Wer clever Hochhäuser baut, kann dieses Spiel haushoch gewinnen. Die Mitspieler werden aber nicht tatenlos zusehen und immer wieder wichtige Baufortschritte für sich beanspruchen, was unsere Erträge empfindlich schmälert. Dabei wollen wir nur eines werden: Reich!
USA oder Japan?
Am Beginn des Spiels steht eine Entscheidung: Wollen wir New York bebauen, oder lieber Tokyo? Der Spielablauf ist im Prinzip derselbe. Jedoch ändert sich, wie uns Monumente und das Spielende Punkte bringen. Ebenfalls ähnlich ist das Design des Spielplans: Farbige Sechsecke bilden mehr oder weniger große Gebiete, dazwischen gibt es weiße Gebiete mit den bereits erwähnten Monumenten.
Ein weiterer Bestandteil des Spiels sind Karten. Es ist natürlich kein Zufall, dass die vier Farben der Spielplan-Sechsecke sich hier wiederfinden.
Wenn jeder Spieler mit einem Startset von Karten, Charaktertafel, Geldmarker, Upgrademarker und Etagenbausteinen ausgerüstet wurde und die beiden Märkte vorbereitet sind, kann es auch schon losgehen.
Ein Spielzug
In meinem Spielzug kann man sein Kartenset aufwerten, indem man eine verhältnismäßig schwache Karte dazukauft oder eine Karte durch eine stärkere ersetzt. Beides ist mit Kosten verbunden, wobei Upgrades im Lauf des Spiels tendenziell teurer werden.
Dann kann ich beliebig viele Karten einer Farbe ausspielen, wodurch sie auf meinem persönlichen Ablagestapel landen. Meist erlauben mir die Karten, neue Etagen auf den Spielplan zu bringen, wobei sie Anzahl und Farbe des Baufeldes vorgeben. Ich darf auf leere Felder oder auf Felder mit gebauten Etagen bauen, egal wer die darunterliegenden Etagen hingestellt hat. Sitze ich ganz oben, gehört das Haus mir. Das ist wichtig für den nächsten Schritt: Geld einheimsen! Der zweite Haupteinsatzbereich von Karten ist die direkte Akquirierung von Geld, wobei auch da gewisse Kriterien gelten, welche die Höhe der Ausschüttung bestimmen.
Jetzt kommt der Unterschied zwischen den beiden Seiten des Spielplans zu tragen: In New York will ich Monumente, von einem zentralen Monument aus, durch meine Häuser verbinden. In Tokyo hingegen, will ich Gebäude um Monumente herum scharen. Schaffe ich das, erhalte ich die ausgelobte Vergütung; meist Geld, manchmal eine Verbilligung von Upgrades oder eine zusätzliche Handkarte.
Am Ende meines Zuges kann ich noch weitere Karten abwerfen und dann kostenlos meine Kartenhand auf vier Stück ergänzen. Gezogen wird vom persönlichen Nachziehstapel, bei Bedarf wird mein Ablagestapel gemischt und wieder zum Nachziehstapel.
Ein simples Auftragsspiel?
Man könnte jetzt meinen, dass hinter Project Skyline ein simples Spiel steckt, in dem ich Aufträge erfülle (siehe Monumente im vorigen Abschnitt) und dafür Punkte bekomme. Aber so straight forward ist es nicht! Wie oben angesprochen, gehört ein Haus mir, wenn ich die oberste Etage gesetzt habe. Im Umkehrschluss heißt das aber: Werde ich überbaut, kann eine Punktequelle auch wieder versiegen! Natürlich kann ich zurückschlagen und meinerseits wieder oben auf sein... Klarerweise geht das nicht ewig so weiter, denn die Wolkenkratzer haben eine zulässige Maximalbauhöhe. Außerdem tragen andere Aspekte des Spiels dazu bei, dass man nicht nur destruktiv Sachen wegnimmt, sondern auch mal neue Felder belegt: Wer nämlich als erster eine Etage auf ein Feld setzt, bekommt in manchen Fällen einen Bonus. Und wer das letzte Feld eines Gebiets belegt, löst gleich noch eine Wertung aus. Bei Letzterer geht es aber darum, die meisten oder zweitmeisten Etagen im Gebiet gebaut zu haben. Es ist somit nicht zwingend der Wertungsauslöser, der Punkte bekommt.
So geht es reihum, bis ein Spieler auf der Geldleiste einen gewissen Wohlstand überschritten hat. Jetzt geht es noch eine Runde, ehe bei der Schlusswertung Geld für die Karten im Besitz ausgeschüttet und/oder abgezogen wird. Weiters hat jede Spielplanseite ihre Wertungsbedingung, die nochmal Bonusmünzen bringt (z.B. für Gebäude maximaler Höhe, die mir gehören). Wer nun der vermögendste Spieler ist, darf sich über den Sieg freuen.
Spieletester
Fazit
Der Einstieg in Project Skyline ist rasch geschafft. Im Prinzip ist es einfach: Karten verbessern, Karten ausspielen, werten, nachziehen. Und trotzdem ergibt sich ein taktisch tiefgreifendes Spiel, bei dem anfängliche Fehler mitunter zu einem nicht aufzuholenden Nachteil führen. Wichtig ist, dass man sich auf gewisse Bereiche konzentriert. Ich kann nicht alles gleichzeitig machen und überall sein! Obwohl Upgradekarten hier eine ordentliche Hilfe sein können, sie können nämlich gemeinsam mit Karten mehrerer Farben eingesetzt werden. Wenn man dadurch eine übrige Aktion hat, mit der man den Mitspielern in die Suppe spucken kann, lässt man die Gelegenheit natürlich nicht aus.
Das Spielmaterial weiß zu gefallen. Die gebauten Türme stehen sehr stabil, die Kartensymbolik und -texte sind größtenteils klar (und wenn nicht, hilft ein ausführliches Glossar) und auch an der Spielanleitung gibt es nichts zu meckern. Für geringere als die Maximalspielerzahl gibt es geringfügige Modifikationen, die sich gut ins Spiel eingliedern.
Zielgruppe des Spiels sind wie gesagt eher Taktikliebhaber (vor allem Leute, die sich an Spielen wie Dominion erfreuen, wobei Project Skyline bedeutend mehr Interaktion bietet), Aus dem Bauch - Spieler haben eher keine Chance.
Plus
- sehr schön anzusehen
- taktisches Spiel mit einer überschaubaren Anzahl von Spielregeln
- funktioniert mit jeder Spielerzahl gut
Minus
- frühe Fehler können manchmal nicht mehr aufgeholt werden
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Details
1 doppelseitiger Spielplan
120 Etagenbausteine
4 Charaktertafeln
4 Geldmarker
4 Upgrademarker
2 Marktleisten
94 Karten
3 Baustellenplättchen
6 Sperrzonenplättchen
1 Startspielermarker
1 Spielanleitung
Statistik
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