Welt des Films

Der Name des Spiels ist Programm. „Welt des Films“ ist ein klassisches Quizspiel, das sich einem Thema widmet, das viele zumindest peripher interessieren dürfte. Oder wer hat sich noch nicht in die Rolle eines beliebten Schauspielers oder einer anbetungswürdigen Schauspielerin gewünscht? Ganz so glamourös geht es in diesem Spiel dann aber doch nicht zu.
Spielinhalt:

Das Spiel besteht aus einem Spielplan im Design einer Filmrolle, 5 färbigen Holzsternen als Spielsteine, 4 nummerierten Tipp-Tafeln, für jeden Spieler 3 Tipp-Chips in Spielerfarbe und last but not least 110 Frage- und Antwortkarten. Auf jeder dieser Karten stehen 2 Fragen, macht summa summarum 220.

Der Spieleablauf:

Ein Spieler beginnt und nimmt eine Fragekarte vom Stapel. Er entscheidet sich für eine der beiden Fragen und liest diese vor. Zu jeder Frage werden in Millionen-Show-Manier vier Antwortmöglichkeiten geboten, die ebenfalls vorgelesen werden. Anders als im Fernsehpendant können in diesem Quiz jedoch bis zu drei Antworten richtig sein. Nun wird also getippt, was folgendermaßen vonstattengeht: Zuerst wird gefragt, wer Antwort 1 für richtig hält. Reihum setzt nun jeder Spieler auf den das zutrifft einen seiner Tipp-Chips auf die Tipp-Platte mit der Zahl 1. Selbiges wird nun für die anderen 3 Antwortmöglichkeiten widerholt. Jeder Spieler kann so bis zu 3 Chips in einer Runde setzen. Wurde die Prozedur für alle 4 Antwortmöglichkeiten wiederholt, wird aufgelöst. Für jeden richtig gesetzten Chip darf der Spieler auf dem Spielplan nun ein Feld vorrücken. Aber Achtung: wer auch nur einen seiner Chips auf eine falsche Antwort gesetzt hat, geht diese Runde komplett leer aus.

Nun ist der nächste Spieler an der Reihe und hebt eine neue Karte vom Stapel ab. Die Spieldauer wird von den Spielern vorher festgelegt. So kann zum Beispiel eine bestimmte Anzahl an Fragen oder das erneute Erreichen der Startlinie als Spielziel ausgemacht werden.

Die Fragen:

Die Fragen sind so gewählt, dass nicht nur Cineasten die Chance haben, bei diesem Spiel zu gewinnen. So wechseln sich unter anderem Wissensfragen um wohlbekannte Blockbuster („Wer ist Lehrer in Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei in den Filmen um Harry Potter?“) mit Fragen zu sehr spezifischem Wissen um die Hintergründe filmschaffender Personen („In welchem Land wurde Alfred Hitchcock geboren?“), Gossip und Lifestylefragen („Für welche Marke warb oder wirbt George Clooney?“) und Schätzfragen („Wie hoch ist der Hollywood-Schriftzug auf den Hollywood-Hills?“) ab.

Einige Fragen sind auch sehr deutschlandspezifisch („In welcher Stadt steht ein Autokino?“), diese können aber durch die Wahl der anderen Frage auf der Karte leicht umgangen werden.

Toll ist, dass auf der Rückseite nicht einfach nur die richtige/n Antwort/en stehen, sondern zu beinahe jeder Frage die Antwort erweitert erklärt wird, zum Beispiel durch Filminfos, Kurzbiographien, interessante Fakten, usw.

Redaktionstipp: Abwandlung des Spiels mit Bluff-Chip

Diese Abwandlung des Originalspiels dient dazu, Spielern die Möglichkeit zu geben ihre tatsächliche Wahl der richtigen Antworten nicht sofort offensichtlich, und so Nachahmungstätern das Leben schwerer zu machen.

Zuerst muss ein Spielchip jedes Spielers als Bluff-Chip gekennzeichnet werden. Am besten eignet sich dazu ein kleiner Klebepunkt auf der Unterseite, da dieser auch durch Fühlen identifiziert werden kann und der Spieler nicht jedes Mal auffällig nachschauen muss. Das Setzen geht nun ganz normal vonstatten, nur dass - nachdem alle ihre Chips gesetzt haben, aber vor Auflösen der richtigen Antworten - die Spieler bekanntgeben müssen, ob sie ihren Bluff-Chip verwendet haben und auch als solchen geltend machen wollen. Dies hat den Sinn, dass ein Spieler bei einer Frage, die drei mögliche Antworten bietet, diese auch mit einem Bluff-Chip beantworten kann.

Die Spieler zu beobachten, die auf einen Bluff-Chip hereingefallen sind oder während des Setzens abwägen, ob einer verwendet wurde, macht Spaß und erweitert das Spiel um ein weiteres taktisches Element.

Spieletester

27.06.2012

Fazit

Die Fragen sind zwar äußerst abwechslungsreich, jedoch können sie nicht über die doch recht unspektakuläre Spielmechanik hinwegtäuschen. Ein wenig Taktik fließt dadurch mit ein, dass man vorsichtshalber lieber weniger Antworten wählen sollte, wenn man sich nicht komplett sicher ist, da sonst die anderen richtigen Antworten ebenfalls nicht gezählt werden. Es bleibt aber beim Punktesammeln durch simples Fragenbeantworten, weitere Kniffe, wie das Eckensammeln des wohl bekanntesten Vertreters der Quizspielgattung oder das Erreichen bestimmter Hürden oder Durchführen von Spezialaufgaben, bleiben aus.

Leider ist es auch nicht so optimal, dass man die Tipps seiner Mitspieler sieht, da dabei oft der Nachahmeffekt („Der sagt das, dann sag ich das halt auch“) eintritt. Das nimmt leider einiges an Dynamik und Taktik aus dem Spiel, da ein Spieler, der die Antwort weiß, keine Möglichkeit hat zu bluffen oder die Mitspieler auf eine falsche Fährte zu führen. Hierzu empfehle ich eine kleine Abwandlung des Spiels (siehe weiter oben: Spiel mit Bluff-Chip), die dieses Manko zumindest zum Teil ausmerzt und einen frischen Wind in das Spielprinzip bringt.

Schlussendlich bleibt es ein Film-Trivial-Pursuit ohne Ecken und Kanten.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten
Preis: 20,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2011
Verlag: HUCH & friends
Grafiker: Sabine Kondirolli
Genre: Wissen
Zubehör:

1 Spielplan 220 Fragen und Antworten 5 Sterne 4 Tipp-Tafeln 15 Tipp-Chips

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