Die Legende des Wendigo

Dennis ist ein kleines Monster.
Der Michel aus Lönneberga auch.
Der Werwolf ist ein haariges Monster.
Der Wawadu ist eines aus der Kindheit meiner Frau.
Der Wendigo ist ein aktuelles von Christian Lemay.

Das Spielmaterial könnte direkt aus der Werbeabteilung einer Brauerei stammen.
Wir spielen mit 64 runden Bierdeckeln.
Statt Gösser, Zipfer und Stiegl finden sich jedoch witzig gezeichnete Pfadfinder
auf den dicken Kartonscheiben. Auf der Rückseite findet sich die Illustration
einer ganzen Pfadfindergruppe oder die des bösen Wendigo.
Das deutet auch gleich die Verhältnisse im Spiel an.
Pfadfinder gegen Wendigo!
Wendigo gegen Pfadfinder!
Eigentlich stimmt Pfadfinder nicht wirklich, es sollte besser Wendigofinder heißen.

Ein Pfadfinder taucht selten alleine auf.
Der Wendigo schon.
Viele Pfadfinder spielen also gegen den einsamen Wendigo.
Aber er hat die Trümpfe in der Hand und gibt den Takt vor.
Bis er gewonnen hat.
Oder verloren.

Vorbereitend werden alle Pfadfinderplättchen (oder in der Wölflings-Variante sechs weniger) 
auf dem Tisch aufgelegt. Mit den witzigen, verschiedenen Pfadfindern nach oben. Will man es ganz
authentisch haben, kann es natürlich auch der Boden des Zelts sein.
Der Wendigo-Spieler hat ein identisches Set, nur die Rückseite ist anders.
Er wählt eines seiner Plättchen und tauscht es mit dem entsprechenden der Auslage aus.
Zur Kontrolle gibt es eine kleine Zahl auf den Plättchen.
Die Pfadfinder müssen bei dem Tausch natürlich die Augen schließen.
Das weggetauschte, sowie alle anderen Wendigo-Plättchen kommen in die Schachtel.

Der Wendigo hat sich unter die Pfadfinder gemischt!

Jetzt darf sich das Pfadfinderteam für die Zeit eines Sanduhrdurchlaufs die Pfadfinderplättchen einprägen.
Gelber Schal!
Roter Schal!
Welcher Hut?
Stirnfransen!
Welches Gesicht?
Dünn?
Dick?
Und so weiter....

Dann ist der Wendigo am Zug.
In der Nacht-Phase (die Pfadfinder machen die Augen zu oder drehen sich um) entfernt der Wendigo ein beliebiges Plättchen und bewegt sein Wendigo-Plättchen an diese Stelle.
In der folgenden Tag-Phase, mit den 45 Sanduhr-Sekunden lächerlich kurz, sollen die Pfadfinder das Wendigo-Plättchen finden.
Sie entscheiden sich für ein Plättchen und drehen es um.

Ist es der Wendigo, dann haben die "Pfaderer" den Bösen entlarvt und gewonnen.
Ist er es nicht folgt eine weitere Nacht-Phase und so weiter...
Kann der Wendigo fünf Pfadfinder schnappen ohne dass er entdeckt wurde hat er gewonnen.

Spieletester

02.09.2017

Fazit

Das tolle Material motiviert.
Auch wenn es nur eine Memory-Variante ist fühlt sich die Jagd auf den Wendigo neuartig an.
Und schwierig.
Besonders knifflig wird es, wenn der Wendigo-Spieler nicht nur sein Plättchen an eine andere Stelle legt, sondern
zusätzlich andere Plättchen verdreht. Kinder sind zwar bei Memory unschlagbar, mit diesem zusätzlichen Trick kann
der Wendigo aber länger unerkannt bleiben, beziehungsweise auch routinierte Pfadfindergruppen wie die Eichhörnchen-Sippe oder Fähnlein Fieselschweif stärker beschäftigen.
Das Spiel erinnert mit seiner Tag- und Nachtphase ein wenig an die ganzen Werwolf-Spiele.
Der Wendigo ist aber wesentlich sympathischer.

Wichtig ist die Einsteigervariante.
Mit jedem Fehlversuch gibt der Wendigo einen Hinweis wie: "Der Pfadfinder trägt einen gelben Schal."
Das hilft ungemein.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • tolles Material
  • stimmige Illustration
  • cooler Wendigo

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 6
Alter: ab 6 Jahren
Preis: 15,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Gedächtnis
Zubehör:

1 Sanduhr
32 Pfadfinder-Plättchen
32 Wendigo-Plättchen
1 Spielregel

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