Kingdom Builder

Einmal König sein und über weite Landstriche herrschen, tun, was einem gefällt, den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen und im stressigsten Fall mal schnell einen Metkrug leeren, bevor der süße Inhalt ungenießbar wird – wer würde dazu nein sagen? In der Realität stellt sich das als eher schwierig heraus (und außerdem ist es da wahrscheinlich gar nicht so lustig). Umso schöner, dass man diesen Traum im Spiel wahr werden lassen kann, zum Beispiel mit Kingdom Builder. Allerdings steht auch hier vor dem Vergnügen erst einmal harte Arbeit.
Wie baue ich eigentlich ein Königreich?

Zu Beginn des Spiels wird das Spielfeld aus vier Quadranten so zusammengesetzt, dass diese ein (Fast-)Quadrat bilden. Jenes ist wiederum in Hex-Felder (sechseckige Felder) unterteilt, die verschiedene Landschaften darstellen. Es gibt 5 bebaubare Geländearten: Gras, Canyon, Wüste, Blumen und Wald sowie vier nicht bebaubare: Wasser, Berge, Burgen und Orte.
Weiters werden noch drei Kingdom Builder-Karten gezogen, die Orte auf dem Spielfeld werden mit jeweils zwei der entsprechenden Ortsplättchen bestückt und ein nicht für das Spielfeld benötigter Quadrant wird umgedreht, auf dessen Rückseite ist eine Goldzählleiste abgebildet. Abschließend erhält jeder Spieler die Siedlungen und den Goldmarker in seiner Farbe sowie eine Geländekarte. Einer wird zum Startspieler ernannt und schon geht's los.

Beginnt ein Spieler seinen Zug, deckt er seine Geländekarte auf. Die Basisaktion eines jeden Zuges ist das Setzen von genau drei Siedlungen. Diese müssen gemäß den Bauregeln auf den Spielplan gelegt werden, die da besagen, dass eine Siedlung immer auf jene Geländeart gebaut werden muss, die auf der ausgespielten Geländekarte abgebildet ist, und dass jede Siedlung an eine bereits bestehende, eigene Siedlung angebaut werden muss, sofern möglich. Am Ende des Zuges zieht man eine Geländekarte nach (was übrigens ein nicht zu unterschätzender Glücksfaktor ist).

Die beim Spielaufbau ausgelegten Kingdom Builder-Karten geben den Spielern dabei vor, welche Züge lohnend sind und welche nicht. Auf diesen Karten sind Aufgaben nachzulesen, die beim Spielende fette Punkte bringen. Beispielsweise heißt es da: "Baue Siedlungen am Wasser". Am Ende bekommt man in diesem Fall ein Gold extra für jede Siedlung, die an ein oder mehrere Wasserfelder grenzt. Das mag einfach klingen, manche Kingdom Builder haben es aber ganz schön in sich!

Baut man eine Siedlung neben eine Burg, erhält man am Spielende drei zusätzliche Goldstücke. Eine Siedlung neben einem Ort erlaubt es, eines der Ortsplättchen von dem Feld zu entfernen. Die Ortsplättchen ermöglichen es den Spielern, ab der nächsten Runde bestimmte Sonderaktionen auszuführen. Davon gibt es acht verschiedene. Sonderaktionen müssen nicht eingesetzt, können jedoch entweder vor oder nach dem Ausführen der Basisaktion getätigt werden.

Tja, das war's auch schon. Wenn ein Spieler alle seine Siedlungen gesetzt hat, wird die Runde noch bis zum Startspieler zu Ende geführt und danach endet das Spiel. Es folgt die Schlusswertung. Hierbei erhält man für jede Burg, an die eine eigene Siedlung grenzt, drei Siegpunkte. Außerdem werden die Kingdom Builder-Karten abgehandelt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt und darf sich von den Verlierern wie ein König verehren lassen. Oder so.

Spieletester

03.10.2012

Fazit

"Kingdom Builder bietet einfache Regeln und viele Möglichkeiten", ist auf der Rückseite der Schachtel zu lesen. Dem ist zuzustimmen. Da der Spielplan immer wieder neu zusammengesetzt wird und die Siegbedingungen von Mal zu Mal wechseln, bietet das Spiel in der Tat eine am Anfang nicht zu erahnende Optionsfülle. Trotz des taktischen Tiefganges sind die Regeln einsteiger- und familienfreundlich gehalten. Dafür gibt's zwei thumbs up. Was mir allerdings fehlt, ist die Interaktion der Spieler. Der Spielplan bietet dermaßen viel Platz, dass man sich beim Pläne schmieden und Königreich ausbauen erst sehr spät in die Quere kommt – wenn überhaupt. Ansonsten bietet das Spiel einen netten Anblick mit schick gestalteten Illustrationen und Spaß beim Knobeln und Herumtaktieren. Das ganz tiefe Spielgefühl und die ganz dichte Atmosphäre kommen aber irgendwie nicht auf, dafür ist Kingdom Builder einfach zu wenig reinrassiges Strategiespiel, bietet aber auch nicht genug Familienspaß. Es bleibt der Eindruck, ein nettes Spiel zu spielen, das irgendwo in der Mitte hängt. Mein Wort zum Sonntag: Kingdom Builder ist ein gutes Spiel, aber kein weltbewegendes. Vom "Spiel des Jahres" hab ich irgendwie mehr erwartet. So, und wo ist jetzt mein Met???
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Besucherkommentare

Oli | 15.12.2012

Hinweis zur Rezension, in meiner Ausgabe (noch ohne SdJ Pöppel) gibt es keine Sonderaktionen, die es erlauben fremde Siedlngen zu versetzen, es können ausdrücklich nur eigene Siedlungen versetzt werden (siehe Kästchen über den Aktionsbeschreibungen).
Ansonsten halte ich Kingdom Builder für ein uneingeschränkt würdiges Spiel des Jahres. Möchte gar nicht wissen, was geschrieben worden wäre wenn z.B. das mitnomminierte Vegas das Rennen gemacht hätte, zum Thema Spieltiefe ;)

Simon Kriese | 16.12.2012

Hi Oli,

vielen Dank für deinen Kommentar und natürlich deine Meinung :-) - tatsächlich habe ich da statt der Überschrift immer nur die einzelnen Texte gelesen. Mea culpa! Das verstärkt den Eindruck der mangelnden Interaktion in meinen Augen allerdings noch mehr.
Die entsprechenden Stellen in der Rezi sind jedenfalls ausgebessert!

Gruß
Simon

Katja B. | 28.12.2012

Wir sind Vielspieler und finden das Spiel Kingdom Builder sehr gut. Leichter Einstieg. Es hat etwas von Thurn und Taxis (Verbindungen bauen), die Karten erinnern ein wenig an Dominion, einen Hauch Siedler und trotzdem hat es ein ganz anderes Spielgefühl. Die Tiefe des Spieles und die Möglichkeiten entfalten sich nach meheren Partien. Unbedingt spielen. Es lohnt sich. Haben übrigens ca. 300 Brettspiele von denen das ein oder andere Brettspiel in der Versenkung verschwindet. Kingom Builder gehört definitiv zu den Spielen, die öfter auf dem Spieletisch landen.

Lanfeust | 07.02.2013

Wir haben Kingdom Builder nun in der Familie endlich mal angespielt. Zu Beginn haben wir das Spiel sicher unterschätzt, weil es sehr simpel wirkt. Erst ab der zweiten Partie beginnt man die taktischen Finessen des Spiels zu durchschauen.

Kritik üben muss ich eindeutig an der Anleitung: Nur um eine Anleitung so kurz wie möglich zu halten um den Eindruck eines familientauglichen Spiels zu erwecken, dürfen nicht so viele Unklarheiten bestehen bleiben. Auf der Queen Games Homepage fand ich darüber gar nix. Erst eine englischsprachige Homepage boardgamegeek.com konnte alle Fragen beantworten. Ganz schwaches Service vom Vertrieb! Tut aber dem sehr guten Spiel keinen Abbruch.

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten
Preis: 45,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Queen Games
Grafiker: Oliver Schlemmer
Genre: Taktik
Zubehör:

1 Regelheft, 8 verschiedene Quadranten, 28 Ortsplättchen, 8 Übersichten für die Otsplättchen, 1 Startspielerplättchen, 160 Siedlungen (40 je Farbe), 4 Goldmarker (1 je Farbe), 25 Geländekarten, jeweils 10 Kingdom Builder-Karten in Deutsch und Englisch

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