New England

New England – oder Neuengland wie es im deutschen Sprachgebrauch heißt – war die Keimzelle der britischen Besiedelung in den USA. Hier im Nordosten, an der heutigen Grenze zu Kanada, ließen sich im 17. Jahrhundert die ersten Siedler nieder. Begebt euch mit uns auf eine Zeitreise und macht im gleichnamigen Spiel Land urbar, gewährt den Pilgervätern Unterschlupf und bereist mit Schiffen die Küstengegenden. Aber passt auf, dass es nicht wieder zu einer Boston Tea Party kommt.

Bis zu vier Familien begeben sich in das Abenteuer, jede mit drei Gehöften. Die Chancen sind für alle gleich verteilt, jede hat nämlich je ein Grundstück im Grasland, Ackerland und am Lehmboden. Reihum sind die Spieler Startspieler, was den Vorteil mit sich bringt das Angebot zu bestimmen. Fix ist, dass neun Plättchen und Karten aufgedeckt werden. Das Verhältnis kann der Startspieler in der Bandbreite 3:6 bis 6:3 bestimmen. Steht das Angebot, nehmen sich die Spieler reihum eine Bietmarke. Die Marken zeigen an, wer zuerst kaufen darf und wie viel er für seine Käufe bezahlen muss. Klarerweise hat der die erste Wahl, der das meiste Geld locker macht. Man kann jedoch auch bluffen und seine Bietmarke einfach nur zurücklegen wenn man an die Reihe kommt. In jedem Fall bekommt man nach seinem Spielzug ein Einkommen.

Am Beginn des Spiels sind vornehmlich die Geländetafeln interessant. Mit denen kann man sein Grundstück vergrößern. Da jeder nur ein Grundstück pro Geländeart besitzen darf, ergeben sich zwei Bedingungen: Jede Geländetafel muss an eine eigene Geländetafel derselben Art grenzen und darf gleichzeitig keine fremde Geländetafel dieser Art Kante an Kante berühren.
Aber auch einige der Entwicklungskarten können schon am Spielbeginn genutzt werden: Pilgerväter erhöhen zum Beispiel das Einkommen, Schiffe erlauben eine größere Auswahl bei der Angebotsfestlegung und Scheunen erlauben das Aufsparen einer gekauften Entwicklungskarte für spätere Runden.

So richtig interessant wird es aber erst im Fortlauf des Spiels, wenn die Tafeln für Geländenutzung ihrer Bestimmung zugeführt werden. Die Karten zeigen zwischen zwei und vier gleichfarbige Geländetafeln, die in einem vorgegebenen geometrischen Muster angeordnet sein müssen. Kann man diese Forderung erfüllen, darf man die Plättchen umdrehen und somit aktivieren (Seite mit Symbol nach oben). Dies hat Vor- und Nachteile: Aktivierte Tafeln können nicht mit Pilgervätern, Schiffen oder Scheunen besetzt werden. Dafür bringt die Aktivierung am Ende viele Siegpunkte. Ansonsten gibt es nur ein paar Siegpunkte für die Mehrheit an Pilgervätern, Schiffen und Scheunen. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt, bei Gleichstand hat der mit dem größeren Barvermögen die Nase vorne.

Spieletester

12.08.2013

Fazit

Bei New England gibt es gewisse Unterschiede im Schwierigkeitsgrad, je nachdem ob man zu dritt oder zu viert spielt: zu dritt hat man anfangs deutlich mehr Platz am Spielfeld als zu viert, wo taktische Überlegungen zur Platzierung neuer Geländetafeln einen viel höheren Stellenwert haben. Andere Spielerzahlen als drei oder vier lässt das Spiel leider nicht zu. Obwohl das Spielgeschehen bei New England sehr interaktiv ist, schließlich beeinflusst fast jede gelegte Geländetafel die Möglichkeiten eines oder mehrerer Mitspieler, muss nicht viel geredet werden. Viel lieber knobelt man sich in Gedanken aus, was es einem Wert wäre gewisse Tafeln aus der Auslage zu picken. Ach wenn die Geldbörse doch nur etwas mehr hergeben würde… Was sich in der Theorie ganz gut anhört, kann beim Spielreiz nicht restlos überzeugen. Zu viel hängt davon ab, ob ich aktuell viel Geld habe oder nicht, wenn dringend benötigte Karten oder Plättchen ins Angebot gespült werden. Es gibt nichts Ärgerlicheres als eine hübsche Landschaft zu formen, die ich bis zum Spielende nicht werten kann… Die Wartezeiten, die entstehen wenn jemand darüber nachdenkt wie viel er zu zahlen bereit ist, wohin er ein Plättchen legt oder eine Figur setzt, tun ihr übriges dazu den Spielspaß zu hemmen.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 75 Minuten
Preis: 25,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2003
Verlag: Goldsieber
Grafiker: Franz Vohwinkel
Genre: Wirtschaft
Zubehör:

1 Spielplan, 60 Geländeplättchen, 1 Beutel, 58 Entwicklungskarten, 13 Pilgerväter, 11 Scheunen, 10 Schiffe, 4 Markierungssteine, 10 Bietmarken, 3 Siegpunktkarten, 1 Startspielerstein, 12 Startplättchen, 4 Familienkarten, 60 Geldchips, 1 Spielregel, 1 Spielübersicht

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