Big Five

Für mich stellt sich hier die elementare Frage, was zuerst da war: Die Henne oder das Ei? Oder anders ausgedrückt, wer hatte die Spielidee zuerst: Qwirkle, seines Zeichens immerhin Spiel des Jahr 2011, oder Big Five?

Zumindest drängte sich bei mir diese Frage auf, nachdem das kleine Kartenspiel von Amigo auf dem Spieltisch landete und ich meinen Spielteilnehmern die Regeln näher brachte. Die kleinformatigen Karten zeigen jeweils fünf verschiedene Tiere vor fünf verschiedenen farbigen Hintergründen, und das ganze viermal, was insgesamt dann 100 Karten macht. Soweit erst mal eine klare Unterscheidung zum SdJ 2011, denn dieses kommt mit schwarzen Holzsteinen daher, die mit sechs verschiedenen Symbolen in sechs verschiedenen Farben bedruckt sind und die es dann insgesamt jeweils dreimal gibt. Dann aber hört es fast schon auf mit den Unterschieden, denn Big Five wird quasi genauso gespielt wie Qwirkle.

Die Spieler müssen versuchen, ihre fünf Handkarten an die Auslage auf dem Tisch anzulegen. Zu Beginn wird dort eine Karte vom gemischten Stapel ausgelegt, danach werden alle restlichen Karten an die Spieler verteilt, die daraus einen eigenen Nachziehstapel bilden. Die Anlegeregeln entsprechen denen von Qwirkle. Entweder dürfen die gleichen Tierarten mit unterschiedlichen Farbhintergründen oder unterschiedliche Tiere mit der gleichen Hintergrundfarbe ausgelegt werden. Wird an eine Reihe die vierte Karte angelegt, darf der entsprechende Spieler eine seine Karten abwerfen. Die kann entweder aus seiner Hand kommen oder wird blind von seinem Nachziehstapel gezogen und dann abgelegt. Gelingt gar ein "Big Five", also eine komplette Tierreihe, darf der Spieler, der das fünfte und letzte Tier einer Reihe beisteuert, sogar zwei Karten entsorgen. Dieser Bonus kumuliert sich, sodass ein Spieler maximal drei Karten zusätzlich abwerfen darf. Und da komme ich dann doch noch mal auf einen gravierenden Unterschied zu sprechen. Bei Qwirkle werden nach jedem Setzen von Steinen entsprechende Punkte notiert und die restlichen Steine liegen in einem Jutebeutel, aus dem dann jeder Spieler seine eigenen Spielsteine wieder auffüllt. Wer am Ende die meisten Punkte gemacht hat, gewinnt. Bei Big Five versuchen die Spieler, ihre gesamten Karten durch Anlegen oder über den Bonus des Abwerfens als erster loszuwerden.

Spieletester

28.01.2012

Fazit

Big Five funktioniert genauso gut wie das Spiel des Jahres 2011, nur halt mit bunten Karten statt mit schwarzen Holzspielsteinen. Das Spielgefühl ist ein ähnliches, es entfällt allerdings der Verwaltungsaufwand durch das ständige Notieren der Siegpunkte. Bei Big Five hat man es einfacher, man muss nur seine Karten loswerden und wer das als erster schafft, gewinnt. Abzüge in der B-Note gibt es von mir wegen der doch starken Ähnlichkeit mit Qwirkle, ohne dass ich irgendjemanden irgendetwas unterstellen möchte. Der Wiederspielreiz dagegen ist für ein Kartenspiel enorm groß, nur die kleinen und fisseligen Karten stören da etwas. Da es aber fast noch unter der Rubrik Kinderspiel laufen kann und die Auslage auf dem Spieltisch mit den kleineren Karten durchaus übersichtlich bleibt, fällt dies bei meiner Bewertung nicht wirklich ins Gewicht. Die Tatsache aber, dass es nur fünf verschiedene Tierarten mit dem immergleichen Konterfei auf den Karten gibt, senkt dann doch noch die Punktzahl für die Ausstattung. Da hätte der Grafiker sich doch ein wenig mehr Mühe geben und seine Kreativität ausleben können. Wer das Spiel des Jahres 2011 gerne spielt und lieber eine transportfähigere ähnliche Variante mit in den Urlaub nehmen möchte, der ist mit Big Five bestens bedient.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 7 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten
Preis: 7,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2011
Verlag: Amigo
Autor: Reiner Knizia
Genre: Karten
Zubehör:

100 Spielkarten 1 Spielanleitung

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