Deal or no Deal - kompakt

Die erste Frage stellt sich sofort nach dem Öffnen der Spieleschachtel. Die Frage lautet: Was soll an dem Spiel "KOMPAKT" sein?
In einer Schachtel, in der wirklich gute Spiele mit einigem Spielmaterial Platz finden könnten, liegen einsam und verlassen 2 Kartenpakete mit je 48 Karten. Dazu ein Block mit Schuldscheinen und ein kleiner Bleistift, wie er nach 5 Monaten Zeichnen ausschaut, kurz geworden vom Spitzen. Der Kunststoffeinsatz in der Schachtel passt absolut nicht zu den Karten, oder die Karten nicht zum Einsatz, aber ist ja schließlich egal, irgendwie wirken die Spielmaterialien lieblos reingepfeffert wie die schmutzigen T-Shirts beim Rückflug aus dem Urlaub. Wichtig wäre jedoch schon, die Spielkarten in die 4 Stapel sortiert in der Spieleschachtel zu haben. Denn bei Spielbeginn braucht man die 4 Stapel zu je 24 Karten getrennt.

(Für alle, die es jetzt nicht so wirklich bemerkt haben, aber da ist mir wieder mal eine tolle Überleitung zur Spielvorbereitung gelungen)

Man legt dabei die 24 roten Gewinnkarten sortiert wie in der Fernsehsendung in 4 Reihen zu je 6 Karten in der Tischmitte aus, niedrigster Gewinn von 50 Cent links oben, höchster Gewinn von 250000 Euro rechts unten. Jeder Spieler bekommt dann (bei 4 Spielern 6 Stück) blaue Gewinnkarten, die er verdeckt vor sich in einer Reihe auslegt. Darauf wird auf jede Karte eine offene, blaue Kofferkarte gelegt. Es sind immer alle Kofferkarten und Gewinnkarten im Spiel. Die verbliebenen 24 roten Kofferkarten werden verdeckt und gut gemischt bereitgelegt.
Dann geht es, nach nicht unbeträchtlichen Vorbereitungen, los mit dem ersten Teil des Spiels. Dieser erste Teil ist ungefähr so spannend wie das Testbild im ORF bei einem Senderausfall. Man deckt nämlich nacheinander
12 rote Kofferkarten auf, der Besitzer des Koffers deckt die Gewinnkarte unter seinem Koffer auf und verdeckt damit den entsprechenden Gewinn auf der Tischauslage. Damit gibt es nach Ende dieses ersten Teils 12 Gewinne nicht mehr.

Danach wird es wirklich spannend, ungefähr so spannend wie das Testbild in Farbe, es dürfen nämlich Koffer zum Verkauf angeboten werden. Wer einen Koffer kaufen oder verkaufen will, macht Angebote. Der zu bezahlende Betrag wird dem Verkäufer gutgeschrieben und dem Käufer abgezogen.
Zur Verrechnung dienen die entbehrlichen Schuldscheine, man kann ja einfach auf einem Blatt Papier mitschreiben.
Ein Problem, und das ist nicht das einzige an dem Spiel, hat man, wenn niemand einen Koffer kaufen oder verkaufen will. Dann deckt man weiter auf, bis nur mehr ein Koffer mit der Gewinnsumme übrigbleibt. Dem Besitzer des Koffers wird der Betrag gutgeschrieben, dann spielt man nach gleichem Schema die weiteren Partien, sofern noch jemand Lust darauf verspürt. In unserer Spielrunde war das nicht der Fall, und genaugenommen tue ich mir ausgesprochen schwer, mir eine Spielrunde vorzustellen, die wirklich Spaß hat daran.

Dementsprechend schlecht auch das

Spieletester

08.06.2007

Fazit

. Deal or No Deal? Ganz klar, das Spiel zu kaufen ist No Deal!
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Besucherkommentare

Der_Spieler | 14.10.2007

2-6 Personen
7-99 Jahre

Inhalt
2 * 24 Gewinnkarten in rot und blau.
2 * 24 Kofferkarten in rot und blau.
Block
kurzer Bleistift
Spielanleitung

Preis: ca. 10€

Spielidee:
In Anlehnung am Original im Fernsehen (SAT1) sind in 24 nummerierten Koffer Geldbeträge von 0,50€ bis 250000€ versteckt. Die Koffer und Geldbeträge werden durch Spielkarten dargestellt, wobei die Beträge für jeden verdeckt an die Mitspieler verteilt und mit einer Kofferkarte abgedeckt werden. Keiner weisst also, wo welcher Betrag liegt.
Statt wie im Original spielen 2 bis 6 Mitspieler gegeneinander, unter die die Koffer verteilt werden. Von einem verdeckten (2.ten) Kofferstapel, werden die Koffer gezogen, die aus dem Spiel -und mit denen die Beträge- ausscheiden. Nach ein paar Auswahlrunden können sich die Mitspieler sich gegenseitig die verbliebenen Koffer abkaufen und stellen sich dafür Guthaben, bzw. Schuldscheine aus.
Wer am Ende nach Verrechnung der Guthaben und Schuldscheine und des letzten Koffers das meiste Geld besitzt gewinnt..

Fazit:
Der Kritik des Vorgängers kann man sich uneingeschränkt anschliessen. Der Inhalt des DIN A4 großen Karton ist schlichtweg enttäuschend. Die insgesamt 96 Spielkarten, die kurze Spielanleitung und der Block mit Guthaben-, bzw Schuldscheinen zum Selberausschneiden hätte in einer praktischen Kartenbox Platz gefunden. Die übergroße Packung soll wohl den hohen Preis rechtfertigen.
Wie bei anderen Gewinnspielen aus dem Unterhaltungsbereich, wo es um höhere Geldbeträge geht, ist der Reiz des Spiels einfach weg, wenn das Geld fehlt. Die kurze Spielanleitung bietet nur eine Spielvariation an. Mit etwas Phantasie lassen sich die Kofferkarten als ausgedünntes "Elfer raus" missbrauchen, was den Spielwert erhöht.
Nach wenigen Spielrunden wird der Karton im Schrank verstauben, wenn dieser aus Platzgründen nicht vorzeitig den Weg in den Altpapiercontainer schafft. Eine Runde Eis verbreitet nachhaltigere Freude.

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 6
Spieldauer: 20 Minuten
Preis: 10,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2007
Verlag: Clementoni
Zubehör:

2 Stapel Gewinnkarten zu je 24 Karten (1xblau, 1xrot), 2 Stapel Kofferkarten zu je 24 Karten (1xblau, 1xrot), 1 Block mit Schuldscheinen (90 Stück), 1 Bleistift, Spielanleitung

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