Hydra

„Rette sich wer kann! Die Hydra mit ihren vier Hälsen und unzähligen Köpfen ist zurück und attackiert unsere friedliche Stadt! Wenn da nur edle Helden wären, die es mit dieser Bestie aufnehmen könnten… Na gut, zur Not passt auch ihr.“

Nur nicht den Kopf verlieren

Wirst du der legendäre Held in den ruhmreichen Gesängen deines eigenen Heldenepos oder lediglich zu einer Nebenfigur? Oder wird dir gar die Schuld am Versagen zugeschoben? Das liegt in Hydra ganz bei eurer Performance der einzelnen Spiele, denn in diesem semi-kooperativen, oder wie der Autor es bezeichnet koordiniertem Spiel, verfolgt ihr zwar alle grundsätzlich dasselbe Ziel, doch jeder von euch will dabei am meisten glänzen. Um dem gemeinsamen Scheitern Einhalt zu gebieten, müsst ihr sowohl die nachwachsenden Köpfe der Bestie abschlagen wie auch ihre Hälse attackieren, wodurch sie sich Feld für Feld zurückzieht. Wie schwierig kann das schon werden? Jede eurer Taten bringt euch dabei Ruhm ein, wobei der ruhmreichste Held, bei einem Erfolg, eben zum großen Helden ernannt wird beziehungsweise bei einer Niederlage derjenige am niedrigsten Rang die Blamage zu tragen hat. Doch wie wird nun eigentlich gespielt?

Insgesamt gibt es mehrere Szenarien, Schwierigkeiten und sogar einen Solo-Modus, in all diesen verläuft das Spiel über sechs Runden hinweg in denen sechs Phasen wiederholt abgearbeitet werden. Grundsätzlich erhaltet ihr dabei Aktionskarten, die sowohl eine Heldenaktion wie auch eine Hydraaktion zeigen. Diese nutzt ihr um euch am Spielplan zu bewegen, zu attackieren, zu schützen, Barrikaden aufzubauen oder aber auch eure Teamkollegen zu sabotieren. Hupps? War das etwa ich?

Zusätzlich gibt es auch hydraspezifische Karten, die zur Seite gelegt werden. Ist das Monster am Zug werden sowohl diese Karten als auch sämtliche Hydraaktionen sämtlicher nicht verwendeter Aktionskarten abgehandelt, wodurch diese mehr Köpfe generiert, weiter vorrückt oder wild um sich beißt.

Alternativ könnt ihr auch Stadtaktionen nutzen, die zwar oft sehr praktisch sind, jedoch euch davon abhalten stattdessen eine Aktionskarte zu nutzen, was bedeutet, dass die Bestie weitere Handlungen setzen kann. Besiegt ihr die Hydra oder haltet ihr die Stadtmauern bis zum Ende der Partie aufrecht gewinnt ihr gemeinsam. Schafft es die Hydra jedoch die Stadtmauern vollständig zu zerstören und so die Helden in die Knie zu zwingen, so scheitert ihr gemeinsam. Na dann: Viel Erfolg beim Köpfe abschlagen.

Spieletester

Fazit

Wer solche Freunde hat, der braucht wahrlich keine Feinde mehr

So facettenreich die Köpfe der Hydra, genauso sind auch die Partien, denn besonders durch mehrere Szenarienkarten gibt es hier reichlich Variation in den einzelnen Spielen. Dazu gesellt sich eine angenehme Portion an taktischer Tiefe und ordentlich Druck auf die Spieler durch die ständige Bedrohung der Bestie bei gleichzeitig überschaubaren Handlungsoptionen der Helden. Weiters noch eine Brise gesundes Misstrauen den Heldenkollegen gegenüber und fertig ist das Spielspaß! Speziell dieses semi-kooperative Element macht in Hydra wirklich einiges her. Klar ist aber auch, dass die einzelnen Partien stark von der Gruppendynamik abhängig sind, denn bei zu viel Kooperation können die Spiele gleich mal zu einfach wirken, während zu viel Ellenbogen-Mindset zu reichlich Chaos führen kann.

Einen Minuspunkt erhält von uns jedoch das Regelwerk, denn dieses ist, speziell zum Einstieg, teils unklar gestaltet, auch wenn dieses neben Deutsch auch in Englisch beiliegt. Besonders in den ersten Partien haben wir auch Übersichtskarten vermisst, denn einige Elemente sind einfach stur auswendig zu merken und so etwas zu vereinfachen ist immer etwas Gutes.

Eine weitere Erwähnung sollte aber auch die gute Qualität der Materialien erhalten, denn viele robuste und nett gestaltete Holzfiguren geben sowohl haptisch als auch optisch ganz schön was her. Leider aber stellt sich gerade diese Gestaltung stellenweise auch als etwas unpraktisch dar, häufig muss recht viel an Plättchen bewegt werden, welche teils sehr eng beieinander liegen, sodass sich einzelne Aktionen häufig recht aufwändig darstellen. Da hätte man das eher kompakte Spielbrett doch etwas breiter machen können. Besonders frustrierend aber gestalteten sich für uns die Hydraköpfe und das Einstellen derer Anzahl mithilfe des Ringes, da einige dieser in unserem Testspiel recht locker waren und somit praktisch immer aus der Halterung fielen.

Abschließend wollen wir auch noch den Solo-Modus kurz ansprechen, denn dieser ist nicht nur gleichsam spannend, sondern auch annähernd gleich spaßig, also absolut die Zeit wert!

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • hohe Variabilität der Partien
  • angenehme taktische Tiefe ohne zu hoher Überforderung und überschaubaren Handlungsoptionen
  • spannendes Hybrid-System aus kooperativ und kompetitiv
  • mehrsprachige Regelwerke
  • gute Qualität der Spielkomponenten
  • überdachter Solo-Modus

Minus

  • sehr von der Gruppendynamik abhängig
  • Regelwerk teils nicht vollkommen eindeutig
  • wir hätten uns Übersichtskarten gewunschen
  • Materialen etwas unpraktisch, auch das Spielbrett könnte etwas größer sein
  • in unserer Box: Hydrakopfhalter zu locker - dadurch leicht frustrierendes Materialmanagement

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 bis 60 Minuten
Preis: 45,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Wyrmgold
Zubehör:

2 Regelhefter (je 20-seitig)

1 Spielbrett

1 Kompass-Feld

4 Hydraköpfe

4 Hydrakopfsteher

4 Hydrakopfzähler

4 Helden

4 Barrieren

10 Mauersteine

24 Aktionsmarker (je 6 pro Farbe)

4 Zugreihenfolgeplättchen

4 Schildplättchen

6 Mondphaseplättchen (doppelseitig)

40 Hydra-Halsplättchen (je 10 pro Farbe)

12 Szenariokarten (doppelseitig)

44 Aktionskarten

56 Hydrakarten; darunter:

  - 28 helle Hydrakarten

  - 28 rote Hydrakarten

 

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