Vergiss den gemütlichen Spieleabend mit Oma und dem zerfledderten Kniffelblock. Schmidt Spiele hat den Klassiker in den Ring geschickt, ihm Steroide verpasst und ihn in eine Duell-Variante gegossen.
Hier wird nicht mehr friedlich nebeneinanderher gerechnet – hier wird geraubt, geschubst und dem Gegenüber das sprichwörtliche Bein gestellt. Ein Spiel für alle, die schon immer mal wissen wollten, wie viel Zorn in fünf kleinen Plastikwürfeln stecken kann.
Die Evolution eines Klassikers
Jeder kennt Kniffel: Man würfelt, man schreibt eine 15 bei den 5ern ein, man hofft auf das Full House und am Ende gewinnt der, der am besten addieren kann. Gähn. Erfolgsautor Reiner Knizia dachte sich wohl: „Das ist zu harmonisch!“ und hat die Duell-Variante erfunden. Statt Papier gibt es ein Pappbrett mit Löchern, statt Stiften gibt es goldene Scheiben. Es ist quasi das „Mad Max“ unter den Würfelspielen: Zwei Spieler gehen rein, nur einer kommt wieder raus.
Tauziehen mit Würfeln
Das Prinzip ist so simpel, dass man es selbst nach zwei Gläsern Wein versteht – aber so fies, dass der edle Tropfen schnell bitter schmeckt. In der Mitte des Spielfelds lauern goldene Scheiben auf einer Schiene, jede reserviert für eine Disziplin: 3er-Pasch, Full House oder die beliebten Straßen. Wer dran ist, würfelt bis zu dreimal. Schaffst man beispielsweise drei 4er, darf die entsprechende Scheibe in die eigene Hälfte gezogen werden. Klingt nett? Ist es aber nicht. Denn sobald der Gegner im nächsten Zug ebenfalls drei 4er hinlegt, zieht er das Ding eiskalt zu sich zurück. Erst wenn man eine Scheibe ein zweites Mal bestätigt, rutscht sie in eine runde Aussparung – fest eingeloggt und endlich sichere Beute.
Joker und Mathe-Hacks
Wer nach drei Würfen absolut nichts zustande bringt, bekommt als Trostpflaster ein Joker-Plättchen. Dieses darf man opfern, um einen Würfel auf die gegenüberliegende Seite zu drehen. Und da gewiefte Zocker wissen, dass gegenüberliegende Würfelseiten immer die Summe 7 ergeben, lässt sich das Ergebnis selbst bei schwachen Mathe-Kenntnissen präzise korrigieren. Wer zuerst fünf Scheiben bunkert oder drei nebeneinanderliegende Felder kontrolliert, darf sich zum Kniffel-Duell-König krönen.
Spieletester
Fazit
Emotionale Achterbahnfahrt
Kniffel: Das Duell verursacht ein Wechselbad der Gefühle. In der einen Sekunde fühlt man sich wie der König der Wahrscheinlichkeitsrechnung, weil eine Große Straße nach Hause gebracht wurde. In der nächsten starrt dich dein Gegner mit diesem manischen Glitzern in den Augen an, würfelt einen Kniffel und klaut einem die sicher geglaubte Scheibe direkt vor der Nase weg.
Es ist ein ständiges Hin und Her. Man entwickelt eine ungesunde Fixierung auf kleine goldene Holzscheiben und beginnt, den Gegner bei jedem Fehlwurf hämisch anzugrinsen. Dabei sind die „Joker-Chips“ das soziale Auffangnetz, ein taktisches Element, das oft über Sieg oder „Ich werf das Brett gleich aus dem Fenster“ entscheidet.
Nichts für Harmoniesüchtige
Kniffel: Das Duell ist zudem das ideale Spiel für Paare, die sich mal wieder ordentlich (spielerisch!) zanken wollen, oder für Freunde, die eine Rechnung offen haben. Es ist schnell, es ist gemein und es macht süchtig.
Plus
- Interaktion pur
- kurze Spieldauer
- einfacher Einstieg und Ablauf
Minus
- hoher Glücksfaktor
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Details
1 Spielplan
5 blaue Würfel
5 rote Würfel
11 goldene Holzscheiben
12 Joker-Plättchen
1 Anleitung
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