Millionenraub

Kulturhistorisch betrachtet stellt "Der laute Ruf" wohl eine Studie und Vorstufe zu "Der Schrei" dar. Noch sind die Farben jedoch fröhlicher, die Darstellung herkömmlicher und beliebiger, das Sujet ist massentauglich und in seiner Komposition von eher geringer Qualität.
Aber es ist wertvoll und es ist weg.
Gestohlen.
Während des größten Trubels am langen Museumsdienstag schnappte sich der Täter das Bild und tauchte in der Menge unter.
Die Kriminalbeamten eilen herbei und machen sich an die Rekonstruktion der Tat.

Ein Spieler wird zum Museumsdirektor und konstruiert sein Museum in einem sechs mal sechs Felder großen Raster mit einem Gang, den Besuchern, Statuen und Bildern. Das tut er in dieser Reihenfolge nach folgenden Regeln:
Der Gang verläuft von links nach rechts oder von oben nach unten.
Der Gang darf rechtwinkelig abknicken, zwischen zwei Knicken muss ein gerades Gangstück liegen.
Angrenzend an jedes Wegstück steht ein Besucher.
Angrenzend an jeden Besucher steht eine Statue.
Auf allen noch freien Feldern hängt ein Gemälde.
Das so entstandene Museum wird vor den Ermittlern geheim gehalten. Auf dem Block "Spurensicherung" trägt der Museumschef noch eine Startkoordinate und vier Spurenhinweise ein und damit ergibt sich nach erfolgreicher Rekonstruktion des Museums der aktuelle Platz des Täters.

Die Ermittler bekommen während der Rasterfahndung koordinatenbezogene Hinweise.
Durch Spielen eines Kartenpaars Zeuge/Polizei ergibt sich, ähnlich wie beim Schifferl versenken, ein Feld im Museum. Mit einer Zeugenkarte "A" und einer Polizeikarte "4" ergibt sich beispielsweise das Audi-Feld "A4". Der aktuelle Museumsdirektor zeigt dem Ermittler die entsprechende Hinweiskarte und dieser trägt die Information in seinen Plan. Geheim vor den anderen Ermittlern natürlich.
Jeder Ermittler darf sich zweimal im Spiel einen Hinweis von anderen Spielen schnappen. Das macht speziell dann Sinn, wenn man selbst nur Karten für uninteressante Koordinaten in der Hand hat. Mit drei Polizeikarten und drei Zeugenkarten kann man eben nicht immer dort nachfragen, wo man gerne möchte. Jede Karte gibt es in siebenfacher Ausführung, somit kann es schon passieren, dass die Kartenhand unbrauchbar wird.

So nach und nach kristallisiert sich heraus wie der Hase, oder besser der Gang, verläuft. Ist der Gang fertig rekonstruiert, ergibt sich der Rest zwangsläufig durch die schon beschriebenen Konstruktionsregeln. Damit ergibt sich auch, ausgehend vom Starfeld und die vier Spurenhinweise verfolgend, das Feld, auf dem der Gemäldedieb steht.
Wer den Standort des Bösewichts als erster Ermittler nennt, gewinnt und wird zum Hauptoberkriminalrat befördert.

Spieletester

01.03.2014

Fazit

– Der Weg ist das Ziel: Die chinesische Weisheit trifft voll ins Schwarze. Es geht primär um die Ermittlung des Gangs durch das Museum, alles andere ergibt sich automatisch. Damit könnte man auch wunderbar ein Pfadfinderspiel machen. Durch die zweite Teilaufgabe, ausgehend vom Startpunkt den Spurenhinweisen zu folgen, um zum Täter zu gelangen, kommt das Krimi-Flair ins Spiel. Genau genommen ist das aber nur mehr Zugabe, denn wie gesagt: Der Weg ist das Ziel. Und diesen Weg finden früher oder später alle Spieler, wenn sie konsequent die entsprechenden Hinweise in ihre Museumspläne eintragen. Das kann man durchaus auch jungen Ermittlern ab 10 Jahren schon zutrauen.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 15,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2013
Verlag: Gmeiner Verlag
Genre: Karten
Zubehör:

92 Spielkarten (8 Karten "Hinweis", 42 Karten "Polizei", 42 Karten "Zeuge"), 1 Block "Spurensicherung", 1 Block "Museum", Spielanleitung

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