Prosperity

Liebe Leser, ich wünsch euch eines: Live long and prosper! Übersetzt heißt das „Lebe lang und sei erfolgreich“. Prosper, bzw. das dazugehörige Nomen Prosperity, hat aber noch eine andere, ähnliche Bedeutung: Wohlstand. Das ist es, worum es im vorliegenden Spiel geht. Die Bevölkerung meines Landes soll mehr Wohlstand haben als die anderen. Wohlstand ist hierbei direkt mit zur Verfügung stehender Energie und intakter Umwelt gekoppelt. Nein, es geht hier nicht um militanten Umweltschutz und Belehrungen; es sind ganz natürliche Zusammenhänge, die hier als Spielmechanismus dienen.

Eine Partie Prosperity erstreckt sich über sieben Dekaden, beginnend in den 1970ern und ended in den 2030ern. Jede Dekade besteht aus fünf Plättchen (mit Ausnahme der letzten, sie hat sechs Plättchen), jedes löst eine andere Wertung aus. Bevor wir einen Blick auf die Wertungen werfen können, müssen wir aber die Plättchen selbst kennenlernen. Es gibt mehrere Symbolkategorien, die in unterschiedlichen Kombinationen auf den Plättchen vorkommen: Energie (Produktion bzw. Verbrauch), Ökologie (positive bzw. negative Auswirkungen), Forschung, Kapital und Wohlstand (alle drei positiv). Beispiele: Ein Kraftwerk erzeugt zum Beispiel Energie, was aber auf Kosten der Umwelt geschieht. Öffentliche Transportmittel wirken sich positiv auf die Ökologie aus. Forschungseinrichtungen erlauben umfangreichere Forschung, benötigen hierzu jedoch Energie.

Wer an die Reihe kommt, deckt das oberste Plättchen des Stapels auf. Eines der Symbole am Plättchen ist weiß umrandet, es gibt eine entsprechende Wertung. Anschließend wird das Plättchen in die ihm entsprechende Reihe einsortiert und der Spieler hat zwei Aktionen frei. Als Aktionen kann er Geld nehmen, Schmutz aus der Umwelt entfernen (was Wohlstandsfelder freilegen kann), forschen und/oder Plättchen kaufen. Für den Kauf von Plättchen spielt die Forschung eine Rolle. Je mehr man nämlich geforscht hat, desto günstiger kann man Plättchen kaufen. Ein gekauftes Plättchen legt man auf sein Spielertableau, wobei man die Farbe des Plättchens bzw. der Ablageplätze berücksichtigen muss. Trägt das neue Teil Energie- oder Ökologiesymbole, so werden die Summen des Spielers auf seinen Anzeigeleisten angepasst.

So, jetzt wissen wir genug, um uns den Wertungen widmen zu können. Bei Energiewertungen erhalte ich Geld oder muss welches zahlen, je nachdem ob meine Energiebilanz positiv oder negativ ist. Ähnlich läuft es bei der Ökologie: Bei positiver Bilanz verschwindet Müll aus der Landschaft, während bei negativer Bilanz welcher hinzukommt. Bei Forschungswertungen erlaubt mir jedes Forschungssymbol einen Schritt auf den Forschungsleisten. Kapitalwertungen spülen für jedes Kapitalsymbol Geld in die Kassen. Und schlussendlich bringen die Wohlstandswertungen die heiß ersehnten Siegpunkte. Wer am Spielende die meisten davon hat, hat gewonnen.

Spieletester

05.05.2014

Fazit

Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist Timing. Anfangs scheint es eine gute Strategie zu sein, viel Energie zu haben. Die durch die Kraftwerke entstehende Verschmutzung sollte man aber rasch wieder kompensieren, damit der Müllberg nicht allzu sehr anwächst. Außerdem haben Bemühungen für die Umwelt einen langfristig positiven Effekt! Danach sollte man versuchen, viel Geld zu haben um wertvolle Plättchen zu ergattern. Geld alleine macht aber nicht glücklich, wie uns die Fernsehwerbung schon vor Jahrzehnten gelehrt hat – also stets daran denken, rechtzeitig in Richtung Wohlstand zu arbeiten! Denn nur er alleine entscheidet schlussendlich über Sieg und Niederlage. Wer sich verspekuliert, hat es schwer wieder auf die Erfolgsspur zu gelangen. Das gilt vor allem für das Spiel zu viert, wo man lediglich neun Mal an die Reihe kommt (zu dritt: 12x, zu zweit: 18x). Von einem Zug zum nächsten werden bis zu vier der fünf Wertungskategorien aufgerufen worden sein, ohne dass ich einen Einfluss auf sie gehabt habe. Im Spiel zu zweit kann ich viel eher zocken, weil bis zu meinem nächsten Zug nur höchstens zwei von fünf Kategorien gewertet sind und ich einen Nachteil aus einem vorigen Zug vor der nächsten betreffenden Wertung eventuell noch ausbügeln kann. Noch ein paar Worte zur Ausstattung: Die ist gut. Zum Beispiel gibt es überall Übersichten, welche Aktionen man machen kann, wie die Schlusswertung abläuft und was Plättchen kosten. Einzig die Siegpunktleisten sind etwas unübersichtlich geraten. Für geübte Spieler gibt es eine Rückseite der Spielertableaus, auf der mit einem Malus in Energie- und Umweltfragen gestartet wird. Das Spiel wird dadurch deutlich herausfordernder. Prosperity ist vielleicht kein Gassenhauer, aber fast jeder Mitspieler bescheinigt dem Spiel einige gute Seiten. Es ist rasch erlernt, fordert jedoch einige Überlegungen und Abwägungen. Darum ist ein Mindestalter der Spieler von 13 Jahren gefordert.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 13 Jahren
Spieldauer: 60 Minuten
Preis: 30,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Wirtschaft
Zubehör:

1 Forschungstableau, 4 Spielertableaus, 20 Anzeigewürfel, 60 Technologieplättchen, 64 Schmutz-Scheiben, 35 Banknoten, 1 Spielanleitung

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