Massenweise Monster

Schluss mit schlecht verkleideten Schaustellern: In Massenweise Monster erschrecken euch echte Ungeheuer, während ihr mit eurer Lore durch eine schaurige Geisterbahn rattert. Wobei manche der niedlichen Kreaturen eher für Verzückung als für Gänsehaut sorgen.

Auch Monster brauchen einen Sinn im Leben

In der stillgelegten alten Mine wird gegähnt statt gegruselt. Den Monstern ist langweilig. Was wäre also ein besserer Schauplatz für eine waschechte Geisterbahn als dieser düstere Stollen? Damit das Fahrgeschäft Erfolg haben kann, brauchen die Monster jedoch unsere Hilfe. Denn sie alle haben ganz eigene Vorstellungen davon, wie sie uns gerne erschrecken möchten. 

Über acht Runden versuchen wir, unsere Schienenplättchen geschickt in einem 3x3-Raster zu platzieren, um einerseits Tore miteinander zu verbinden und andererseits Monster ihren Vorlieben entsprechend an den richtigen Orten einzusetzen. Fledermäuse bringen beispielsweise nur im Schwarm Punkte, während Golems lieber ihre Ruhe vor anderen Artgenossen haben. Neun verschiedene Arten von Monstern warten darauf, ihren Platz in der Mine zu finden - gar nicht so leicht, bei all dem Gewusel den Überblick zu behalten. 

Sicherheit oder Risiko? 

Zu Beginn eines Zuges deckt der aktive Spieler ein Schienenplättchen auf und steht direkt vor einer Entscheidung: sofort sichern oder auf ein besseres hoffen? Reihum überlegen die Mitspielenden, ob sie ein weiteres Plättchen aufdecken oder eines der bereits ausliegenden nehmen. Das geht so lange, bis alle versorgt sind. Dabei ist es durchaus möglich, dass Erwartungen enttäuscht werden, weil das passende Plättchen einfach nicht auftauchen möchte oder einem direkt vor der Nase weggeschnappt wird. Kreuzungen und Doppelkurven sind nämlich rar gesät und dadurch bares Minengold wert. 
Anschließend wird das gewählte Plättchen eingebaut und dabei bestmöglich platziert. Dabei sollten wir auch unser geheimes Plättchen im Hinterkopf behalten, das wir zu Spielbeginn erhalten haben und welches erst ganz zum Schluss verbaut werden darf. 

Der Weg ist das Ziel – möglichst ohne Sackgassen

Sobald das letzte Plättchen platziert ist, folgt die Endwertung, die aus stolzen 13 Wertungskategorien besteht. Hoffentlich kann eines unserer Monsterchen gut rechnen. Jedes Wesen wird je nach Vorliebe einzeln gewertet, außerdem gibt es noch Punkte für erhaltene Diamanten und verbundene Tore, während die Zahn- und Knochentore doppelt Punkte bringen. Wer am Ende die ausgeglichenste Gruselbahn gebaut und seine Monster besonders glücklich gemacht hat, gewinnt das Spiel und darf sich über gut gefüllte Kassen freuen.

Spieletester

Fazit

Auf den ersten Blick wirkt Massenweise Monster wie ein niedliches und einfaches Kinderspiel. Beschäftigt man sich jedoch näher damit, bemerkt man schnell, dass weit mehr taktische Tiefe dahinter steckt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. 
Die Regeln sind simpel und schnell erlernt, doch sich die Besonderheiten von neun verschiedenen Monstern einzuprägen, ist anfangs gar nicht so leicht. Zumal manche Vorlieben schon ein bisschen kniffelig sind und man mehrmals auf der Übersichtskarte nachlesen muss, um nichts durcheinander zu bringen. Nach zwei, drei Runden läuft das Spiel jedoch flüssig und man weiß genau, was die süß illustrierten Monster bevorzugen.

Perfekte Streckenführungen sind kaum möglich, Sackgassen lassen sich oft nicht vermeiden – was anfangs etwas frustrieren kann, punktetechnisch aber kaum ins Gewicht fällt. Stattdessen liegt der Fokus klar auf dem geschickten Einsatz der Monster.

Da bei einer Partie nie alle Plättchen im Spiel sind, bleibt der Drafting-Mechanismus spannend, da man vorab nie weiß, wie viele der begehrten Plättchen sich überhaupt im Spiel befinden und man etwas zocken muss, um zu bekommen, was man will. Oder eben nicht. Dadurch bleibt das Spiel dynamisch und man muss bei dem Bau seiner Geisterbahn flexibel bleiben, statt sich stur auf eine Taktik zu versteifen. Selbst wenn manche der Monster durchaus mächtiger in ihrer Wertung sind als andere. Doch durch die Vielfalt an Kreaturen kann man bei jeder Partie unterschiedliche Konstellationen ausprobieren, was für Abwechslung und hohen Wiederspielreiz sorgt. 

Zwar gibt es viele Plättchenlegespiele mit ähnlichen Ansätzen, doch Massenweise Monster hebt sich durch sein charmantes Design und das liebevolle Thema ab. Dazu kommt eine angenehm kurze Spieldauer, die perfekt für mehrere Partien hintereinander ist – und bei der es garantiert nicht langweilig wird.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • einfacher Einstieg und kurze Spieldauer
  • süßes Artwork und Thema
  • bleibt auch nach mehreren Runden spannend

Minus

  • Wertigkeit der Monster nicht ganz ausgeglichen 
  • kaum Interaktion untereinander
  • Wertung etwas komplex

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Preis: 27,50 Euro
Erscheinungsjahr: 2026
Autor: Michael Luu
Grafiker: Nele Diel
Zubehör:

5 Spielpläne

5 Übersichtskarten (enthalten einen Druckfehler)

78 Schienenplättchen

1 Startspieler-Marker

5 Loren

1 Wertungsblock

1 Regelheft

 

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