Eye Know

Bilderquiz trifft Trivial Pursuit trifft Poker. Und eine App gibt’s auch dazu. Ob diese Kombination funktioniert und Schlaumeier und Zocker ans Spielbrett fesseln kann?

Material und Vorbereitung

Auf dem Spielplan werden 14 der 300 enthaltenen Bildkarten mit der Bildseite nach oben platziert. Die Karten sind zu gleichen Teilen in vier farbige Kategorien unterteilt: Dies & Das, Natur & Co, Leute & Charaktere und Zeichen & Symbole.
Jeder der zwei bis acht Mitspieler erhält zum Start fünf Einsatzchips. Hundert dieser mit dem Spielemblem versehenen Pokerchips sind im Spiel enthalten, 50 in Weiß (Wert 1), 25 in Rot (Wert 5) und ebenso viele in Schwarz (Wert 25).

Bild, Einsatz, Sieg

Der Spieler der an der Reihe ist wählt nun eine beliebige der ausgelegten Bildkarten aus und benennt, was darauf abgebildet ist. Der Spieler rechts davon prüft die Behauptung nach, indem er sie mit der Beschriftung auf der Rückseite der Karte abgleicht. Stimmt sie überein, erhält der Spieler einen Einsatzchip. Um nicht komplett ins Blaue raten zu müssen, sind die Bilder mit einer Überschrift versehen. Durch diese Eingrenzung (in der Kategorie Leute & Charaktere zum Beispiel „Politiker“ oder „Schauspieler“) wird einerseits verhindert, dass Nelson Mandela mit Morgan Freeman verwechselt wird, andererseits gibt sie gerade in der allgemeinen Kategorie die Richtung vor (beispielsweise ob das Gebäude oder die Stadt genannt werden soll).

Als nächstes darf der aktive Spieler entscheiden, welche der drei Fragen auf der Kartenrückseite er gerne versuchen möchte zu beantworten und wie viele Chips (mindestens einen, höchstens fünf) er setzen mag. Bei Frage eins handelt es sich dabei immer um eine Wahr/Falsch-Frage, Frage zwei bietet drei Antwortmöglichkeiten, Frage drei muss komplett frei beantwortet werden. Während eine richtige Beantwortung der 50:50-Frage den Einsatz lediglich verdoppelt, bringt die Multiple Choice-Frage den dreifachen Einsatz herein und die offene Frage spült sogar den vervierfachten Einsatz auf das Spielerkonto.
Im Anschluss darf der Spieler (egal ob die Frage richtig beantwortet wurde oder nicht) die Karte behalten, eine neue Karte wird vom Stapel nachgelegt und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Sollte der aktive Spieler das Bild falsch benennen (ja, manch einer verwechselt den jungen Fidel Castro schon mal mit Che Guevara) hat der nächste Spieler in der Reihe die Möglichkeit es besser zu machen und die Behauptung richtig zu stellen. Schafft er es auch nicht, wird reihum weitergefragt, bis einer die richtige Antwort gibt oder man beim Fragesteller angelangt ist. Sollte ein anderer Spieler die Karte richtig benennen erhält er nicht nur den Belohnungschip dafür, sondern darf sich seinerseits nach den üblichen Regeln an einer Frage versuchen und die Karte behalten. Danach ist der Spieler neben dem an der Reihe, der die Bildkarte ausgesucht hat, egal ob er sie auch erhalten hat oder nicht.

Es wird so lange gespielt, bis jeder fünf Mal an der Reihe war. Danach werden noch Bonuspunkte verteilt. So erhält jeder der drei Karten einer Farbe gesammelt hat fünf Punkte, für das Quartett springen zehn Punkte heraus, das vollständige Quintett wird mit 20 Punkten belohnt und jedem, der jeweils eine Karte aus jeder Kategorie vorweisen kann, winken 15 Bonuspunkte.

Wer nun die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.

Play it smart-App

Die App, die wahlweise verwendet werden kann und (entgegen der beigelegten Anleitung und der Angabe auf der Verpackung) sowohl für iOS als auch Android kostenlos verfügbar ist, bietet eine Erweiterung für das Spiel. Statt eine Karte zu wählen kann sich der Spieler entscheiden, die App zu verwenden. Diese zeigt eine Überschrift (Objekt, Schauspieler, Lebensmittel…) und lässt auf Knopfdruck ein unkenntlich gemachtes Bild langsam erkennbar werden. Erkennt der Spieler das Bild, stoppt er die Animation durch die Berührung des Bildschirms und nennt die Lösung. Ein Button löst das Rätsel auf. Wurde das Bild richtig erkannt zeigt die App je nach verstrichener Zeit an, ob das Ein- bis Fünffache des Einsatzes ausgezahlt wird. So erhält der Spieler zwar keine Karte für seine Bonuspunktsammlung, hat aber die Möglichkeit, von Haus aus einen hohen Multiplikator einzufahren.

Leider sind die Effekte sehr unterschiedlich schwer zu erkennen. Einen Schauspieler durch den Wirbeleffekt zu erkennen ist beinahe ebenso unmöglich wie einen Wels zu identifizieren, dessen Bild langsam aus der Bildmitte herausgezoomt wird und so fast bis zum Ende lediglich eine grüne Fläche präsentiert. Da entscheiden sich die Spieler vermutlich großteils für die Sicherheitsvariante, also die Karte.
Noch dazu ist der Beruf des Holzbildhauers wohl nicht nur schwer zu erkennen, sondern auch das aufgelöste Bild ähnlich schwer zu benennen.
Trotzdem ist die App eine nette Ergänzung, auch wenn die Zusatzregeln für sie nicht sehr ausführlich erklärt sind. Beispielsweise wird nicht angeführt, ob ein Spieler zwingend mindestens einmal die App verwenden muss. Falls nicht, ist die Angabe der Spielerzahl und der Fragen pro Spieler beim Start der App nämlich komplett unsinnig, da die Fragen dem Spieler ohnehin nicht zugeordnet werden.

Spielmechanik

Gerade bei Quizspielen ist es stark von der Spielmechanik abhängig, wie fair die Chancenverteilung für alle Spieler ist. Dass die Bilder von jedem Spieler frei ausgewählt werden können, ist da absolut zu begrüßen. Leider ist die Regel für das Nichterkennen eines Bildes aber ein Schritt in die ganz falsche Richtung. Erkennt Spieler A die Karte nicht, darf Spieler B ran und die Karte benennen und die Frage dazu beantworten, erhält also im besten Fall 16 Punkte. Trotzdem ist Spieler B danach sofort wieder an der Reihe, da er nun regulär am Zug ist. Das gibt schon einen gehörigen Punktevorsprung und ist den anderen Mitspielern gegenüber, die die Karte mit großer Wahrscheinlichkeit auch benennen hätten können, extrem unfair.
Spieler B seinen nächsten Zug zu verwehren wäre hingegen auch nicht gerecht, da er sich wahrscheinlich für eine andere Karte entschieden hätte, bei dessen Thema er sattelfester gewesen wäre und womöglich mehr gesetzt hätte.
Um diesem Dilemma vorzubeugen ist es wohl das Beste, falsch beantwortete Karten entgegen der Regel einfach „sterben“ zu lassen und den nächsten Spieler an die Reihe zu nehmen.

Obwohl die erste Frage mit einer 50:50-Chance einen niedrigen Schwierigkeitsgrad vorgaukelt, ist sie tatsächlich dadurch, dass sie meistens nur durch Raten beantwortet werden kann und aufgrund des niedrigen Belohnungs-Multiplikators oft die letzte Wahl. Schließlich kann die Antwort bei der Multiple Choice-Frage immerhin in vielen Fällen hergeleitet werden und die frei zu beantwortende Frage ist nicht unbedingt immer schwer, gerade wenn man halbwegs mit dem Thema vertraut ist. Grundsätzlich variiert das aber von Karte zu Karte.

Spieletester

18.01.2015

Fazit

Bei Eye Know gewinnt nicht unbedingt der, der am meisten weiß, sondern der, der im richtigen Moment auch das meiste riskiert. Die App ist eine nette Dreingabe, wirklich spielentscheidend ist sie aber nicht. Wer die Regel bei Nichterkennen eines Motivs adaptiert und dadurch fairer macht, hat wahrscheinlich mehr Spaß am Spiel.
Quizspiel-Fans können auf Eye Know also durchaus ein Auge werfen.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 8
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten
Preis: 30,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2014
Verlag: Kosmos
Grafiker: Tatyana Momot
Genre: Quiz
Zubehör:

1 Spielplan 300 Bildkarten 100 Einsatzchips 1 Anleitung

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