Blue Max

Im Ersten Weltkrieg galt das Flugzeug als eine verrückte, neumodische Erfindung, der man zunächst mit großer Skepsis begegnete. Gegen Ende des Krieges wurden Flugzeuge dann immer öfter eingesetzt, wobei sich die Piloten in ihren Jagdflugzeugen erbitterte Duelle auf Leben und Tod lieferten. Das Thema des Luftkampfes ist bei Blue Max in ein spannendes Brettspiel verpackt worden, bei dem sich die Spieler als Jagdpiloten auf die Seite einer der beiden Kriegsparteien schlagen und versuchen, die größtmögliche Zahl an Gegnern abzuschießen.

Zu Spielbeginn sollte jede Kriegspartei über die gleiche Anzahl an Spielern verfügen. Auf einem großformatigen Spielbrett werden die gewählten Flugzeuge in Form von sechseckigen Plättchen über aufgedruckte Hexfelder bewegt. Weil es zur damaligen Zeit keinen Funk gab, konnten sich Piloten einer Staffel auch nicht untereinander verständigen. Diesem Umstand wird bei Blue Max dadurch Rechnung getragen, dass sich Spieler der gleichen Kriegspartei nicht absprechen dürfen.

Blue Max wird über mehrere Runden gespielt, bis alle Flugzeuge einer Seite abgeschossen sind. Eine Runde unterteilt sich in mehrere Phasen, die für alle Spieler gleichzeitig ablaufen. Durch die Verwendung optionaler Regeln kann die Komplexität langsam gesteigert werden. Zunächst prüfen die Spieler, ob sie verfolgt werden, also einen Gegner im Nacken sitzen haben. Ist dies der Fall, müssen sie ihrem Verfolger, und nur ihm, zu Beginn der eigentlichen Planungsphase Richtung und Flughöhe (optional) des nächsten Manövers offenbaren. Die Spieler markieren nun ihre gewählten Flugbewegungen auf Manöverbögen verdeckt hinter einem Sichtschirm. In der darauf folgenden Bewegungsphase decken alle Spieler ihre Manöver auf und bewegen ihre Flugzeuge entsprechend über das Spielfeld. Nach der optionalen Abgabe von Treibstoffmarkern kommt es nun zum Kampf, sofern ein gegnerisches Flugzeug in Reichweite der eigenen Waffen ist. In der anschließenden Abhandlungsphase wird per Würfel über mögliche Schäden und Spezialeffekte entschieden. Es folgt die Erholungsphase, in der wiederum die Würfel über Reparaturen entscheiden, aber ebenso auch Unfälle wie blockierende Maschinengewehre, Feuer und trudelnde Flugzeuge verursachen können. Wurde das letzte Flugzeug einer Seite abgeschossen, endet das Spiel.


Spieletester

01.11.2014

Fazit

Blue Max ist definitiv nichts für die Familie. Vielmehr handelt es sich hier um ein Simulationsspiel für Luftkampfoperationen, bei der nur die echten Fans auf ihre Kosten kommen werden. Sowohl die Regeln als auch das Handling sind etwas umständlich. Vor allem die Auswahl des nächsten Flugmanövers anhand von Zeichenkürzeln ist gewöhnungsbedürftig. Weil in der Anleitung neben den eigentlichen Regeln immer wieder zusätzliche Informationen auftauchen, ist diese nicht so leicht zu lesen und zu verinnerlichen. Da hätte eine klare Struktur gut getan. Die vielen optionalen Regeln machen das Spiel teilweise recht unübersichtlich, was dem Spielspaß dann eher abträglich ist. Allerdings kann durch das schrittweise Hinzunehmen dieser zusätzlichen Regeln auch langsam die Komplexität gesteigert werden, was letztlich aber nur wirklich Interessierten am Luftkampf des Ersten Weltkrieges einen Mehrwert bringt.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

Teilen mit facebook twitter

Besucherkommentare

Barpfotenbär | 15.11.2015

Blue Max macht süchtig - und zwar seit den 1980er Jahren (Siehe hierzu das umfassende Material bei https://boardgamegeek.com/boardgame/508/blue-max und https://boardgamegeek.com/boardgame/158982/blue-max-world-war-i-air-combat ).

Perfektioniert wurde das Spiel schließlich von den "Canvas Eagles", welche das wesentlich erweiterte Spiel in Form von PDF-Dateien kostenlos zum Download anbieten ( http://www.maxeagles.com/index.html ). Wer aber nicht basteln möchte und ein einfach nur schönes Spielmaterial schätzt, der sollte hier zugreifen, zumal die Idee, die Schadensmarker in einen Kartenstapel umzuwandeln, sehr gut ist.

Das schöne Spielmaterial macht diese Version von Blue Max am ehesten zum Familienspiel, zumindest für Familien, die wider den Zeitgeist auch Nichtkooperative Spiele schätzen. Wobei - kooperativ ist das Spiel durchaus: Schließlich treten zwei Gruppen gegeneinander an. Und meistens trägt die besser aufeinander abgestimmte Gruppe den Sieg über die andere nach Hause. (Versuche das mal beim Schach!)

Einziger echter Kritikpunkt an dieser Blue Max-Ausgabe: Pro Partei gibt es nur drei verschiedene Flugzeugtypen, weswegen die Ausstattung auch nur 8 Bewertungspunkte erhält. In dieser Hinsicht boten die einfacher gestalteten Versionen aus den 80er und 90er Jahren mehr! Macht aber nichts, denn bei den "Canvas Eagles" kann man sich 100% kompatiblen Nachschub beschaffen. Sehr leicht lassen sich die Papp-Flugzeuge auch durch Miniaturen ersetzten.

Wer das Spiel erst mal kennt, wird seinen Spaß haben!

PS: Übrigens auch nicht schlecht gelungen ist die Umsetzung des Spiels als Browser-Game bei http://www.youplay.it/ !

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 6
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 Minuten
Preis: 40,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2014
Autor: Phil Hall
Grafiker: Kurt Miller
Genre: Taktik
Zubehör:

1 Spielregel 1 Spielbrett (beidseitig mit einer Karte bedruckt) 6 Spieler-Sichtschirme 18 Manöverbögen 18 Flugzeugkarten 136 Schadenskarten 3 Richtungskarten 5 Flughöhekarten 18 Flugzeugmarker 6 Bereit!-Marker 12 Spezialschaden-Marker 15 Munitionsmarker (optionale Regel) 30 Höhenmarker (optionale Regel) 24 Höhenmanöver-Marker (optionale Regel) 60 Treibstoffmarker 1 Block mit 60 Spielbögen 6 Spezialwürfel

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7206 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2309 Berichte.