

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