Frantic Brettspiel

Der Weg ist das Ziel und das Ziel der schlimmste Ort der Welt! Zumindest in diesem turbulenten Spiel, in dem man den Mitspielern Minuspunkte zuschanzen will.

Spielaufbau

Vor uns liegt der Spielplan mit einer Laufstrecke, auf die in regelmäßigen Feldern Teleporter gelegt sind. Wir starten mit unseren Spielfiguren am Beginn der Strecke, jeder Spieler hat einen Würfel bei sich. Außerdem liegt ein gemeinsamer 20-seitiger Würfel bereit. Wenn wir die Spielkarten gemischt und an jeden Spieler einige davon ausgeteilt haben, starten wir mit dem eigentlichen Spiel.

Karte spielen, würfeln und ziehen

Üblicherweise besteht ein Spielzug aus zwei Phasen: Zuerst legen wir eine Handkarte auf ein Feld der Laufstrecke, anschließend würfeln wir mit unserem Würfel und ziehen unsere Figur vorwärts. Eine Ausnahme bilden die ersten (je nach Spielerzahl) zwei bis vier Runden, in denen wir zwar Karten spielen, aber uns noch nicht bewegen.

Für das Ablegen der Karten gibt es ganz einfache Regeln, die jeder behirnt, der schon mal Uno gespielt hat: Auf leere Felder oder Joker (mehrfarbige Karten) darf ich alles legen, auf ein Feld mit Karte nur Karten derselben Farbe oder Joker, und weiße Karten darf ich auf alles legen; nur etwas auf andere weiße Karten zu legen, ist generell verboten.
Der Spielplan ist groß genug, es gibt immer ausreichende Möglichkeiten, eine Karte zu legen. Anders als bei Uno will ich aber meine Handkarten nicht loswerden, vielmehr ergänze ich meine Kartenhand am Ende des Zuges auf vier Stück.

Wie man würfelt und vorwärts zieht, muss ich euch wohl nicht erklären.

Was beim Vorwärtsziehen passiert

Oh, ich sollte das mit dem Vorrücken doch erklären. Eigentlich muss ich sogar noch früher anfangen, nämlich beim Ausspielen von Karten. Es ist nämlich so, dass jede Karte eine Spezialfunktion hat. Manche entwickeln ihre Fähigkeit schon beim Ausspielen. Sie lassen das Bewegen entfallen oder sogar rückwärts verlauten, sie erlauben das Aufnehmen von Karten vom Spielplan oder lassen unsere Figur per Würfelwurf auf einen von den Teleportern fliegen.
Andere Karten werden dann aktiv, wenn ich über sie laufe. Da werden Figuren beschleunigt, gebremst oder sogar ganz angehalten.
Eine dritte Art von Karten entfaltet ihre Kraft, wenn man Zug auf ihnen endet; wodurch die Bewegung dort doch nicht endet: Meine Figur wird vorwärts, rückwärts oder sogar seitwärts verschoben, ich muss mich nochmal bewegen oder ich darf mit jemand anderem Plätze tauschen.
Aktionen wie Letztere sind natürlich fies, entsprechend gibt es auch Schutzkarten gegen diverse Vorkommnisse.

Ereignisse

Manche Karten lösen Ereignisse aus. Diese betreffen ein oder mehrere Spieler, ohne dass man einen Schutz ausspielen kann. Zwanzig Stück von ihnen gibt es. Welches Ereignis uns gleich treffen wird, bestimmt der Würfel. Von "es passiert nichts", über "setzt die hinterste Spielfigur auf den vordersten Teleporter" oder "die vorderste Spielfigur darf zurück an den Start" bis "alle Spielfiguren werden knapp vor das Zielfeld gesetzt", ist alles dabei.

Rundenende

Ist eine Figur am Zielfeld angekommen (alternativ aber seltener: wenn der Kartenstapel aufgebraucht ist), ist eine Runde vorbei. Jeder notiert als  Minuspunkte, bis auf welches Feld seine Figur vorgerückt ist. Dann geht alles zurück auf Anfang (Figuren an den Start, Karten vom Spielplan...) und es wird die nächste Runde gespielt. Das wiederholt sich solange, bis wenigstens ein Spieler die zuvor definierte Zahl an Punkten überschritten hat. Gewonnen hat der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten.

Spieletester

22.09.2026

Fazit

Frantic? Frantic? Das sagt uns doch was. Richtig! Das gab es schon mal als Kartenspiel Frantic. Nun halten wir den hochoffiziellen, großen Brettspielbruder in Händen. Während beim Kartenspiel die Karten mit Zahlenwerten aufwarten, also eine starke Assoziation mit Uno besteht, haben wir nun Symbole auf den Karten, welche aber nichts damit zu tun haben, welche Karten auf welche gelegt werden dürfen. Es geht nun rein um die Farben. Und das mit dem Loswerden der Handkarten ist, wie oben schon besprochen, auch nicht mehr da. Dafür gibt es einige neue Spielmaterialien, die qualitativ überzeugen können.

Viele Elemente des Brettspiels kennen wir aber vom Kartenspiel, zum Beispiel die besonders punkteträchtige F*** You - Karte oder das Auslösen von Ereignissen. Kein Wunder, dass das Brettspiel ähnlich verrückt und chaotisch ist, wie das Kartenspiel. Allerdings hat das Brettspiel ein kleines Problem, weshalb ich das Spiel Munchkin schon nicht mochte: Auch wenn jemand kurz vor dem Ziel steht, kann er sich über diverse Karten nochmal retten und mitunter weit rückwärts ziehen. Dadurch hat man das Gefühl, dass Runden endlos lang werden. Die als Spieldauer angegebenen "40+ Minuten" sind keinesfalls eine Untertreibung.

Aber einen Vorteil hat das Frantic Brettspiel gegenüber Munchkin: Es bietet deutlich bessere Unterhaltung. Wer die Sache nicht bierernst nimmt, hat viel zu lachen.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Eingängige Spielregeln
  • Turbulenter/ lustiger/ fieser Spielablauf

Minus

  • Runden können lange dauern
  • Die Spielanleitung könnte an manchen Stellen präziser bzw. ausführlicher sein
  • Für ein deutlich glückslastiges Spiel hat es eine hohe Spieldauer

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 6
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 40 bis 60 Minuten
Preis: 27,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Grafiker: Pierre Lippuner
Zubehör:

1 Spielplan
94 Spielkarten
6 Teleportkarten
6 Spielfiguren
6 Augenwürfel
1 D20-Würfel
6 Übersichtskarten
1 Ereignisübersicht
1 Tafel
1 Kreide
1 Spielanleitung

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