Ihr seid Meister der Karten und sahnt in sämtlichen Stichspielen stets ab, da ihr euren Gegnern einfach immer zwei bis drei Schritte voraus seid? Dann dürfte hier wohl eine neue Herausforderung auf euch warten, denn auch jeder Nicht-Stich macht hier den Unterschied! Wahrlich tückisch…
Ein Stichspiel mal anders
Tricky Twist ist ein recht kompaktes Stichspiel, bei dem verlorene Stiche oftmals genauso wertvoll oder gar wertvoller sein können als gewonnene. Im Zentrum steht hier eben die Balance zwischen „echten“ und „falschen“ Stichen, da man bloß durch möglichst gleiche Mengen dieser die allermeisten Punkte ergattern kann. Die Grundmechanik selbst folgt dabei den klassischen Regeln solcher Kartenspiele, durch das Bedienen der identen Farbe (ohne eine vorherrschende Trumpffarbe), wobei eben andere Farben in einem Stich als „falsche“ gelten. Zusätzliche Wertungskarten verändern hier pro Runde die Rahmenbedingungen um noch weitere Extrapunkte abzusacken, etwa durch Vorgabe von Farben, Zahlen oder allgemeinen Set-Bedingungen der falschen Stiche.
Zu Beginn werden sämtliche Karten auf die Spielenden aufgeteilt und vor jeder Runde drängt sich für die Spieler nun die Qual der Wahl auf, welche fünf Handkarten sie in die Reserve bannen möchten. Diese sind jedoch nicht vollständig verloren, nein, denn sie können zu Beginn jedes Zuges freiwillig auf die Hand gezogen werden; so entsteht stets eine unklare Situation etwaiger Kartentypen auf den Händen der Mitspieler, sowie die Möglichkeit bei ungünstigen Spielverläufen wieder in das Rennen einzusteigen. Auch anders als in klassischen Stichspielen: Wer eine Sieben erhält, der darf sich eine von acht ausliegenden Bonuskarten schnappen, welche zumeist Einfluss auf die eigenen, ausliegenden falschen Stiche hat.
Tricky Twist bedient sich insgesamt also größtenteils der klassischen Stichspiel-Mechanik und dreht diese dabei etwas um, da hier nicht bloß echte gewonnene Karten, sondern eben auch falsche Stiche den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage machen können.
Spieletester
Fazit
Ein Stich kommt selten allein
Ein Spiel in dessen Namen selbst bereits eine gewisse Wendung steckt - passend zum generellen Spielgeschehen! Denn in diesem Stichspiel geht es einmal nicht bloß darum seine Konkurrenten nach St(r)ich und Faden zu vernichten, sondern man muss den Ball auch immer mal wieder abgeben und einige Züge quasi „verlieren“, um wirklich satt Punkte ergattern zu können. Uns jedenfalls hat das abgeänderte Grundkonzept mit den falschen Stichen sehr gut gefallen, speziell da diese eine ganz andere Dynamik und neue Überlegungen in einen sonst schon fast totgespielten Spieltypus einbringen; da freut man sich glatt wieder Karten am Tisch zu sehen! Aber nicht nur die Idee selbst überzeugt, auch die wunderschöne schillernde Gestaltung der besonders hochwertigen und recht dicken Spielkarten gibt echt was her!
Weniger gefallen haben uns am Tisch lediglich die Bonuskarten, da sich diese (besonders anfangs) als recht unklar darstellten und einen gewissen Chaosaspekt in einen sonst eher durchschaubaren Ablauf bringen. Ähnlich verhielt es sich in unseren Spielerunden mit den Reservestapeln; die einen lieben die Idee, die anderen verachten dessen bloße Existenz.
So oder so sind wir uns bei Tricky Twist aber dennoch einig, dass es dabei um ein Spielerlebnis handelt, an dem man kaum etwas aussetzen kann, das Spaß macht und immer mal wieder gerne am Tisch gesehen ist.
Plus
- fordernde Neuerungen mit hohem Wiederspielwert
- beliebtes, klassisches Konzept mit knackigen Neuerungen
- hochwertiges Kartenmaterial mit besonders edel imponierender Gestaltung
Minus
- Bonuskarten zwar interessant, benötigen anfangs jedoch Klärungsbedarf
- unterschiedliche Ansichten zum Reservestapel
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Details
1 Regelheft (16-seitig)
8 Bonuskarten
9 Wertungskarten (doppelseitig)
48 Zahlenkarten (jeweils 1-12 in 4 verschiedenen Farben)
Statistik
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