Die richtige Mischung und Platzierung von seltenen Baumarten, exotischen Tieren und möglichst vielen farbenprächtigen Blumen sollen am Ende von vier ereignisreichen Runden zum überwältigendsten Hängenden Garten aller Zeiten und damit zum Sieg führen.
Die legendären hängenden Gärten von Babylon faszinieren die Menschheit seit Jahrtausenden. Das Autorenduo Grégory Grard und Matthieu Verdier haucht diesem antiken Mythos neues Leben ein. Wir schlüpfen in die Rolle von Landschaftsarchitekten. Ausgestattet mit einem dreiköpfigen Gärtnerteam gilt es, über vier Runden ein florierendes, vertikales Ökosystem aus Karten aufzubauen.
Was sich nach einem klassischen Legespiel anfühlt, entpuppt sich als knackiges Optimierungsspiel, das mit seiner kurzen Spieldauer von rund 30 Minuten eine erstaunliche Spieltiefe bietet.
Antike Baukunst trifft auf vertikale Floristik
Wir errichten im Auftrag von König Nebukadnezar II. ein legendäres Weltwunder. Doch wer hier hoch hinaus will, braucht ein gutes Fundament – denn nur mit geschickter Planung und dem richtigen Timing beim Gärtner-Einsatz wächst die eigene Karten-Pyramide zu einem prachtvollen Meisterwerk heran!
Das Spiel verläuft über genau vier Runden. Das übergeordnete Ziel ist es, vor sich eine perfekte Stufenpyramide aus exakt 12 Karten zu errichten, die sich über drei Ebenen erstreckt. Dabei teilt sich der Zugmechanismus im Wesentlichen in drei Schritte auf:
- Gärtner einsetzen und Karte wählen:
Auf dem zentralen Spielbrett liegt eine Kartenauslage in mehreren Spalten bereit. Wer an der Reihe ist, setzt einen seiner drei Arbeiter in eine Spalte, um die dortige Karte zu beanspruchen. Die Krux: Nur die jeweils unterste Karte ist kostenlos. Möchte man eine Karte aus den höheren Reihen ergattern, muss man den Aufstieg mit kostbaren Werkzeugen bezahlen. Da die Plätze in den Spalten limitiert sind, blockiert man sich gegenseitig. - Die Pyramide anbauen:
Die genommene Karte wird sofort in den eigenen Garten integriert. Dabei greift eine strikte physikalische Logik: Eine Karte auf der zweiten oder dritten Ebene darf erst platziert werden, wenn die beiden darunter liegenden Karten als stabiles Fundament bereitstehen. Je höher eine Karte liegt, desto stärkere Sofortboni (wie zusätzliche Münzen oder Werkzeuge) schüttet sie oft aus. - Verschönerungen und königliche Ziele:
Mit verdienten Münzen lassen sich optionale Verschönerungsplättchen kaufen. Zudem gilt es, die ausliegenden königlichen Ziele zu erfüllen, um Bonuspunkte einzustreichen und Marker auf dem Spielbrett zu platzieren.
Nach vier Runden sind alle Arbeiter eingesetzt und die Pyramiden komplett. In der Endabrechnung punkten zusammenhängende Wälder (Bäume), bunte Blumenwiesen und Tiere, die sich auf ihren bevorzugten Wohnebenen befinden (wie der Pfau ganz oben). Wer außerdem das vorgegebene Bewässerungsmuster am präzisesten mit seinen Wasser-Symbolen nachgebaut hat, sichert sich entscheidende Punkte.
Spieletester
Fazit
Die Hängenden Gärten besticht durch ein überaus elegantes Spielgefühl. Zu Beginn fühlt sich der Bauplatz noch leer an, doch von Runde zu Runde sieht man das eigene, vertikale Monument wachsen. Die Ikonographie auf den Karten ist absolut vorbildlich und selbsterklärend – die wunderschönen Illustrationen von Miguel Coimbra fangen das majestätisch-antike Flair hervorragend ein.
Spielerisch entwickelt sich eine faszinierende Eigendynamik: Man befindet sich in einem permanenten Dilemma. Spart man seine Werkzeuge, um in der nächsten Runde eine wertvolle Tierkarte aus der oberen Reihe zu finanzieren? Oder schlägt man sofort unten zu, um sich ein wichtiges Puzzleteil für das Bewässerungssystem zu sichern? Da das Spiel ohne lange Verwaltungsphasen auskommt und die Züge zügig ineinandergreifen, entsteht ein wunderbarer Spielfluss ohne nennenswerte Wartezeiten.
Mit Die Hängenden Gärten hat Piatnik eine echte Überraschung im Familien- und leichten Kennerspielbereich gelandet. Das Spiel kombiniert ein zugängliches Worker-Placement mit einem cleveren, dreidimensionalen Legemechanismus. Dank der einfachen Regeln gelingt der Einstieg im Handumdrehen, während die Jagd nach optimalen Karten-Kombinationen und die Erfüllung der königlichen Ziele auch erfahrene Taktiker fordert. Ein wunderbar rundes, schnelles und belohnendes Spielerlebnis für jede Besetzung.
Plus
- keine Downtime durch knackige kurze Züge
- gelungenes Ressourcen-Management
- Skaliert hervorragend: Das Spiel funktioniert im Solomodus ebenso gut wie am lebendigen Tisch zu fünft.
Minus
- Wer sich in den ersten Runden beim Fundament verbaut, kann den Rückstand auf den oberen Ebenen kaum noch aufholen.
- Karten-Glück
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Details
1 doppelseitiger Spielplan
2 doppelseitige Gartenteam-Tableaus
75 Karten
1 Startmarker
10 königliche Ziele
20 Goldmünzen
30 Werkzeuge
1 Wertungsblock
18 Marduk-Karten (nur für das Solo-Spiel)
25 Verschönerungen
5 Bewässerungspläne
5 Gartenteams
20 Zielmarker
1 Anleitung
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