Piratenbucht

"Piratenbucht" ist keine Neuigkeit, wurde aber von Insidern genauso sehnsüchtig erwartet. Grund ist wahrscheinlich mitunter die Gewissheit, dass Days of Wonder-Spiele unübertroffen in ihrer Aufmachung sind.

Bereits 2002 ist es im Amigo-Spielverlag erschienen, kurz darauf, nämlich im Jahr 2003, wurde es im Days of Wonder Verlag auf Englisch unter dem Namen "Pirate´s Cove" herausgebracht.

"Piratenbucht" ist ein Spiel in dem man geschickt sein Schiff ausbauen muss um möglichst schnell an Schätze und Geld heranzukommen. Spielziel ist es die meisten Ruhmespunkte zu bekommen - Geld und Schätze bringen einem Piraten natürlich reichlich Ruhm!

Jeder Spieler besitzt ein Schiff mit dem er Schätze transportieren kann. Um im Kampf gegen andere Spieler zu bestehen ist es wichtig, dass das eigene Schiff möglichst schnell ist und eine große Mannschaft und schwere Kanonen besitzt.

Zu Beginn des Spieles startet jeder Spieler mit der gleichen Ausstattung. Es wird nun versucht günstige Häfen auf dem Spielplan anzusteuern um dort das eigene Schiff aufzurüsten. Auf jeder Insel locken allerdings andere Aktionskarten: es gibt Gold und Ruhm zu holen, Schätze oder Karten. Zu den besten Karten kommt man allerdings nicht immer ganz billig. Wenn sich (geheim auf der Drehscheibe) auch andere Spieler dazu entschieden haben auf derselben Insel Rast zu machen, dann kann man nicht ganz einfach die Karte abstauben - man muss zuerst kämpfen! Im günstigsten Fall gewinnt man die Schlacht gegen einen oder mehrere Gegner - im schlechtesten Fall kommt man auf die einsame Insel wo man in Ruhe an seinem Wrack herumbasteln kann und wo es keine Aktionskarten gibt.

Zusätzlich zum Verlust der wichtigen Aktionskarten wird man auch noch am Ausbau des gewünschten Schiffsteils gehindert. Die nächste Insel wird man wahrscheinlich überlegter ansteuern - keinesfalls wird man sich dem Piraten gegenüber stellen wollen. Die Royal Navy, die von den Mitspielern gesteuert wird, kann einen aber auch auf der einsamen Bucht, wo es am wenigsten zu holen gibt, überraschen. Allerdings wird die Royal Navy fairerweise fast immer den Führenden angreifen und nicht den ewig Schiffreparierenden!

Mit den richtigen Ausbauten und einigen Tavernenkarten gerüstet, kann man auch der Royal Navy entgegentreten, die satte vier Ruhmespunkte einbringt, vorausgesetzt man besiegt sie.

Trotzdem entscheiden nicht nur die Schiffsausbauten über Sieg und Niederlage: die Würfel bringen eine Portion Glück ins Spiel, getroffen wird ein feindliches Schiff nämlich im Regelfall nur, wenn man eine 5 oder 6 würfelt... und die schnellsten Segel nützen nichts, wenn der Gegner es ausgerechnet auf den wichtigen aber relativ ungeschützten Schiffspapagei abgesehen hat...

Durch geschicktes Taktieren im Kampf und mit der richtigen Stärke kann man anderen Spielern Schätze wegnehmen. Man kann sie zwar nicht selbst behalten, aber immerhin kann man dafür sorgen, dass ein Mitspieler eine wertvolle Ladung ans Meer verliert, bei einer solchen Aktion gehen satte Ruhmespunkte baden. Die Aktionen wollen gut durchdacht sein, nach 12 Spielrunden ist das Spiel nämlich zu Ende. Bis zum Ende der 12. Runde sollte man seine Schätze und das Geld somit nicht nur gesammelt sondern auch auf der Pirateninsel gebunkert haben. Schätze, die am Ende des Spiels noch auf dem Schiff lagern zählen nämlich nicht für die Endwertung!

Die Spieldauer würde ich nach einigen Probespielen mit ca. 1 Stunde beziffern. Bei flotten Spielern kann eine Partie zu dritt wahrscheinlich sogar unter einer Stunde geschafft werden.

Erwähnenswert ist die wunderschöne und praktische Ausstattung, die aber natürlich auch ihren Preis hat.

Spieletester

16.02.2005

Fazit

Piratenbucht ist eine gelungene Mischung aus Taktik und Glück. Der Fiesheits-Faktor beim Kampf bringt die richtige Würze ins Spiel und macht "Piraten-Stimmung". Definitiv ist "Piratenbucht" kein Spiel für Spielepazifisten, die den Gegner nicht da treffen wollen wo es richtig weh tut. Denn ohne einen Schuss Gemeinheit lässt sich "Piratenbucht" nur sehr schwer gewinnen.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten
Preis: 40,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2005
Verlag: Days of Wonder
Grafiker: Julien Delval
Genre: Glück
Zubehör:

1 Spielplan, eine Spielanleitung, 5 Schiffe, Gold und Schätze, Spieltabellen mit Markierungssteinen sowie eine Drehschablone für jeden Spieler, Aktionskarten, Piratenschiff, Piratenkarten, Royal-Navy Karte und Würfel

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