Willkommen im Zen-Garten, wo du nicht einfach nur ein Fisch bist – du bist ein Koi-Liebhaber mit Ambitionen! Du versuchst in einem malerischen Teich möglichst viele elegante Karpfen zu halten und passende Aufträge zu erfüllen.
Wir gestalten einen eigenen japanischen Zierteich, doch am Ende des Tages gewinnt nicht der, der den ökologisch wertvollsten Tümpel hat, sondern wer die gierigsten Fische und das meiste Bling-Bling vorweisen kann.
Die Besonderheit sind die Koi-Plättchen selber, die aus transparentem Acryl bestehen und einfach über die Wasserfelder gelegt werden, sodass das blaue Muster des Teiches hindurchschimmert. Zusätzlich zu den bunten Karpfen stehen in der Auslage Aktionskarten und je nach Variante zusätzliche Aufgabenkarten und ihre diversen Teichverbesserungen bereit.
Edle Fische, fiese Trickser und der blanke Terror im Zierteich!
Wer allerdings an tiefenentspannte, asiatische Meditation denkt, liegt so falsch wie ein Karpfen auf dem Trockenen. Hinter der wunderschönen, fast schon hypnotisch beruhigenden Optik verbirgt sich ein cleveres, taktisches Plättchenlege- und Engine-Building-Spiel, bei dem die Ellbogen (oder eher: die Flossen) rücksichtslos ausgefahren werden.
Wer am Zug ist, wählt aus zwei Hauptaktionen. Beim „Meditieren“ nimmt man sich eine der Karten aus der Auslage, die einem Ressourcen wie Münzen oder neue Wasserplättchen einbringen. Manche Karten dienen zudem als dauerhafte Helfer mit diversen Vorteilen oder bringen sonstige Boni mit.
Sobald der Kopf voller Pläne und das persönliche Lager voller Zeug ist, schaltet man auf die zweite Aktion „Arbeiten“ am eigenen Teich um. Hier werden dann Wasserfelder und Uferbefestigungen platziert und gekaufte Koi-Fische ins Wasser gesetzt. Sie bringen besonders viele Punkte, wenn sie komplett von blauen Wasserfeldern umgeben sind.
Um das Maximum an Punkten zu erspielen, platziert man Gegenstände wie Laternen oder Seerosen. Aber auch auf die Erfüllung der ausliegenden Aufgaben sollte immer ein Auge geworfen werden, können sie in der Endabrechnung doch den entscheidenden Vorteil bringen.
Sind die Karten aufgebraucht oder kein Koi mehr verfügbar, wird das Spielende ausgelöst. Nach einer letzten kompletten Runde werden Punkte für Karpfen, Laternen, Aufgabenkarten und diverses Material notiert und es siegt, wer die meisten Punkte auf sich vereinen konnte.
Spieletester
Fazit
Da Koi vom selben Design-Team stammt wie der vorherige Überraschungshit Bonsai, drängt sich der Vergleich unweigerlich auf. Während man beim Vorgänger noch beschaulich an grünen Ästen bastelte, bietet das neue Gewässer deutlich mehr taktischen Tiefgang. Die Kombination aus zwei Kernaktionen erfordert messerscharfes Timing.
Ein fischfrischer Hit oder nur müder Kaviar?
Koi ist das perfekte Chamäleon im Spieleregal. Es schleicht sich mit der unschuldigen Optik eines tiefenentspannten Meditations-Wochenendes in die Herzen von Gelegenheitsspielern, nur um ihnen beim ersten Spielzug den taktischen Fehdehandschuh ins Gesicht zu klatschen.
Wer hier einfach nur „ein bisschen hübsch bauen“ will, wird von der knallharten Optimierungs-Realität des Marktes und dem chronischen Platzmangel im eigenen Gewässer eiskalt erwischt. Wer beim Meditieren zur falschen Zeit keine passenden Helfer- oder Ressourcenkarten in der Marktauslage vorfindet, schaut in die Röhre. Der Glücksfaktor beim Kartennachschub kann hier auch die beste Strategie ins Stocken bringen.
Belohnt werden wir am Ende auf alle Fälle mit einer wunderschönen Tischpräsenz und einem herrlich cleveren Wohlfühl-Spiel mit Denkpotenzial, das süchtig nach der nächsten, noch perfekteren Teich-Symmetrie macht.
Meditative Einsamkeit
Trotz des Gerangels um die Marktauslage baut letztlich jeder an seinem eigenen Teich. Wer auf direkte Interaktion, böse Schadensfreude und ständige Duelle am Spieltisch hofft, wird enttäuscht sein – Koi ist ein weitgehend solitäres Optimierungs-Puzzle.
Plus
- Optik und Haptik
- belohnendes Puzzeln
- angenehmer Spielfluss
- hoher Wiederspielreiz
Minus
- kaum Interaktion, aber hoher Platzbedarf
- Glücksfaktor bei den Karten
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Details
170 Teichplättchen
62 Karten
21 Koi-Teile aus Acryl
4 Sensei-Tafeln
26 Dekorationen
30 Münzen
12 Glücksplättchen
4 Quellen
6 Lagerausbauten
1 Kartenablage
1 Wertungsblock
1 Anleitung
Statistik
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