Grab the Mic

I got a feeling (woo-hoo). That tonight's gonna be a good night! Schnappt euch den Salbeitee und gurgelt eure Stimmbänder warm, heute Nacht wird es laut und vielleicht auch ein bisschen schräg. Denn es ist Zeit für eine Karaoke-Party!

Jedoch ganz ohne Musik. Denn in Grab-the-Mic steht einzig und allein unsere Stimme im Vordergrund. Dabei spielt es jedoch keine Rolle, wie gut wir die Töne treffen, Hauptsache die Textzeile stimmt. 

Better sit down for the show 'cause I'm gonna show you - how it's done, done, done

So (oder so ähnlich) könnte der Beginn einer Partie von Grab-the-Mic klingen. Die Vorbereitung ist schnell erledigt, sodass gleich losgespielt werden kann. Das Schaumstoff-Mikrofon wird für alle Partygäste gut erreichbar bereitgestellt, der Spielplan ausgelegt und die 125 Wortkarten gemischt. Anschließend wählt noch jede Person einen Musik-Marker und legt ihn auf das Startfeld des Spielplans.

Und in diesem Sinne: You better get this party started!

Eine Wortkarte wird aufgedeckt und dann heißt es: Möglichst schnell in den Erinnerungen wühlen. Denn die erste Person, der eine passende Liedzeile mit dem gesuchten Wort einfällt, schnappt sich das Mikro und beginnt loszusingen. 
Die anderen Mitspieler überprüfen, ob die Textstelle richtig war. Ist das der Fall, darf entsprechend viele Felder auf dem Spielplan vorgerückt werden. Hat man sich im Eifer des Gefechts jedoch geirrt, wird man auf ‚stumm‘ geschaltet und darf bis zur nächsten Runde nicht mehr singen oder reden. Tut man es doch, muss ein Feld zurückgegangen werden.

Anschließend wird eine neue Karte aufgedeckt und die Party geht solange weiter, bis eine Person das oberste Feld des Spielbretts erreicht. Sie hat das Spiel gerockt und geht damit als Gewinner in die musikalischen Annalen ein. 

Zu einfach? Ain’t no problem…!

Fortgeschrittene Karaoke-Profis drehen das Spielbrett ganz einfach um und finden dort zusätzliche Regeln, die den Weg zum Sieg etwas erschweren. Beispielsweise dürfen auf gewissen Feldern nur Lieder von Bands oder Solo-Acts verwendet werden und zum endgültigen Sieg muss das Lied in voller Lautstärke geschmettert werden. 

Spieletester

Fazit

Nun stellt sich natürlich die Frage - lassen sich mit Grab-the-Mic wirklich legendäre Partyabende feiern? In meinen Augen fällt die Antwort eher durchwachsen aus. Ich habe das Spiel mit verschiedenen Gruppen ausprobiert, doch so richtig Stimmung wollte dabei nicht aufkommen. 
Man benötigt schon einen gewissen Hang zur Selbstdarstellung oder ein wirklich großes Selbstvertrauen, um gänzlich ohne Musik zu performen. Bei uns haben die Gesangseinlagen eher zu peinlicher Berührtheit geführt - obwohl ich die Gruppen wirklich gut kenne. Ist man einander nicht so vertraut, dürfte die Hemmschwelle noch deutlich höher sein.

Außerdem ist es gar nicht so einfach, sich spontan an passende Textzeilen zu erinnern. Teilweise herrschte selbst bei den einfachsten Wörtern betretenes Schweigen, sodass eine neue Karte aufgedeckt werden musste, damit das Spiel weitergehen konnte – was dem Spielfluss natürlich nicht gerade zuträglich ist.

Die Optik des Spiels kann hingegen positiv hervorgehoben werden. Das Schaumstoffmikro ist ein nettes Gimmick und kann auch bei feuchtfröhlichen Partynächten nicht so schnell kaputt gehen. Von der Aufmachung und Gestaltung der Schachtel her, liegt die Vermutung nahe, dass das Spiel an die erfolgreiche Hitster-Reihe erinnern möchte. Kann inhaltlich aber leider nicht wirklich mithalten.

Ich habe das Spiel mit eher kleinen Gruppen ausprobiert. Also möglicherweise funktioniert es zu späterer Stunde in größeren Partyrunden etwas besser. Fakt ist jedoch: Grab-the-Mic ist ein Spiel für eher extrovertierte Menschen, die keine Angst davor haben, sich gezielt in Szene zu setzen (und sich dabei vielleicht auch ein bisschen zum Affen zu machen).

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • ansprechendes Spielmaterial
  • mit Ohrwurm-Garantie
  • einfache Regeln
  • kurzweilig

Minus

  • viel Mut nötig
  • für kleinere Gruppen weniger geeignet
  • Spielspaß sehr personenabhängig
  • schwieriger als gedacht

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 10
Alter: ab 8 Jahren
Preis: 24,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: HUCH & friends
Autor: Lucky Egg
Grafiker: Michael Mutschler
Zubehör:

1 Schaumstoffmikrofon

125 Wortkarten

1 doppelseitiges Spielbrett

10 Spielfiguren

1 Stumm-Marker

1 Regelheft

 

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