Schatten über Landsitz Hagenberg

Es hätte ein rauschendes Fest werden sollen... Anlässlich seines 70. Geburtstags hat Anton Hagenberg seine Familie und die engsten Vertrauten auf seinen Landsitz Hagenberg eingeladen. Aber was als schöne Familienfeier begann, fand ein plötzliches Ende - spätestens als der alte Hagenberg mit einer potenziell tödlichen Vergiftung ins Krankenhaus muss. Doch ein echter Hagenberg lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Und so sitzen am Folgeabend alle Beteiligten wieder zusammen. Dieses Mal ist allen klar: Einer unter ihnen hat versucht, Anton umzubringen...
Krimispiel - was ist das eigentlich?

Schatten über Landsitz Hagenberg ist ein Krimispiel. Aber was heißt das überhaupt? Das heißt, dass alle Beteiligten in einen Kriminalfall verwickelt sind - sei es als Zeuge, Opfer, Angehöriger oder auch Täter. In diesem Fall ist das die Vergiftung des Familienoberhaupts Anton Hagenberg, quasi anlässlich seines 70. Geburtstags.

Über drei Runden versucht die Spielrunde gemeinsam zu eruieren, wer der Täter oder die Täterin ist. Dabei gibt es nur eine einzige grundsätzliche Regel: Man darf nicht lügen, außer man ist der Täter oder die Täterin. Worüber man nicht lügen darf (oder eben schon), erfährt man von den Spielheften. So eines erhält jeder Spieler vor dem eigentlichen Spielabend. Darin finden sich Infos zu den jeweiligen Rollen und zur Sicht der Rolle auf die anderen involvierten Personen. Außerdem erfährt man dort, ob man die Tat begangen hat oder nicht. Aber keine Sorge, jede Rolle hat ihre Geheimnisse und ein bisschen Dreck am Stecken - ob mit oder ohne Mordversuch! Wer welche Rolle bekommt, entscheidet der Gastgeber. Hier hätten wir uns eine allgemein gehaltene neutrale Beschreibung jeder Rolle gewünscht, damit die Zuordnung auf die Spielerunde etwas leichter fällt.

Der Rest des Spiels verläuft sehr frei. Der Gastgeber, hier der alte Hagenberg, eröffnet die Runde, indem er einfach ein Gespräch beginnt. Daraufhin entstehen Gespräche über den Tathergang, Sichtweisen werden ausgetauscht, Leute beschuldigt, Verdächte aufgestellt und überprüft usw... Die Wogen gehen oft hoch, will doch keiner am Ende der Polizie ausgeliefert werden! Wenn in einer Runde die Gespräche zu verebben beginnen, ist es an der Zeit, wieder neues Holz ins Feuer zu werfen. Der Gastgeber ruft den Beginn der zweiten Runde aus. Jede Rolle erhält nun im nächsten Abschnitt ihres Spielhefts weitere Infos zu sich und den anderen. Außerdem gibt es noch ein allgemeines Ereignis, dass der Gastgeber allen vorliest. Und schon ist genug Stoff für die nächsten ein, zwei Stunden vorhanden!

Am Ende des Spiels kommt es zur finalen Abstimmung, wer denn nun die Tat verbrochen hat. Der Spieler oder die Spielerin, der/die am meisten Stimmen gesammtelt hat, wird von der Runde der Polizei übergeben. Erst danach wird die Auflösung vorgelesen. Und dann kann man noch diskutieren, welche Puzzelteile gefehlt haben und wo man andere Schlüsse hätte ziehen können bzw. sollen.

Üblicherweise verbindet man ein Krimispiel mit Essen. Hier hat sich Culinario Mortale noch etwas einfallen lassen: Neben den ohnehin schon toll zusammengestellten Rezeptideen haben die Autoren auch speziell auf ihre Spiele passende Menüs erdacht. Für das Geburtstagsessen des alten Hagenbergs gibt es zum Beispiel das Hagenberger Jubiläums Menu.

Der Kreis der Verdächtigen

Anton Hagenberg: Er ist das Familienoberhaupt und Firmenchef des erfolgreichen Chemiekonzerns der Hagenbergs. Ihn als Täter zu sehen mag kontraintuitiv erscheinen - aber er ist eben schon alt und auf seinem riesigen Landsitz seit dem Tod seiner Frau recht allein.

Sebastian Hagenberg: Antons Sohn und im Finanzbereich ebenfalls in der Firma des Vaters tätig.

Carla Binz: Antons Tochter. Sie ist mit Jonas Binz verheiratet.

Jonas Binz: Carlas Ehemann und damit Antons Schwiegersohn.

Richard Melzer: Ein junger Mann, der überraschend von Anton zu seinem Fest eingeladen wurde.

Emily Schiller: Sebastians aktuelle Freundin. Sie arbeitet als PR-Beraterin ebenfalls beim Hagenberg-Konzern.

Emma Beiersdorf: Ist Haushälterin und gute Seele von Landsitz Hagenberg.

Harald Stelzer: Er kümmert sich seit zwei Jahrzehnten um die Ländereien von Anton. Carla und Sebastian hat er mit aufwachsen sehen.

Spieletester

17.10.2016

Fazit

Die Story rund um die Hagenbergs und deren Freunde ist dicht gespinnt. Eine Intrige folgt der nächsten und keiner der Beteiligten kommt dabei so ganz unbescholten davon. Die Storys der einzelnen Charaktere sind dabei absolut harmonisch in den Gesamtablauf integriert.

Schatten über Landsitz Hagenberg ist ein top Krimispiel von einem noch jungen Berliner Verlag. Fans von Krimispielen werden hier ganz sicher nicht enttäuscht und Neugierige finden wegen des angenehm wenigen Materials einen leichten Einstieg in das Genre - was will man mehr?
Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Glaubhafte Charaktere
  • Gut durchdachtes Intrigennetz

Minus

  • nur ein mal spielbar
  • keine allgemein gehaltene Beschreibung der Rollen, daher fällt die Zuordnung dem Gastgeber relativ schwer

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 6 bis 8
Alter: ab 16 Jahren
Spieldauer: 180 bis 240 Minuten
Preis: 22,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2014
Grafiker: Gerald Wagner
Zubehör:

1 Spielregel
1 Ereignisheft
8 Spielhefte
8 Namensschilder

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