Tianxia

Tianxia war das erste Spiel, bei dem ich für das Herausdrücken aller Teile aus dem Stanzrahmen zwei separate Sessions brauchte – tauchen wir also gemeinsam ein, in das chinesische Mittelalter und das Spiel der tausend Plättchen.

Eigentlich liebe ich komplexe Spiele mit vielen Komponenten und zahlreichen Möglichkeiten. Mehr Taktik als Glück, Ressourcenmanagement als Hauptaufgabe und eine große Wertung am Ende. All das liefert Tianxia, und doch lässt mich der Test etwas nachdenklich zurück.

1000 Teile – Ein Ziel

Das Grundprinzip von Tianxia ist eigentlich recht schnell erklärt. Jeder Spieler schnappt sich eine Farbe mit einer Vielzahl von verschiedenen Komponenten und einem individuellen Spielertableau. Mittig auf dem Spielplan befindet sich eine in verschiedene Regionen unterteilte Karte. In jeder Region befinden sich zufällig ausgeloste Gebäude, in welchen Arbeiter platziert werden, um Rohstoffe oder dauerhafte Boni zu erhalten. Außerdem können Schiffe mit Waren beliefert werden, was zusätzliche Vorteile bringt. Am unteren Ende des Spielbretts gibt es vier Fortschrittsleisten, auf denen man durch verschiedene Aktivitäten nach oben klettert. Bei Meilensteinen gibt es dafür Bonusplättchen und in der Schlusswertung Punkte, je nachdem, wer am weitesten gekommen ist. Spannend wird Tianxia dadurch, dass jedes Gebäude eine individuelle Funktion hat und man je nach Region, in der man seine Aktion durchführt, gewisse Zusatzktionen durchführen darf, beispielsweise einfache Rohstoffe in höherwertige Handelswaren tauschen.

Gefahr im Verzug

Zusätzlich zum Ressourcen-Management enthält Tianxia eine semi-kooperative Kampf-Komponente, denn aus dem Norden wird das Reich von Nomaden bedroht. Durch das Rekrutieren von Kriegern und das Errichten von Mauern (siehe auch: chinesische Mauer) können diese bekämpft werden, wobei die Kampfstärke aller Spieler summiert wird. Doch weil auch die Nächstenliebe Grenzen hat, werden jene, die am meisten zur Verteidigung beitragen, auch mit Bonuspunkten belohnt. Wenn die Nomaden nicht an der Grenze des Reichs abgewehrt werden, fallen diese ins Land ein und vernichten auf ihrem Pfad liegende, zuvor mühevoll platzierte Arbeiter – Die Farbe ist ihnen dabei egal. Wer nach vier Runden und der Endwertung die meisten Siegpunkte errungen hat, gewinnt. Zusätzliche Punkte erhält man durch das Sammeln von gewissen Bonusplättchen und durch drei geheime Questkarten, die erst am Spielende ausgewertet werden. 

Es sollte noch erwähnt werden, dass es sowohl eine Solo- als auch eine Duo- Variante gibt, wobei bei der Duo-Variante ein zusätzlicher Spieler als Bot mitgesteuert werden muss. 

 

Spieletester

28.12.2025

Fazit

1000 Teile – 1001 Möglichkeiten

Wie man schon an der Zubehör-Liste erkennen kann, enthält Tianxia eine ganze Menge an unterschiedlichen Komponenten. Es gibt insgesamt sieben verschiedene Ressourcen-Typen, die trotz ihrer Vielfalt ständig Mangelware sind. Weiters existieren eine große Variation an Gebäuden mit individuellen Effekten und verschiedenste Handelsschiffe - deutlich mehr als pro Partie benötigt werden, wodurch kein Spielaufbau dem nächsten gleicht. 

In puncto Spielmechanik gibt es zusätzlich zum erklärten Grundprinzip noch zahlreiche kleine Zusatzaktionen und Möglichkeiten das eigene Spiel zu optimieren, wobei viele der Mechaniken auch schon aus anderen Spielen bekannt sind. Ob Tianxia dadurch etwas überladen oder einfach nur ein taktisch sehr herausforderndes Spiel ist, bleibt wohl eine Frage der Zielgruppe. Ich möchte es so formulieren: Die taktischen Optionen in Tianxia sind sehr vielfältig und dadurch wenig intuitiv. Das führt potentiell zu einem hohen Wiederspielwert, wenn man erst einmal in allen Mechaniken sattelfest ist. Allerdings fällt der Einstieg in Tianxia dadurch schwer und wir hätten uns für die erste Runde eine Art “Tutorial-Variante“ mit reduzierter Komplexität gewünscht.

Für Spielegruppen, die sich in ein Spiel hineintüfteln wollen und nicht davor zurückscheuen, ein sowohl abend- als auch tischfüllendes Spiel anzupacken, würde ich Tianxia durchaus empfehlen. Uns casual-Spielern und Spielerinnen war es in Summe dann allerdings doch etwas zu kleinteilig. 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • hohe Komplexität
  • hoher Wiederspielwert
  • Glossar, in dem jedes einzelne Plättchen erklärt ist

Minus

  • schwerer Einstieg
  • wenig intuitiv
  • bekannte Mechanismen

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 60 bis 120 Minuten
Preis: 60,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Giant Roc
Zubehör:

1 Doppelseitiger Spielplan

4 Thronsaaltableaus

3 Barken

6 Startvorratsplättchen

5 Bannerplättchen

10 Einkommensgebäude

18 Passivgebäude

6 Startgebäude

12 Zusatzkostenplättchen

4 Hafennachfrageplättchen

18 Dschunken

32 Nachfrageplättchen

28 Palastbonusplättchen

52 gewöhnliche Bonusplättchen

16 einfache Angriffskarten

16 normale Angriffskarten

28 Zielkarten

4 Übersichtskarten

4 Nomadenfiguren

4 Nomadenstärkezähler

4 Verteidigungszähler

9 neutrale Figuren

4 50/100 RP Plättchen

4 150/200 RP Plättchen

75 Rohstoffe (25x Reis, Stein, Holz)

60 Waren (20x Seide, Helme Schmuck)

40 Münzen (30x1, 10x5)

16 Li Mu Karten

1 Würfel 

1 Anleitung 

1 Anleitung fürs Solospiel

Je Farbe (4x): 

16 Figuren 

6 Mauern

2 Türme

3 Aktionsmarker

1 Zugfolgestein

1 Ruhmzähler

4 Palastzähler

7 Lieferscheiben

7 Kisten

1 Bonuslieferplättchen

1 Doppelturmplättchen

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