Camel Up

Mit "Camel" verbinde ich primär die geniale Band rund um Andy Latimer. Mit dem Song "Flight of the Snow Goose" und legendären Alben wie etwa "Stationary Traveller" spielten sie sich in den achtziger Jahren des letzten Jahrtausends in mein musikalisches Herz und werden unverändert gerne gehört.

Mit "Camel" verbinde ich in zweiter Instanz die Zigarettenmarke mit der Pyramide (hoppla, das passt ja!) und dem Kamel auf der Schachtel. Mit Zigaretten hatte ich aber nie viel am Hut und demnach verbindet mich nicht viel damit. Sie haben sich daher auch nicht blaudunstig in meine saubere Lunge geschmaucht.

Mit "Camel" verbindet die Spieleszene seit wenigen Tagen das Spiel "Camel Up". Auch ich gehöre dazu. Ob es sich in mein verspieltes Regal mogeln kann? Viel Platz ist dort nicht.

Das Spiel protzt mit einer hohlen Kartonpyramide. In diese werden die fünf Würfel geworfen und durch einen Schiebemechanismus kommt bei Bedarf einer heraus. Statt Aladin aus der Flasche erscheint der Würfel aus der umgedrehten Pyramide. Man weiß nicht welchen Würfel man bekommt.
Kleine Anmerkung für Redakteure:
Die Pyramide und die fünf Farbwürfel hätte man durch fünf Farbplättchen und einen Würfel ersetzen können. Der Würfel wird geworfen und das oberste der Farbplättchen wird aufgedeckt. Das hätte den gleichen Effekt wie die Farbwürfel in der mitunter nervigen und sperrigen Pyramide.

Das Kamel der gewürfelten Farbe zieht dann ein, zwei oder drei Felder weiter auf dem Wüstenpfad. Da Kamele starke Tiere sind und das Tragen von Lasten für sie Gewohnheit ist, reisen sie gerne in Gesellschaft. Die weiteren Teilnehmer der Reisegesellschaft sitzen gestapelt auf dem ziehenden Kamel und schmarotzen mit. So bilden sich immer wieder zirkusdressurgeeignete Kamelpyramiden unterschiedlicher Höhe. Würfeln und damit Kamele ziehen bringt eine Münze im Wert von einem ägyptischen Pfund.

Ein Etappen-Wettplättchen aus der Auslage nehmen kann bei der Etappenwertung mehr Geld bringen. Vorausgesetzt man setzt auf ein richtiges Kamel. Immer, wenn alle fünf Würfel aus der Pyramide geschüttelt sind, findet diese Etappenwertung statt. Die beiden führenden Kamele bringen den Besitzern der entsprechenden Wettplättchen Geld. Das führende Kamel bringt dem Besitzer des bestdotierten Wettplättchens fünf Pfund ein, das nächste bringt drei und das dritte noch zwei ägyptische Pfund. Besser dotiert heißt aber auch dass man sich früher für den Etappensieg dieses Kamels entscheiden muss. Die Unwegsamkeiten des Wüstenpfads lassen todsichere Siegertipps aber immer wieder mal zur Niete werden. Das Kamel in zweiter Position bringt jedem Wettplättchenbesitzer ein Pfund. Für Kamele auf Platz drei, vier oder fünf der Etappenwertung muss pro Wettplättchen ein Pfund "Deppensteuer" bezahlt werden.
Kamele auf anderen Kamelen haben dabei wertungstechnisch die Schlabberlippe vorn.

Noch mehr Geld ist bei der Schlusswertung am Spielende zu gewinnen. Man muss allerdings während des Rennens auf das tolle Siegerkamel oder das olle Looserkamel gesetzt haben. Verdeckt legt man dazu die Wettkarten auf das entsprechende Wettfeld. Auch hier gilt: first come, first serve.

Als vierte Option kann jeder Spieler sein Wüstenplättchen auf den sandigen Gehweg legen.
Kleine Anmerkung für Redakteure:
Diese Plättchen empfanden wir als unnötig. Ohne geht es genau so gut.
Kann man weglassen. Wie ich ihre Beschreibung hier weglasse.

Das Spiel endet sofort wenn das erste Kamel die Ziellinie des 16 Felder langen Wüstenparcours überquert.

Spieletester

31.07.2014

Fazit

– Mein Spiel des Jahres ist es nicht: Die Art und Weise wie sich die bunten Kamele bewegen ist schon recht pfiffig und damit auch wie sich immer wieder andere Reisegruppen bilden. Der Rest ist ein zu aufgeblasenes (Pyramide!) und zu langweiliges Drumherum. Manchmal ist völlig klar welches Kamel die Etappe gewinnt und alle stürzen sich auf die noch vorhandenen Etappenplättchen, manchmal hat man nur vage Anhaltspunkte und würfelt lieber um wenigstens ein ägyptisches Pfund einsacken zu können. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube am Pyramidendach. In unserer Runde konnte die Entscheidung der Jury "Spiel des Jahres" in keiner Weise nachvollzogen werden. Aber was wissen wir Spieler schon wie die Jury tickt.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Besucherkommentare

Lukas | 31.07.2014

Sehe Ich anders.
Bei uns hat es allen gut gefallen. Vorallem auch denjenigen,welche weniger spielaffin sind("Spiel des Jahres"-Zielgruppe!). Hab immer mit 5+ Spielern gespielt, es nicht zu ernst genommen und einen Riesenspass gehabt.
Und die Pyramide ist schon cool und macht was her.

Marcel | 02.08.2014

Die Rezension trifft es genau. Ein sehr schwaches "Spiel des Jahres" ohne sinnvolle Entscheidungsmöglichkeiten. Dass man ab 5 Mitspielern kaum dran ist bevor das Spiel auch schon vorbei ist, macht auch keine Laune.

Bei meinen Spielerunden absolut durchgefallen. Kindern gefällt wohl die Aufmachung besser als bei Splendor etc. aber sollte nicht beste anstatt das hübscheste Spiel gewinnen?

Hardy | 04.08.2014

Ich sehe es genauso wie Marcel und der Rezensent. Dem Zufall wird zuviel zugemutet. Ist in meinen Spielgruppen glatt durchgefallen. Da kann auch das Material und die Würfelpyramide nicht gegen anstinken. Für mich das schwächste SdJ seid Jahren. Von den Nominierten war Splendor mein Favorit gewesen.

Jörg Domberger | 07.08.2014

Freut mich, dass ich mit meiner Rezensenten-Meinung nicht alleine da stehe...
Aktuell steht es 2:1 für mich.

Mike | 13.09.2014

Tolles Spiel auch mit Seltenspielern

Andreas | 16.02.2015

Also ich finde, dass das Spiel schon den Preis "Spiel des Jahres" verdient hat.
Warum genau kann man in meiner Rezension nachlesen :)

https://brettspieltipps.wordpress.com/2015/02/12/camel-up/

Andi | 07.09.2015

Camel Up ist ein sehr gutes Spiel des Jahres. Die Hauptzielgruppe sind eben Familien und Wenigspieler. Meiner Meinung nach sind Concept und Splendor die besseren Spiele, aber nicht für Kinder.
Und mit der Pyramide würfeln ist schon witzig.

Brettspiele Köln | 04.05.2017

Durch die Würfelmechanik sind alle anderen Spieloptionen ein reines Glücksspiel. Man kann NICHTS aktiv beeinflussen oder abschätzen. Es gibt keinerlei Taktik wie man die optionalen Wetten gewinnen könnte, die Plättchen zu legen vergrößert das Glückspiel noch. Einziger Sinn, man setzt auf das vorderste Kamel. Man könnte auch nur würfeln und das Spielmaterial drumherum weglassen. Ist das ein zu harter Verriss? Ich mag Glücksspiele, auch bluffen usw. Aber eine Winzigkeit Einfluss oder Interaktion mit meinen Mitspieler hab ich auf den Spielverlauf doch gern. Camel Up ist genau solch ein Spiel, welches die Begriffe "Spiel des Jahres" und "Familienspiel" für mich negativ besetzen. Ich bin erstaunt, wie man über solch ein Spiel, doch so zahlreiche tolle Rezensionen machen kann.

Jeff | 01.12.2018

Das Spiel hatte sich mein Sohn im vergangenen Jahr zu Weihnachten gewünscht. Nachdem wir uns durch die verwirrenden Regeln gekämpft hatten, war klar, dass es nicht besser wird. Einfach nur langweilig. Wir haben es dann nach Weihnachten weiterverkauft.

Dr.Ben | 25.12.2019

Meine Familie spielt dieses Spiel seit 4 Jahren mit großer Begeisterung. Natürlich spielt Glück eine Rolle aber auch das Abschätzen von Wahrscheinlichkeiten - Wie beim Poker! Die Kritik, die hier geäußert wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Offenbar haben diese Leute das Spiel nur 2-3 mal probiert, ohne die Regeln richtig anzuwenden. Die Wüstenplättchen sind genial und können, wenn sie clever gespielt werden, das Spiel entscheiden. Das Spiel ist eines der besten Brettspiele, die ich kenne! Der Preis ist absolut gerechtfertigt!

Ragna | 25.12.2020

Auch 2020 nach 2 Jahren Benutzung noch ein Highlight. Leicht zu spielen, hoher Spaßfaktor auch nach Stunden. Die Wüstenplättchen sind genial und können die ganze Situation auf den Kopf stellen. Die Pyramidenmechanismus klemmt manchmal etwas. Möchten wir aber nicht missen und keinesfalls gegen langweilige Plättchen tauschen wie hier vorgeschlagen.

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 8
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 28,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2014
Verlag: Pegasus Spiele
Autor: Steffen Bogen
Grafiker: Dennis Lohausen
Genre: Glück
Zubehör:

1 Würfelpyramide (aus 5 Teilen zusammengebaut), Spielplan, 5 verschiedenfarbige Kamele aus Holz und 5 dazu passende Würfel, 40 Wettkarten (je 5 pro Charakter), 5 Wüstenplättchen, 15 Etappenplättchen (je 3 pro Kamel), 5 Pyramidenplättchen, 50 Münzen, 20 Geldkarten, Spielanleitung (deutsch und englisch)

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