Stone Age

Mit "Das Ziel ist dein Weg" ist das Spiel untertitelt, und diesen Weg kann man schon mal 2 oder auch 3 Stunden gehen, wenn man ein bissel überlegt und tüftelt, und das muss sein, denn jeder Zug bietet eine große Menge möglicher Optionen. Der Weg ist aber abwechslungsreich, hin und wieder schweift man ein wenig ab, man ist aber immer im Spiel, auch wenn man dazwischen mal plaudert, die Zeit vergeht, das Ziel kommt näher, und ehe man sich's versieht, ist man da und denkt "Das ist aber schnell gegangen".

Die Nähe von Stone Age zu anderen Spielen, bei denen man seine Figuren reihum setzt bis man nicht mehr will oder nicht mehr kann, ist natürlich auffällig und auch wenn die anderen Teilmechanismen anders miteinander verknüpft und verknotet sind, man hat Die Säulen der Erde, Caylus oder auch Amyitis ganz automatisch im Kopf, sofern man sie bereits mal spielte. Das ist aber kein Nachteil, alle erwähnten Spiele gehören zu den Spielehighlights der letzten Zeit. Einzig der innovative Anspruch darf Stone Age damit teilweise verweigert werden.

Das Spielmaterial lässt keine Wünsche offen. Der Karton quillt richtig über, platzt aus allen Nähten, leider auch durch zu hohe Fächer im Inneren, die den Spielplan und die Spielertableaus über den Rand schauen lassen. Bei Pizza mag ich es, wenn sie über den Tellerrand schaut, bei Spielen hätte ich gerne, dass der verfügbare Platz auch genutzt wird. Manch einer mag nun einwenden, das muss so sein, schließlich ist der mitgelieferte Würfelbecher aus Leder so groß. Stimmt, das ist er, aber braucht man ihn denn? Fast ein wenig überkomplett ist das Spiel in diesem Fall. Aber besser zu viel als zu wenig.
Das wirklich verwendete Material ist sehr schön, hübsche Holzmännchen, nette Holzwürfel, und auch die Rohstoffe Holz, Ziegel, Stein und Gold sind aus Holz, leider auch das Gold. Die Spielertableaus sind zweckmäßig und sehr gelungen illustriert, ebenso die Karten, die Plättchen und nicht zuletzt der Spielplan.Letzterer ist in einige Gebiete unterteilt. Auf der Jagdfläche dürfen beliebig viele Personen stehen und bekommen zu gegebener Zeit Nahrungsmittelplättchen, Wald, Lehmgrube, Steinbruch und der Fluss weisen mit je 7 Plätzen nur eine beschränkte Personenaufnahmekapazität auf. Weiters kann man noch Werkzeuge bekommen, man kann sich auf den Acker setzen um den Nahrungsmarker ein Feld nach oben zu ziehen und man kann, stets nur mit zwei Figuren zugleich, in die Hütte ziehen, um Nachwuchs zu produzieren. Da sieht man auch schon einen kleinen Unterschied etwa zu Caylus oder auch Amyitis, denn bei Stone Age darf man auch mehrere Figuren auf einmal in ein Gebiet setzen. Figuren zurückzuhalten ist nicht nötig, man bekommt alle wieder retour, wenn die Gebiete ausgewertet und die entsprechenden Ressourcen zugeteilt werden. Dass hierbei die Würfel auch eine Rolle spielen und man nicht sicher Gold oder Stein bekommt, obwohl man Figuren am Fluss oder im Steinbruch hat, sei nur am Rande erwähnt. Auch, dass das Würfelergebnis durch bereits erworbene Werkzeuge verbessert werden kann.
Die Ressourcen, die erspielt werden, gibt man für den Kauf von Zivilisationskarten oder von Gebäuden auch wieder aus, man muss allerdings auch die Kaufobjekte in der Setzphase mit einer Figur markiert haben. Da kann es dann auch schon mal passieren, dass der Ressourcenzuwachs nicht groß genug war um das markierte Gebäude dann auch wirklich kaufen zu können. Pech nennt der schadenfrohe Mitspieler das. Erwirbt man Gebäude, deponiert man sie auf dem eigenen Spielertableau, 5 Plätze sind dort vorgesehen, der Kauf von weiteren Gebäuden ist aber ausdrücklich erlaubt. Gebäude bringen während des Spiels Siegpunkte, die auf der umlaufenden Punkteleiste gezogen werden. Zivilisationskarten bringen sofortige Erträge oder Punkte bei Spielende. Man deponiert sie auf dem Spielertableau, leider überdeckt man damit die Übersicht der möglichen Gewinne durch die Zivilisationskarten, es wäre klug gewesen, die Rückseite der Zivilisationskarten so zu gestalten wie diese Gewinntabelle auf dem Spielertableau. Im Bild rechts unten liegt die Karte neben dem Platz, den sie eigentlich verdecken würde.

Am Ende jeder Runde wird überprüft, ob jeder Spieler seine Personen auch ernähren kann. Da hilft es natürlich, wenn man schon oft den Acker beackert hat und damit der Ernährungsmarker hoch oben liegt. Kann man nicht alle Personen ernähren, muss man die gesamte Nahrung abgeben und den Rest in Rohstoffen bezahlen. Ein Malus von 10 Punkten auf der Punkteleiste wäre eine andere Art der Schuldentilgung. Danach werden die Plätze am Spielplan wieder aufgefüllt, die verbliebenen Zivilisationskarten werden auf die billigeren Plätze geschoben und neue werden auf die teuren Plätze gelegt.

So spielt man, wie eingangs erwähnt, recht flott dahin, Runde reiht sich an Runde, bis schließlich eine von 2 Bedingungen das Spiel beendet. Kann nicht mehr auf 4 Zivilisationskarten ergänzt werden oder ist ein Gebäudestapel ausverkauft, endet das Spiel mit einer Ernährungskontrolle und der Schlusswertung, bei der dann die gekauften
Zivilisationskarten ihren Punktesegen bringen. Dann gibt es einen Sieger und auch die anderen Mitspieler werden nicht gar traurig sein, nicht gewonnen zu haben.

Spieletester

06.06.2008

Fazit

Stone Age macht Spaß, in jeder Besetzung. Das liegt auch an den Einschränkungen für 2 und 3 Spieler, die in einem kurzen Kapitel am Ende der sehr guten Regel erwähnt werden.
Ich mag Stone Age gerne, und sollte ich ein weiteres, ähnliches Spiel zu rezensieren haben, werden ich wohl 
schreiben müssen:
.....man hat Die Säulen der Erde, Caylus, Stone Age oder auch Amyitis ganz 
automatisch im Kopf.......

Die Nominierung zum Spiel des Jahres scheint mir persönlich durchaus gerechfertigt. Auch wenn viele andere Spiele dies ebenso verdient hätten.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

Teilen mit facebook twitter

Besucherkommentare

Jörg Domberger | 10.06.2008

Anmerkung von eurem Rezensenten:

Wenn zu wenig Holz da ist, muss man eben erst wieder Holz verbrauchen. Nur horten bringt nichts.

lg
Jörg

Marco Stutzke | 10.06.2008

Gegen den Holzmangel :
- man nehme die Holzplatten aus Hamburgum und setze sie in Stoneage als 5er Holz ein.

mfg marco

Mirco | 07.06.2008

Sehr schönes Spiel
Egal ob zu Zweit oder zu Viert es macht ein heiden spass.

Das einzige was ich bemängeln möchte ist die zu geringe Anzahl an Rohstoffmakern.

Marco Stutzke | 06.06.2008

AEF | 21.09.2008

Sehr schön gestaltetes Spielbrett.
Auch nett mal zu spielen.
Leider sehr nur sehr geringe Spieltiefe.

Andrea | 06.05.2009

Ein wunderschön gestaltetes Spiel, das man immer wieder gerne spielt. Auch hier sollte man sich von der langen Spielanleitung nicht täuschen lassen. Es ist wirklich alles sehr verständlich erklärt. Vor lauter Rohstoffe raffen sollte man aber das Sammeln der Zivilisationskarten nicht vergessen! Ach ja: Das Verpackungsproblem ist mittlerweile auch gelöst - der Karton ist höher und das Spielmaterial findet jetzt gut Platz darin!

Christian Hermann | 13.05.2011

Hallo, Stone Age ist ein fast perfektes Familienspiel. Es bleiben lediglich 3 Fragen nicht eindeutig geklärt: Zählen die einmaligen Werkzeuge auf den Karten bei der Werkzeugmacher-Wertung: Nein, leider nicht. Was passiert wenn ein schon benutzes Werkzeug hochstuft? Es bleibt leider benutzt. Kartenkosten sind nicht eindeutig (irgendwelche oder verschiedene Rohstoff), da sich die Symbolik unterscheidet, was etwas unglücklich ist: Sie kosten irgendwelche Rohstoffe, nicht unterschiedliche.
Leider ist es für Vielspieler, die mehr Komplexität wünschen etwas zu eingeschränkt.
Wer es zu 5. spielen möchte oder mehr Komplexität wünscht, der kann mal hier schauen: https://sites.google.com/site/schmuckundhandel/

Viel Spaß
Christian Hermann

jumpwalker | 30.10.2011

Habe mir auf der SPIEL 11 die Erweiterung mit dem etwas holprigen Titel "Stone Age - Mit Stil zum Ziel" zugelegt und gestern in einer Spielerunde zu fünft (ja, auch fünf Mitspieler sind jetzt möglich!) getestet. Eine absolut grandiose Erweiterung für ein grandioses Basisspiel! Neue Gebäudeplättchen, ein neues Zentralgebäude (der Händler) und das neue Produkt "Schmuck" (Stoßzähne und Elfenbeinringe). Nach wie vor DAS Gateway-Game für Spieleeinsteiger und DAS Familienspiel für absolut jedes Alter!

Björn | 24.04.2012

O.k. - Stoneage ist ein wirklich nettes Spiel - kann man durchaus auch als gutes Familienspiel verwenden. Mehr ist es aber auch nicht - finde ich jedenfalls, entgegen der grandiosen Kritiken. Interessant ist, dass bei dieser Worker-Placement-Variante auch noch gewürfelt wird - das ist mal eine nette Abwechslung, macht das ansonsten aber sehr taktische Spiel auch stark glücksabhängig: Wer schon mal gegen einen Gegner gespielt hat, der in drei Runden nacheinander mit 5 Würfeln kein Ergebnis über 8 erziehlt hat, weiß, dass das Spiel gelaufen ist und hat eigentlich auch keine Lust mehr zu gewinnen. Das mögen Extremfälle sein, aber es kommt doch immer wieder vor, dass die Taktik unter dem Würfelglück leidet. Dann lieber ein richtiges, schwungvolles Würfelspiel, oder einen richtigen Taktik-Hammer a la Caylus.... Die Aufmachung muss man mögen, ist aber ok.
Unausgeglichen sind übrigens Partien mit vielen Spielern: Wer etwa bei einem Spiel zu viert als letzter dran ist, kriegt in der Regel erst ab Runde 4 seinen zusätzlichen Gefolgsmann ab - während der Startspieler dann schon drei Runden lang eine Extrafigur nutzen kann. Fazit: Schönes Spiel, aber den Hype nun doch nicht wert.

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten
Preis: 30,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2008
Verlag: Hans im Glück
Grafiker: Michael Menzel
Zubehör:

Spielplan, 4 Spielertableaus, 58 Rohstoffe aus Holz, 40 Personen aus Holz, 8 Marker aus Holz in 2 Größen, 53 Nahrungsplättchen, 28 Gebäudeplättchen, 18 Werkzeugplättchen, 1 Startspielerfigur, 36 Zivilisationskarten, 7 Würfel, 1 Würfelbecher aus Leder, 1 Übersichtsblatt, Spielanleitung und einige Plastikbeutelchen für das ordentliche Verstauen der Utensilien :-)

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7243 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2318 Berichte.