Ginkgopolis

Die Phantasiestadt Ginkgopolis soll neu geschaffen und der so dringend notwendige neue Wohnraum im Einklang mit der Natur entstehen. Alle Architekten der Zukunft sind aufgefordert, das empfindliche Gleichgewicht zwischen produzierten und verbrauchten Ressourcen bei der Gestaltung einer modernen Stadt nicht zu stören. Nachhaltiges Bauen heißt da die Devise, die auch in unserem wahren Leben immer mehr Einzug hält.

Bis zu fünf Spieler nehmen die Rolle von Stadtplanern ein, die Ginkgopolis entwerfen und ausbauen, sowie Gebäude zu ihrem Vorteil nutzen. Notwendige Ressourcen für den Bau und Betrieb liegen jeweils in den Spielerfarben vor und kennzeichnen zusätzlich den jeweiligen Besitzer eines Gebäudes. Die wiederum gibt es sowohl als Plättchen als auch als Karte und bilden eine Symbiose. Rote Gebäude produzieren Ressourcen, blaue sorgen für Nachschub an weiteren Gebäude-Plättchen und die gelben schließlich bringen Erfolgspunkte, die am Ende über Sieg und Niederlage entscheiden.

Zu Beginn werden die neun Plättchen der Startgebäude beliebig in einem 3x3-Raster ausgelegt. Die Urbanisierungsmarker stellen die Bauplätze neuer Gebäude dar und werden außen um die Stadt herum gelegt. Für jeden Marker gibt es zusätzlich eine entsprechende Urbanisierungskarte, die zusammen mit den neun Karten der Startgebäude gemischt und als Nachziehstapel bereitgehalten werden.

Die Spieler starten mit jeweils drei Charakter-Karten, die entweder zufällig verteilt oder „gedraftet“ wurden. Diese Karten geben oben links an, mit wie vielen Gebäude-Plättchen, Ressourcen und Erfolgspunkten die Spieler jeweils in eine Partie gehen. Die entsprechenden Elemente legen die Spieler hinter ihren Sichtschirm. Zusätzlich erhält jeder Spieler vier Karten vom Nachziehstapel.

Gespielt wird mit einer variablen Anzahl an Runden, die aus jeweils drei Phasen bestehen:

1. Karte auswählen
Eine Karte kann sowohl allein als auch in Verbindung mit einem Gebäude-Plättchen gespielt werden und wird verdeckt vor dem Sichtschirm abgelegt.

2. Aktion auslösen
Die ausgewählte Karte wird aufgedeckt und die entsprechende Aktion ausgeführt. Es stehen drei verschiedene Aktionen zur Verfügung, je nach Art der Karte und ob zusätzlich ein Gebäude-Plättchen gespielt wurde.

a. Wird eine Karte alleine ausgespielt, erhält der Spieler entweder Ressourcen, Gebäudeplättchen oder Erfolgspunkte.

b. Wird eine Urbanisierungskarte zusammen mit einem Gebäude-Plättchen gespielt, erweitert der Spieler die Stadt durch das Hinzufügen eines neuen Gebäudes. An der Stelle, wo das korrespondierende Urbanisierungsplättchen liegt, wird das Gebäude-Plättchen abgelegt und der Marker orthogonal verschoben. Der Spieler muss jetzt eine seiner Ressourcen auf das Plättchen legen und signalisiert damit seinen Besitzanspruch. Zusätzlich kommt noch ein Baustellenmarker darauf und danach nutzt der Spieler die Gebäude, die orthogonal neben diesem neuen Gebäude liegen, in dem er die entsprechenden Elemente dieser Plättchen erhält.

c. Eine Gebäudekarte, die zusammen mit einem Plättchen ausgespielt wird, stellt die dritte Aktion dar und lässt ein Gebäude in die Höhe wachsen. Die ausliegenden Ressourcen eines Gebäudes werden an dessen Besitzer zurückgegeben. Ist dies einer der anderen Spieler, erhält dieser zusätzlich Erfolgspunkte. Je nachdem, ob die Gebäudenummer niedriger als die des zu überbauenden Gebäudes ist, muss der neue Besitzer die Differenz mit eigenen Erfolgspunkten bezahlen. Ist es gar eine andere Farbe, muss er zusätzlich eine Ressource in den allgemeinen Vorrat zurückgeben. Zusätzlich muss er in der Lage sein, pro Ebene eine eigene Ressource auf das Gebäude zu legen. Außerdem kommt wieder ein Baustellenmarker auf das neue Plättchen.

3. Neue Runde vorbereiten
Jeder Spieler bekommt nun die ungenutzten Karten seines rechten Nachbarn auf die Hand und zieht eine neue Karte vom Nachziehstapel. Ist dieser aufgebraucht, wird für jedes Gebäude mit einem Baustellenmarker die entsprechende Gebäude-Karte herausgesucht und auf den Ablagestapel gelegt. Dieser wird dann gemischt, bei bestimmten Spielerzahlen sieben Karten abgeworfen und bildet sodann den neuen Nachziehstapel. Die benutzten Baustellenmarker der Stadt kommen zurück in den allgemeinen Vorrat.

Das Spielende wird eingeläutet, wenn sich der Plättchenvorrat ein zweites Mal erschöpft oder einer der Spieler seine eigenen Ressourcen in der Stadt ausgelegt hat. Dann werden die Erfolgspunkte gezählt, die während des Spiels gesammelt wurden, auf den Bonuskarten stehen und in den Stadtvierteln durch die Anwesenheit der Spieler vergeben werden. Wer die meisten anhäufen konnte, gewinnt.


Spieletester

04.04.2013

Fazit

Auf den ersten Blick scheint das Spielprinzip von Ginkgopolis ganz einfach zu sein. Neue Gebäude bauen oder aufstocken, die Fläche der Stadt vergrößern oder ganz simpel Ressourcen einsammeln, um sich damit etwas zu kaufen – alles schon mal da gewesen. Na klar, das Weiterreichen der eigenen Kartenhand nach einem Spielzug erinnert an 7 Wonders und das Einsammeln von Ressourcen von umliegenden Gebäuden nach einem Neubau war auch schon mal da. Und dennoch ist Ginkgopolis so ganz anders, zumal sich der Spielmechanismus doch nicht so leicht und einfach erschließt, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Ginkgopolis ist verzwickt, weil es viele Möglichkeiten gibt, voranzukommen. Seien es die grundlegenden Techniken des Urbanisierens oder das geschickte Nutzen der eigenen Charakterkarten, um größtmögliche Boni zu erhalten – das alles will geschickt miteinander verknüpft werden. Und wenn einem dann auch noch das mitspielende und nicht abzusprechende Kartenglück hold ist, steht einem großartigen und erfolgreichen Spieleabend nichts mehr im Wege – wenn da mal nicht die anderen Spieler wären, die immer wieder anders handeln, als man es selber gerne hätte. Ginkgopolis ist sehr schön verzahnt, alle Spielelemente passen zusammen wie die Faust auf ´s Auge. Allerdings ist die Einstiegshürde durch die vielen kleinen Details nicht gerade niedrig. Dennoch werden die Spieler immer wieder durch ein fein austariertes Spielerlebnis belohnt, das bis zum Spielende einen hohen Spannungsbogen hält. Ginkgopolis ist schön bunt, für manchen Zeitgenossen vielleicht auch zu bunt - dann ist das eben nicht mehr schön. Darunter leidet etwas die Übersichtlichkeit. Trotzdem ist das neueste Werk von Pearl Games ein gutes Spiel, das erforscht werden will und sich lohnt. Wer Lust hat, kann als Solist auch gegen den imaginären William spielen - eine Variante, die ich aber nicht uneingeschränkt empfehlen kann. Liegt vielleicht daran, dass ich lieber mit echten Menschen spiele und nicht so gerne gegen virtuelle.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Besucherkommentare

Marcel von www.yesbo.de/gedankenspiel | 05.04.2013

Meine Überraschung der Spielemesse 2012 in Essen. Was für ein tolles Spiel! Besonders zu zweit sehr taktisch aber auch mit voller Besetzung flott gespielt. Hat es in die Top 10 meiner Lieblinsspiele aller Zeiten geschafft. Kann ich jedem empfehlen, der ein bisschen taktieren mag.

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten
Preis: 35,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Pearl Games
Grafiker: Gaël Lannurien
Genre: Taktik
Zubehör:

60 Gebäude-Plättchen 99 Karten - 12 Urbanisierungs-Karten - 60 Gebäude-Karten - 27 Charakter-Karten. 125 Holz-Ressourcen 10 Kartenaustauschmarker 12 Urbanisierungsmarker 5 Sichtschirme Erfolgspunkte-Plättchen 15 Baustellenmarker 1 Startspielerkarte 1 Regelheft

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