Unter schwarzer Flagge

Piraten in Sicht! Was ist das hilfreichste Mittel, um sich zur Wehr zu setzen? Kanonen! Leider haben nur je zwei Schiffe unserer aus fünf Schiffen bestehenden Flotte solche an Bord. Wer wird es schaffen, die wertvollsten Schätze sicher in seinen Hafen zu bringen?

Jeder Spieler hat wie gesagt fünf Schiffe. Im ersten Moment, wenn man die Schachtel des Spiels öffnet, merkt man das nicht, da die Schiffe unter dem Schachteleinsatz versteckt sind. Leider liegen sie dort sehr beengt, weshalb die Masten sich mit der Zeit verbiegen. Deshalb ist man gut beraten, die Sockelplatten vor jeder Partie neu auf die Schiffe zu verteilen. Den Sockelplatten kommt nämlich eine sehr wichtige Rolle zu: Sie zeigen, ob ein Schiff bewaffnet ist oder nicht. Jetzt wäre es natürlich blöd wenn die Mitspieler durch den Knick der Masten erahnen könnten, welches Schiff eine Kanone an Bord hat und welches nicht...

Neben den fünf Schiffen hat jeder Spieler fünf Karten mit darauf angebildeten Schatztruhen. Jedes Schiff wird im Spielverlauf mit einer Schatztruhe in See stechen. Ob es damit aber auch ankommt? Jeder hat nämlich drei weitere Karten, mit denen er feindliche Schiffe überfallen kann. Doch nicht immer klappt ein Überfall.

Wer an die Reihe kommt, hat die Wahl zwischen drei Möglichkeiten:
1. kann man ein zusätzliches Schiff in See stechen lassen. Dazu nimmt man die oberste Karte vom verdeckten Schatzkistenstapel, wählt eine Schiffsminiatur und setzt beides in die Tischmitte.
2. kann man ein eigenes Schiff aus der Tischmitte entfernen. Die darunterliegende Schatzkarte hat man in den Hafen gebracht, sie zählt am Ende Punkte. Ob das Schiff bewaffnet gewesen wäre oder nicht, verrät man den Mitspielern nicht.
3. kann man eine seiner Angriffskarten verwenden, um ein gegnerisches Schiff zu überfallen. Dazu sagt man an, welches Schiff man angreift. Dessen Besitzer muss nun die Sockelplatte zeigen. War das Schiff bewaffnet, ist der Angriff abgewehrt und der Verteidiger erhält die Angriffskarte als Punkt für die Endabrechnung. Ist der Angriff jedoch gelungen, erhält der Angreifer den Schatz des angegriffenen Schiffes. Dieser wandert jedoch nicht wie man glauben würde ins angreifende Schiff (man muss gar keines auf See haben, um angreifen zu können!), sondern direkt in den sicheren Hafen. Die Angriffskarte kommt aus dem Spiel.

Sind alle im Spiel befindlichen Schätze in einem Hafen gelandet, folgt die Abrechnung. Wer das meiste Vermögen hat, hat die Partie gewonnen.

Spieletester

15.10.2011

Fazit

Eine Partie Unter schwarzer Flagge spielt sich angenehm flott, Wartezeiten gibt es keine. Sind die Mitspieler am Zug, kann man wichtige Informationen über die Bewaffnung anderer erlangen; also immer schön aufpassen! Der taktische Anspruch ist natürlich gering, Hauptaugenmerk liegt auf dem Bluffen. Schwierig hat man es, wenn man gleich zu Beginn wertvolle Schätze aufdeckt, seine beiden Schiffe mit Kanone einsetzt und beide enttarnt werden - der Rest der Flotte ist später leichte Beute für die Mitspieler. Die zwei mickrigen Punkte für die abgewehrten Angriffe machen das Kraut nicht mehr fett. Die kleine Schachtel, in die das Spiel verpackt wurde, ist an sich praktisch. Aber das Spielmaterial leidet sehr darunter, wird geknickt und früher oder später sind die anfangs hübschen Schiffe ohne Segel. Hierfür ein dickes Ausstattungsminus. Warum das Spiel erst ab 13 Jahren geeignet ist, wissen wir nicht. Wir hätten als Altersgrenze etwa 10 Jahre angegeben; Kinder in diesem Alter sollten die Mechanismen schon durchschauen können. Wem Bluff- und/oder Piratenspiele gefallen, kann trotzdem einen genaueren Blick auf Unter schwarzer Flagge werfen - er wird mit einer Portion Spaß belohnt.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 6
Alter: ab 13 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 10,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2009
Grafiker: David Ardila
Genre: Bluff
Zubehör:

30 Schatzkarten, 30 Schiffe, 30 Sockelplatten für Schiffe, 18 Kanonenkarten, 1 Anleitung

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