Whispering Woods

Der Verlag Wonderbow Games hat ein Händchen für gute Spiele mit einer besonderen Optik. Auch Whispering Woods sieht schon mal sehr spannend aus. Aber spielt es sich auch so?

Der Titel des Spiels ist ein wenig irreführend, denn den benannten Wald gibt es anfangs noch gar nicht. Erst im Laufe der Partie entsteht vor jedem Spieler durch das Auslegen von Hexfeld-Plättchen eine eigene und individuelle Waldlandschaft.

Ziel im Spiel ist es, durch das Laufen auf farbig codierten Pfaden Aufträge zu erfüllen. In Bezug auf Siegpunkte möglichst lange, ergo lukrative, und natürlich so viele wie möglich auf einmal. Denn das sichert wichtige Bonuspunkte. Wenn ein Spieler die notwendige Anzahl an Aufgaben erfüllt hat, endet die Partie.

Ein Wald entsteht

Alle Spieler haben vier Tiere ihrer Farbe zur Verfügung und starten zu Beginn der Partie mit einem davon auf einem für alle identischen Aufgabenplättchen. Ist ein Spieler an der Reihe, führt er die drei Phasen seines Zuges nacheinander aus. Zuerst werden die offen ausliegenden Hex-Plättchen wieder auf sechs ergänzt. Diese gibt es in sechs verschiedenen Farben mit einer Wald- und Aufgabenseite. Nun kann sich der Spieler entweder zwei dieser Plättchen nehmen und mit der Waldseite nach oben seinem Wald angrenzend zu bereits ausliegenden Plättchen hinzufügen oder aber eines der  Plättchen mit der Aufgabenseite auslegen und darauf ein weiteres seiner Tiere stellen. Damit hätte er mehr Möglichkeiten der Auftragserfüllung.

Die dritte Phase ist optional. Jetzt können nämlich Aufgaben erfüllt werden. Das bedeutet, dass eine Tierfigur von einem Aufgabenplättchen aus den dort verzeichneten, farbig codierten Weg in ununterbrochener Reihenfolge durch den Wald laufen muss. Das Aufgabenplättchen wird anschließend als Nachweis und Punktemarker eingesammelt, das Zielplättchen hingegen wird umgedreht und dient nun als neues Aufgabenplättchen.

Punkte machen, aber wie?

Die eigentliche Herausforderung im Spiel besteht nicht darin, immer nur eine Aufgabe zu erfüllen und dann wieder Plättchen für den nächsten Lauf zu sammeln und auszulegen, sondern mit wenigen Plättchen einen möglichst perfekt funktionierenden Wald zu schaffen, in welchem die dort ausliegenden Plättchen mehrfach genutzt werden können. Eventuell sogar durch  die anderen Tiere der eigenen Farbe. Denn wenn man mehr als eine Aufgabe in einem Rutsch erfüllt, gibt es als Belohnung Bonuskarten, die zusätzliche Siegpunkte generieren.

Das Spiel endet, wenn der erste Spieler eine vorher festgelegte Anzahl an Aufträgen erfüllt hat. Jetzt werden nur noch die Siegpunkte auf den Auftragsplättchen und den Bonuskarten zusammengezählt, eventuelle Minuspunkte abgezogen und der Sieger ermittelt.

Spieletester

08.06.2026

Fazit

Whispering Woods beeindruckt zu allererst einmal durch die tolle Ausstattung und Grafik. Dicke, gut greifbare Hexfeldplättchen, nette kleine Holztiere und ein stimmungsvolles Schachtelcover versprechen ein angenehmes Spielgefühl. Wenn man jedoch davon ausgehend ein entspannendes kleines Puzzlespiel erwartet, liegt man aber ordentlich daneben. Das Spiel lässt nämlich die Synapsen ordentlich glühen. Ständig müssen die Farbcodierungen der zur Verfügung stehenden ausliegenden Plättchen mit den Gegebenheiten des eigenen Waldes verglichen werden.

Wo passt welches Plättchen am besten in den eigenen Wald? Oder doch lieber ein neues Aufgabenplättchen anlegen? Dumm nur, wenn von der dringend notwendigen Farbe kein Plättchen gezogen wird oder aber der Gegenspieler diese Zwangslage genau analysiert hat und das wichtige Plättchen vor der Nase wegschnappt.

Apropos Gegenspieler: Wonderbow Games gibt zwar an, dass Whispering Woods mit ein bis vier Spieler gespielt werden kann. Wirklich Spaß macht das Spiel nur zu zweit oder alleine. Für die letztere Variante liegt dem Spiel zudem ein spezieller Solo-Modus mit eigenem Material bei. Da es in einer Partie aber kaum Interaktion zwischen den Spielern gibt und die Downtime teilweise doch arg hoch sein kann, muss ich von einem Spiel zu dritt oder gar viert leider abraten.

Whispering Woods ist ein super ausgestattetes forderndes Puzzlespiel für idealerweise zwei Personen oder im Solo-Modus. Letztendlich ist es aber abstrakter, als Illustrationen und Material vermuten lassen. Auch das Glück spielt eine Rolle, das ist auf Grund der kurzen Spielzeit aber durchaus verschmerzbar. Ideal für alle Grübler und Puzzler, die gern das Optimum aus ihren Zügen herausholen wollen.

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • extrem hohe Materialqualität
  • hoher Puzzle- bzw. Hirnverzwirbler-Faktor
  • schnell erklärt, schnell gespielt

Minus

  • nur zu zweit oder solo interessant
  • kaum Interaktion
  • hohe Downtime
  • leider mehr abstrakt und weniger atmosphärisch als erwartet
  • Glücksfaktor spielt mit

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 25 bis 40 Minuten
Preis: 30,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Grafiker: Weberson Santiago
Zubehör:

Spielanleitung

Stoffbeutel

96 Waldplättchen (je 16 in 6 Farben)

4 Startplättchen

16 Tiere (Holz; je 4 in 4 Farben)

Bär (Holz)

10 Bonuskarten (4 Karten x2, 3 x3, 2 x4, 1 x5)

Solo-Spiel:

Wertungstableau

4 Tierplättchen

6 Missionskarten

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