Wer an Klaus Teuber denkt, denkt an die Siedler von Catan. Und siedeln tun wir auch bei Tumult Royal – quasi. Das sieht bei der Gemeinschaftsproduktion mit Sohn Benjamin Teuber zwar etwas anders aus, aber passt irgendwie doch, denn wir als Spieler versuchen uns auf dem Spielplan auszubreiten.
Das geht diesmal nicht mit Straßen, Siedlungen und Städten, sondern mit Statuen. Diese errichten wir zu Ehren unseres eigenen Andenkens – wie das bei Adligen nun einmal so ist. Benötigt werden dazu Waren in Form von Marmor, Werkzeugen und das Nahrungsmittel Brot. Schließlich wollen die beschäftigten Arbeiter auch etwas essen. Und weil das Volk diese ganzen Waren zur Verfügung stellt, tun die Adligen gut daran, die Leidensfähigkeit ihrer Untertanen nicht zu sehr zu strapazieren. Denn wer des Volkes Stimme ignoriert, wird für seine Raffgier bestraft und muss Buße tun.
Zu Spielbeginn bekommen alle Spieler neben ihrem Adelsrang eine Burgtafel mit Statuen in ihrer gewählten Farbe sowie zusätzliche Gefolgsleute und eine Gnadenkarte. Das Spielfeld wird entsprechend der Teilnehmerzahl aufgebaut, wobei jeweils die Hälfte der Landschaftsplättchen verdeckt ausliegen. Die Warenplättchen werden bereit gelegt und nach dem Platzieren erster Statuen auf einem Wiesenfeld kann es losgehen.
Das Spiel geht über mehrere Runden mit jeweils sieben aufeinanderfolgende Phasen. Mit der Tumult-Scheibe wird zuerst einmal die Stimmung in der Bevölkerung festgestellt. Die so ermittelte Zahl gibt an, wieviel von jeder Warensorte am Ende dem Volke noch bleiben muss, um einen Tumult zu vermeiden.
Die Steuer-Raubphase wird eingeläutet, in dem jeder Spieler drei verdeckte Warenplättchen entfernt. Dann dreht der König die Sanduhr um und nun hat jeder Adlige ca. 20 Sekunden Zeit, Warenplättchen aus der Auslage zu rauben und in der eigenen Burg in Sicherheit zu bringen. Dabei darf er immer nur eine Hand benutzen. Passt einem das Plättchen nicht, legt man es einfach verdeckt wieder zurück. Ist die Zeit abgelaufen, wird überprüft, ob dem Volk genügend Waren zum Überleben geblieben sind. Dazu werden alle restlichen Warenplättchen umgedreht und für jede Sorte separat ermittelt, wieviel übrig ist. Ist dem Volke von einer Sorte zu wenig geblieben, wird der raffgierigste Adlige bestraft, in dem er drei Gefolgsleute verliert und zusätzlich alle bis auf das Warenplättchen mit dem niedrigsten Wert zurücklegen muss. Und weil dies für jedes der drei Warensorten gemacht wird, kann eine solche Raubphase für einen Adligen auch schon mal bitter enden.
Mit den geraubten Waren können nun Statuen aufgestellt werden. In der Reihenfolge ihrer Adelsränge dürfen die Spieler diese auf einem freien Feld errichten. Allerdings darf dies nur waagerecht oder senkrecht angrenzend an ein vom selben Spieler belegtes Feld erfolgen. Die Kosten für das Errichten sind auf der Burgtafel der Spieler abgebildet. Bei Überzahlung der Kosten erhält der Spieler je Ware einen Gefolgsmann. Wer nicht angrenzend auf einem Wiesen- oder Waldfeld bauen möchte, kann dies ebenfalls tun, muss dafür aber das Doppelte zahlen. Und wer zu guter Letzt gar nichts aufstellen konnte, erhält zum Trost zwei Gefolgsleute.
Danach wird geprüft, wer die meisten Gefolgsleute besitzt. Dieser Spieler wird zum neuen (oder alten) König gekrönt. Die nachfolgenden Ränge werden entsprechend ermittelt und die Adelsränge zugewiesen. Der König muss danach aufgrund seiner Macht erst mal fünf Gefolgsleute abgeben, darf dafür aber eine Statue von seiner Burgtafel auf das nächste freie Feld der Königs-Chronik setzen. Ab der sechsten Spielrunde kommen dort sogar zwei Statuen unter. Die Chronik steuert im Laufe des Spieles auch das Aufdecken neue Landschaftsplättchen.
Zum Ende einer Phase wird die Gnade des Volkes ermittelt. Wer zu diesem Zeitpunkt die wenigsten Statuen aufgestellt hat, dreht seine Gnadenkarte auf die Seite „Gnade des Volkes“ und darf somit in der nächsten Tumult-Phase bei der Ermittlung des gierigsten Spielers jeweils eine Ware jeder Sorte abziehen. Alle anderen behalten die Seite „Keine Gnade des Volkes“.
Die Königs-Chronik steuert aber auch das Ende des Spieles. Immer dann, wenn der König dort zwei Statuen aufstellen darf, schaut er nach der Differenz der bereits aufgestellten Statuen zwischen dem Führenden und dem hinten liegenden Spieler. Ist dabei die Differenz größer als die Zahl, die unter dem aktuell besetzten Feld der Königs-Chronik steht, endet das Spiel sofort. Dann gewinnt, wer die meisten Statuen aufstellen konnte. Ansonsten wird eine weitere Runde gespielt. Spätestens nach der zehnten Runde ist aber definitiv Schluss. Gelingt es allerdings einem Spieler, alle seine 25 Statuen unterzubringen, wird die laufende Runde nicht mehr zu Ende gespielt und das Spiel endet sofort mit der Bekanntgabe dieses Spielers als Gewinner.
Für Zocker ist eine Variante vorgesehen, bei der die Tumult-Scheibe erst nach der Steuer-Raubphase ins Spiel kommt. Diese wird dann für jede einzelne Ware in der Reihenfolge Brot, Marmor und Werkzeug gedreht. Auf diese Weise könnte das Volk mit unterschiedlichen Mengen an Waren zufrieden sein.
Fazit
Redaktionelle Wertung:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: bis 40 Minuten
Preis: 30 Euro
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Kosmos
Autor: Benjamin Teuber, Klaus Teuber
Grafiker: Franz Vohwinkel
Zubehör:
100 Statuen (je 25 in den vier Spielerfarben)
39 Warenplättchen mit jeweils 1–3 Brot-, Marmor- oder Werkzeugsymbolen
37 Plättchen „Gefolgsleute“ (25 x 1er, 8 x 5er, 4 x 10er)
10 Landschaftstafeln
6 Rahmenteile
4 Burgtafeln in den Spielerfarben
4 Adelskarten (Ränge 1–4) – eine Seite männlich, die andere weiblich
4 Gnadenkarten
1 Tumult-Scheibe mit Drehpfeil
1 Sanduhr