Kavango

Kavango ist ein Teil des Kavango-Zambesi-Schutzgebiet, dem größten zusammenhängenden Naturschutzgebiet der Welt. Im gleichnamigen Spiel versuchen wir, Tiere in unseren Reservaten anzusiedeln, um die Nahrungskette herzustellen und noch mehr Tierarten anzuziehen.

Spielaufbau

Hier gleich eine gutgemeinter Ratschlag: Sucht euch einen großen Tisch! In die Mitte kommt ein kleiner Spielplan, der hauptsächlich die aktuellen Forschungsaufgaben, sowie unseren Fortschritt im Klimaschutz zeigt. Klimaschutz ist bekanntlich eine Aufgabe, die uns alle angeht.
Rundherum legen die Spieler ihre großen Ablagetafeln. Das sind die Reservate, in die wir unsere Tiere legen. Wir haben aber auch noch ein Tableau, an das wir oben und rechts Karten anlegen, und auf dem wir unseren persönlichen Naturschutz festhalten.
Jeder Spieler erhält einen Satz Handkarten und zwei Würfelchen, die für je eine Million Dollar stehen. Außerdem bekommt jeder eine Spezialistenrolle, die den Spielablauf für den Spieler ein wenig modifiziert.

Kommet, ihr Tiere!

In jedem Zug wählt man eine seiner Handkarten aus. Das tun alle Spieler gleichzeitig, so wie auch das Abhandeln derselben. Die meisten Karten werden eingebaut, also ins Reservat an- oder hineingelegt. So entstehen neue Nahrungsquellen für die Tiere, und/oder der Tierbestand vergrößert sich. Tiere kann ich aber nur dann ansiedeln, wenn die Lebensbedingungen passen! Aktionskarten sind da schon spezieller, sie können sich auf unterschiedliche Bereiche auswirken. Ich kann gewählte Karten aber auch verfallen lassen, dies bringt mir ein wenig Geld.

Was gehört zu den Lebensbedingungen für Tiere? Zum einen muss das entsprechende Futter da sein. Das können bestimmte Pflanzen und/oder Tiere sein, je nachdem welche Gattung es ist. Manche Tiere fordern zusätzliche Schutzeinrichtungen, z.B. vor Wilderern, oder eben Klimaschutz.

Kommet, ihr Millionen!

Nach dem Aktivieren einer Karte, kann man die ausliegenden Forschungsaufgaben werten. Diese verlangen zum Beispiel, dass wir viele unterschiedliche Arten von Tieren untergebracht haben; wobei als Arten hier Kleinsäuger, Großsäuger, Vögel... zu verstehen sind. Die Erfüllung der Forschungsaufgaben bringt und Geld und Siegpunkte; umso mehr, je besser wir den Auftrag erfüllen.

Was tu ich mit all dem Geld? Ganz einfach: Ich investiere es. Zum Beispiel in Renaturierung: Dies bringt mir Nahrung für Tiere. Oder ich investiere in Schutzeinrichtungen oder Klimaschutz. Wer sich besonders um Klima und Tierschutz kümmert, fährt am Ende Preise ein. Einen weiteren Preis gibt es für Biodiversität.

Weitergeben!

Nachdem wir eine Karte gespielt und unser Geld investiert haben, geben wir unseren Kartensatz an den Nachbarn weiter. Nach zehn gewählten Karten ist die Runde vorbei. Nach drei Runden endet das Spiel. Zu den während des Spiels erreichten Punkten, werden noch die Punkte für die angesiedelten Tiere, Biodiversität und Naturschutz addiert. Der Spieler mit dem höchsten Ergebnis, hat gewonnen.

Fortgeschrittenenregeln

Wer sich mit dem Spiel schon auskennt, kann mit Zielkarten spielen. Von denen bekommt jeder am Start zwei Stück, eine davon kann er am Ende werten. Sie verlangen bestimmte Lebensweisen oder Eigenschaften von unseren Tieren. Wie bei den Forschungsaufträgen, die ja für alle da sind, gibt es auch hier umso mehr Punkte, je besser man sie erfüllt.

Auch ein Spiel alleine ist möglich. Der Bot sucht sich nach bestimmten Regeln die nächste Karte aus. Er investiert auch brav in den Tierschutz. Unser Ziel ist es, mehr Punkte zu erreichen als der Bot.

Spieletester

Fazit

Jeder Spieler hat andere Startressourcen, außerdem ein anderes Spielziel. Dadurch geiern nicht alle auf dieselben Handkarten, die ja nach jeder Auswahl weitergegeben werden. Interaktion? Gibt es trotzdem ein wenig, aber immer nur durch die Auswahl der Karten. Wobei man natürlich sagen muss: Jeder ist sich selbst der Nächste, man nimmt vor allem das, was einem selbst am besten nutzt. Jemandem etwas wegzuschnappen, das man selbst gar nicht brauchen kann, hat nämlich so gut wie keinen Sinn.

Das Spiel nimmt sich, mit dem Arten- und Naturschutz, ein wichtiges Thema vor. Unterstützt wird es von einer Vielzahl von wunderbar illustrierten Karten. Aber welche Karten werden uns im Lauf des Spiels hilfreich sein? Es empfiehlt sich, dass Anfänger sich kurz mal die Karten der Stapel A, B und C ansehen, damit sie eine Idee davon bekommen, was man im Lauf einer Partie sammeln sollte. Trotzdem kann es passieren, dass man in der ersten Runde ungünstige Kombinationen ansammelt. Das merkt man nicht gleich, sondern man denkt sich in Runde zwei "Puh, läuft zäh. Bei den anderen flutscht es besser.". Der Hammer kommt aber in Runde drei, wenn man sich keines der stark punkteträchtigen Tiere leisten kann und man bei den Rundenzielen so gut wie nichts bekommt. Als Kettenreaktion hat man zu wenig Geld, um in Naturschutz zu investieren, wodurch man noch weniger Punkte bekommt.

Bringt die Familie entsprechende Frustrationstoleranz mit, legt man sich mit Kavango ein rasch erlernbares Spiel zu. Es kann zudem ein guter Einstieg in die Klasse der strategischen Spiele sein.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • wunderbare Illustrationen
  • leicht erlernbar
  • geringe Wartezeiten durch paralleles Spielen

Minus

  • sehr großer Platzbedarf am Tisch
  • Wenn man am Beginn das Fundament seines Reservats vermasselt, wartet man vergebens darauf, dass die Punkte und wertvollen Tiere kommen. Man merkt mitunter zur Hälfte der Partie, dass man für den Rest nur noch Statist sein wird.

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 50 bis 75 Minuten
Preis: 53,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Schmidt Spiele
Grafiker: Matt Brown
Zubehör:

10 Spezialistenkarten
30 Aktionskarten
160 Wildniskarten
45 Forschungsaufgabenkarnten
15 Zielkarten
32 Renaturierungskarten
4 Reihenfolgekarten
4 Richtungskarten
4 Kurzübersichten
1 Spielanleitung

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